Indian Summer

Herbstlicher Tiergarten in Berlin - Foto: h|b

Beim Spaziergang durch den Berliner Tiergarten muss ich aufpassen nicht alle paar Meter stehenzubleiben, weil sich immer neue Perspektiven auf den goldenen Herbst öffnen. Wenn dann noch ein kleiner See mit idyllischer Brücke das bunte Herbstlaub spiegelt, springt die Kamera fast automatisch in die Hand und vor das Auge. Die richtige Perspektive suchen, passt. Beim entwickeln der Fotos in Lightroom sieht es schon fast nach einem Gemälde der alten Landschaftsmaler aus. Ein bißchen an den Reglern drehen, um den Eindruck noch etwas zu verstärken und fertig ist das klassische Herbstbild.

Tiergarten
Herbstlicher Tiergarten in Berlin – Foto: h|b

Wünsch dir was

Visions in Motion / Patrick Shearn - Foto: h|b

Mit dem Projekt „Visions in Motion“ sorgte der Künstler Patrick Shearn, im Rahmen der Feiern zu „30 Jahre Mauerfall“ in der letzten Woche, für ein farbenfrohes Spektakel am Brandenburger Tor. Ein 150 Meter langer Teppich aus insgesamt 100.000 Bändern, von denen 30.000 mit kleinen Botschaften beschriftet sind, bildete den Himmel unter dem die Besucher wandeln konnten.

Wünsche, Forderungen, Hoffnungen und Visionen von vielen verschiedenen Menschen hat der Künstler auf der Straße, auf Festivals im Rahmen von Workshops, Veranstaltungen sowie Aktionen in Schulen und Kirchen eingeholt, sodass sich ein breites Spektrum an Meinungen aus der Gesellschaft zusammen getragen hat.

Grenzlinien

Spreegrenze

„Do you remember the 9th of November?“ Das fragen sich dieser Tage wieder gegenseitig Zeitzeugen und Menschen, die die Öffnung der Mauer damals bewusst mitbekommen haben. Erinnerst du dich und wo warst du? Ich war zu Hause im beschaulichen Steinbach in der Nähe von Frankfurt am Main und für mich war die DDR relativ weit weg. Früher – als ich noch in der Nähe von Kassel gewohnt hatte, im sogenannten „Zonenrandgebiet“ – war sie etwas näher. Wir sind ab und an mit den Eltern in die Nähe von Bad-Sooden Allendorf zur Werra gefahren und haben mit leichtem Schaudern hinüber auf die riesigen Grenzschneisen geschaut, die die Waldhänge herunterkamen und West von Ost trennte. Oder andersrum. Echt gruselig für uns Kinder.

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Wir sind das Volk!

Alexanderplatz

Nach den großen Demonstrationen in Leipzig fand heute vor 30 Jahren die bis dahin größte Demonstration der DDR-Bürger auf dem Alexanderplatz in Berlin statt. Rund eine halbe Million Menschen versammelten sich in den Abendstunden des 4. November 1989 auf dem Alex und lauschte den Reden von Stephan Heym, Jan-Josef Liefers, Ulrich Mühe und vielen anderen bekannten Persönlichkeiten. Viele Transparente zeugten von kreativem Geist und der Ablehnung der DDR Führung.

Heute Abend eröffnete der regierende Bürgermeister die Woche der Feierlichkeiten auf dem Alex, die am kommenden Samstag in einem Finale am Brandenburger Tor endet.  An weitere Standorten in Berlin soll das Erleben des einzigartigen Aufbruchs spürbar werden. Am Alex werden dazu jeden Abend die Fassaden illuminiert, Geschichte so multimedial aufbereitet. Ergänzend dazu Künstleraktionen, Bandauftritte und vieles mehr. Das ganze Programm findet sich hier: Mauerfall30

Wustrau #fontane.200

Steg in den See

Wir kommen in einem Boot über den See gefahren, legen an einer Wasserbrücke an und springen ans Ufer. Ein kurzer Weg, an Parkgrün und blühenden Linden vorbei, führt uns an den Eingang des Hauses.

Mit diesem Satz aus dem Buch „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ beschreibt Fontane die Ankunft im Örtchen Wustrau am Südende des Ruppiner Sees. Mit „dem Haus“ meint Fontane das Ende des 18. Jahrhunderts erbaute „Zietenschloss“. Heute dient es schön herausgeputzt als „Deutsche Richterakademie“ der Fortbildung von Richtern und Staatsanwälten. Es liegt idyllisch am See und kann nach Absprache auch besichtigt werden.

Zietenschloss
Zietenschloss – Foto: h|b

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