Point Alpha

Grenzsperre

Point Alpha war neben den OP (Observation Post) Romeo, OP India und OP Oscar einer von vier US-Beobachtungsstützpunkten an der hessischen innerdeutschen Grenze. Schauten die einen nach Westen und hielten gleichzeitig Ausschau nach potentiellen Republikflüchtlingen, schaute und horchte die andere Seite weit hinein nach Osten. Der Stützpunkt lag im Zentrum der NATO-Verteidigungslinie „Fulda Gap“, in der die NATO im Ernstfall die Invasion der Truppen des Warschauer Pakts erwartete.

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Grün ist die Heide

Die Heide blüht

Die Lüneburger Heide stand schon länger auf unserer Liste der zu besuchenden Orte, aber dann zog es es uns irgendwie doch immer in die Ferne. Dune du Pilat statt Heidesand, Stonehenge statt „Hermann Löns“ Denkmal. Mit Corona ergeben sich neue Perspektiven, also für die kleine Deutschlandrunde das „Südsee Camp“ gebucht. Liegt am Rande der Südheide.

In meinem Kopf sind Heideerinnerungen. Riesige blühende Heideflächen mit sandigen Wegen, Heidschnuckenherden, romantische Kiefernwälder. Ich bin aber nicht sicher ob die aus eigener Anschauung stammen, oder geprägt von den 50er Jahrefilmen mit Rudolf Prack und Sonja Ziemann sind. Kann ich nur herausfinden, wenn ich die Bilder wiederfinde. Also ab aufs Rad, Hermann Löns suchen.

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Isch des Bio?

Biotürme mit Wohnmobil

Um etwas Zeit zu schinden als wir zum Camping in der Lausitz unterwegs waren, sind wir kurz bei den Biotürmen in Lauchhammer vorbeigefahren. Die 24 Türme – in Viererblöcken angeordnet – gehören ebenfalls zu den „Landmarken“ in der Lausitz und der Kategorie Industriedenkmal. Sie wurden 1952 in Betrieb genommen und, hier muss ich mal den Wikieintrag zitieren, klingt irgendwie kompliziert: „… wurden bis zur Stilllegung der … Kokerei phenolhaltige Abwässer durch Verrieseln über Hochofenschlacke, mit welcher diese sogenannten Turmtropfkörper befüllt waren, biologisch behandelt.“ Laut Wiki soll das Ganze wohl auch ziemlich gestunken haben.

Biotürme in Lauchhammer
Biotürme in Lauchhammer – Foto: h|b

Davon ist jetzt nichts mehr zu merken, die Türme stehen unter Denkmalschutz und seit 2008 zur IBA, sind die Türme öffentlich zugänglich. Allerdings nicht im Moment, wie viele andere Dinge auch, ist die Ausstellung wegen Corona geschlossen. Das stört natürlich meine kleine Drohne nicht und ich konnte einen kleinen Rundflug über den Zaun hinweg auf das Gelände unternehmen.

Alles Gute kommt von oben – Film: h|b – DJI Mavic Mini

Edersee

Luftbild der Staumauer am Edersee

Als Kind war der Edersee einer der „Favorite Places“ meiner Heimat würde man heute sagen. Rund 40 km von meinem Heimatort entfernt, konnte man ihn sogar mit dem Fahrrad erreichen. Auto hatten wir ja am Anfang noch nicht. Später, mit Moped oder Auto, war er natürlich nur noch ein Katzensprung entfernt. So geht es – immer der Eder entlang – flussaufwärts über Felsberg, Wabern und Fritzlar als erstes zur Staumauer.

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Rostiger Nagel

Bauwerk "Rostiger Nagel" in der Lausitz

Mit dem Begriff „Landmarke“ wurde ich das erste Mal konfrontiert, als ich Ende der 90er Jahre mit einer Gruppe Politiker im Ruhrgebiet auf der „Route der Industriekultur“ unterwegs war und im Rahmen der Erklärungen zur Konversion und Umgestaltung des „Reviers“ von unserem Reiseführer dieser Begriff fiel. Eine der bekanntesten Landmarken dieser Region ist z.B. der Tetraeder bei Bottrop.

Gemeint ist damit ein Element was die Bewohner des Landstrichs als Fixpunkt, als Orientierung nutzen können. Gerade dort im Ruhrgebiet waren das ja lange Zeit die Fördertürme der Zechen. Mit deren Schließung und Rückbau fielen auch diese Landmarken weg. Um etwas zu erhalten, was die Menschen scheinbar brauchen, wurden anschließend künstliche Objekte dort aufgebaut, die meist auch mit dem Begriff Kunst verbunden waren.

Bauwerk "Rostiger Nagel" in der Lausitz
Rostiger Nagel – Foto: h|b

Auch in der Lausitz gibt es solche Objekte, unter anderem der „Rostige Nagel“ am Koschener See. Ein stählernes Monument von gut 30 Metern Höhe steht dort und lädt zum erklimmen der 162 Stufen ein. Von dort oben hat man einen guten Ausblick über die entstehende Seenlandschaft der Lausitz und steht im wahrsten Sinne des Wortes auf „Halber Höhe“.

Höhenflug zum „Rostigen Nagel“

Nachwuchs

Weißes Wohnmobil vor Rapsfeld

Lange haben wir darauf gewartet, vor drei Wochen war es endlich so weit: Der Nachwuchs ist endlich eingetroffen, nach fast 7 Monaten. Zuerst beim Händler in Hoppegarten. Dort konnten wir ihn schon mal begrüßen, aber noch nicht haben. Nur anfassen, mehr nicht. Vor der Übergabe steht ja noch die Zulassung. Zuerst lassen die Papiere des Herstellers auf sich warten und als die dann endlich da sind, ist die Coronakrise auf dem Höhepunkt und die Zulassungsstellen nur noch bedingt arbeitsfähig. Aber auch das geht vorbei und dann kommt endlich der erlösende Anruf: Wann soll die Übergabe erfolgen?

Seitdem steht das schneeweiße Wohnmobil, ein Hobby Optima Ontour Edition, auf unserem Abstellplatz und wird langsam ausflugstauglich gemacht. Garage einrichten, Innenraum wohnlich gestalten, Zubehör kaufen und „installieren“, kurzum: „Klar Schiff zum Gefecht“. Ja, wenn es denn ein Gefecht geben würde. Weiterhin sind ja touristische Ausflüge ins Umland unerwünscht. Aus Verzweiflung haben wir schon mal eine Runde auf dem Berliner Außenring gedreht, um zu schauen und zu hören, ob es noch irgendwo klappert oder scheppert. Macht aber nur bedingt Laune.

Die Oderhänge bei Mallnow in Brandenburg
Adonisröschenpfad – Foto: h|b (DJI)
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Col du Galabier

Zwei Radfahrer am Col du Galabier

Aus aktuellen Anlass heute ein kleiner Beitrag, der den Helden der Tour de France und der heutigen Etappe von Embrun nach Valloire gewidmet ist. Auf einer der letzten Etappen der diesjährigen Wohnmobiltour haben wir am Col du Lautaret übernachtet. Gut 2000 Meter hoch und so richtig mit Regen, Gewitter, aber vor traumhafter Bergkulisse.

Bergkulisse
Übernachtungsplätzchen – Foto: h|b

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Drachenstein

Kloster San Juan de Gaztelugatxe

Auf unserer Spanientour hatten wir ja den Besuch einiger Drehorte von „Game of Thrones“ auf dem Tourplan. So waren wir in „Girona„,  an der „Septe von Baelor“ und auf den Spuren von Arya. Etwas später in „Meereen„, aka „Castell de Peñíscola“, immer auf der Suche nach den richtigen Bildern, die – ausgehend von den Filmszenen – die passende reale Umgebung zeigen. Nicht ganz einfach.

Bild im Bild
Daenerys auf der Insel Drachenstein, Gaztelugatxe, Baskenland © Andrea David / HBO

Mit dem folgenden Bild im Kopf (www.filmtorurismus.de) brechen wir von Bilbao nach einem unaussprechlichem Ort namens Gaztelugatxe auf. Eine Insel im Atlantik und Heimat von Daenerys Targaryen: Drachenstein. Nur knapp 40 Kilometer entfernt, aber über kleine Sträßchen eine schöne Kurbelei. Als wir – mit vielen anderen Autos – den Parkplatz erreichen, großer Schreck: Alles voll. Dabei sollte es doch der krönende Abschluss der Spanientour sein. Am Ende der Straße wenden wir und sehen aus den Augenwinkeln weitere Parkplätze. Viele Parkplätze. Hätte mich ja bei einer solchen Attraktion auch gewundert. Wir finden ein Plätzchen für unser Wohnmobil und machen uns zu Fuß auf die beschwerliche Reise.

Aufgang zum Kloster San Juan de Gaztelugatxe
Aufgang zum Kloster San Juan de Gaztelugatxe – Foto: h|b

Kleiner Tipp: Unbedingt vorher online Karten reservieren, werden in Zeitslots eingeteilt, da man Pech haben kann und nicht mehr reingelassen wird wenn bereits zu viele Besucher unterwegs sind. Wir waren früh da, hatten Glück und Vorsaison, also durften wir ohne Online-Tickets rein. Zuerst einmal geht es teilweise steil die Küste hinunter, bis auf Meereshöhe. Immer wieder ergeben sich fantastische Ausblicke auf die Klosterinsel, aber ruhig warten mit dem Fotografieren, es wird besser je tiefer und näher man kommt.

Persona uf Treppe
Ich.Bin.Schnee, Jon Schnee – Foto: h|b

Ist man erst mal unten angekommen, sammelt man am Besten ein wenig Kraft und macht sich dann an den Aufstieg als Pilger, oder eben als Jon Schnee, nur ohne fransigen IKEA Teppich. Wer sich vielleicht an die Szene erinnert, Jon und Daenerys gehen die Treppen nach oben, die Kamera dreht sich und einer ihrer Drachen überfliegt vom Meer kommend tief die Szenerie, Jon duckt sich erschreckt. Ich konnte ruhig dort stehen, müsste in etwa die Höhe sein, Drachen kamen Gottseidank keine. Nur später ein Hubschrauber. Da wollte wohl jemand nicht laufen. Auf dem Bild sind ausnahmsweise auch wenig Menschen, es ist ansonsten eigentlich fast unmöglich dort Bilder zu machen, bei denen man nicht von Menschen umringt ist, die gerade auf- oder absteigen.

Blick vom Kloster Gaztelugatxe
Blick vom Kloster Gaztelugatxe – Foto: h|b

Oben kann man sich ausruhen, den Ausblick genießen und hoffen, dass die Deppen aufhören, dauernd die Glocke des Klosters zu läuten und das lustig zu finden 😉 Wenn man sich sattgesehen hat, geht es die 237 Stufen wieder hinunter und auf der anderen Seite wieder steil und ohne Stufen nach oben. Dort wird man in einem Restaurant mit einem riesigen Angebot an leckeren Tapas und kalten Getränken belohnt. Auch hier der Tipp: Erst essen holen, dann am Restaurant vorbei in den unteren Parkbereich gehen und sich ein Plätzchen mit Meerblick suchen. Irgendwann versteht man auf einmal Daenerys Heimweh nach Drachenstein.

Bilbao

Guggenheimmuseum in Bilbao

„Sich neu erfinden oder sterben, dieses Motto hat das alte Bilbao umgesetzt. Die Industriestadt war vom wirtschaftlichen Niedergang gezeichnet. Nach Eröffnung des Guggenheim-Museums gelang der Stadt eine wirtschaftliche Neupositionierung: sie wandelte sich zur kulturellen Metropole“. Soweit der Werbesprech. Auch wir haben die baskische Hauptstadt Bilbao wegen des architektonischen Highlights vom amerikanischen Architekten Frank O. Gehry auf dem Plan, sind aber ansonsten leider nicht sehr gut vorbereitet.

Puppy, Blumen-Skulptur von Jeff Koons
Puppy, Blumen-Skulptur von Jeff Koons – Foto: h|b

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Pamplona

Monumento al Encierro

Nächster Halt, Pamplona. Auch hier wieder ein stadtnaher Stellplatz, schön angelegt von der Kommune und für 10€ die Nacht völlig akzeptabel. Maximale Standzeit 48 Stunden. Entsorgung, Strom und Wasserablass am Platz, alles inkludiert. Adresse: Av. de Gipuzkoa Etorbidea, 1-409, 31014 Pamplona, Navarra, Spanien.

Nach dem Einrichten zieht es uns in das Städtchen. Pamplona ist für zwei Dinge bekannt, zum einen endet hier nach dem Start in St. Jean-Pied-de-Port die dritte Etappe des Jakobsweges und zum anderen findet zum Sanfermines der „Encierro“, der weltweit bekannte Stierlauf statt. Die Strecke hat eine Länge von 850 Metern und verläuft durch den verschlungenen mittelalterlichen Teil der Altstadt. Die eigentliche – und nicht ungefährliche – Jagd der Stiere dauert rund 3 Minuten, wobei man sich fragen muss, wer hier eigentlich wen jagt. Ein Denkmal wurde diesem Spektakel gewidmet und steht unweit der Stierkampfarena.

Monumento al Encierro
Monumento al Encierro – Foto: h|b

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