Pump it up

Zwischenpumpwerk Lichtenberg

Immer wenn wir ins IKEA fahren sehen wir auf dem Hin- und Rückweg ein Gebäudeensemble in herrlich roter Ziegelsteinoptik. Wenn die Sonne richtig steht, sieht es aus wie eine englische Fabrikanlage aus dem späten 19. Jahrhundert. In der Tat sind die Gebäude des Zwischenpumpwerks Lichtenberg ebenfalls aus dieser Zeit. Die Berliner Bevölkerung musste mit Wasser versorgt werden, doch die Leitungen aus dem Umland waren lang, weswegen Pumpwerke benötigt wurden, um das frische Wasser mit ausreichendem Druck zum Verbraucher zu bringen.

Ich wollte da immer schon mal fotografieren, aber das Gelände ist nur zu speziellen Zeiten zugänglich. Aber für die kleine Mavic Mini kein Problem, die kann ja auch von oben mal nach dem Rechten schauen. Direkt nebendran ist ein Industriegelände mit Zugang bis zum Zaun. Von dort habe ich die Drohne steigen lassen, nach 30 Metern Höhe ist aber Schluss, der Wind ist leider wieder sehr stark und böig, so dass die Kleine gut zu kämpfen hat. Weiß auch nicht, ob mal irgendwann kein Wind gehen wird. Ich gebe die Hoffnung nicht auf 😉

Molekulare Strukturen

Osthafen mit Molecule Man und MS Dr. Ingrid Wengler

Letzten Freitag habe ich Drohni wieder mal ein wenig Auslauf gegönnt. Mir natürlich auch, zu Hause fällt einem ja langsam die Decke auf den Kopf. Außerdem war schönes Wetter, muss man ja mal ausnutzen, Corona hin oder her. Hab mich auch von allen Menschen ferngehalten.

In Berlin gibt es aber einen sehr großen Menschen, eigentlich sind es sogar drei, die ich die ganze Zeit wieder mal mit einen Besuch beehren wollte. Mit der Drohne selbstredend. Die Rede ist vom Molecule Man, einem Kunstwerk von Jonathan Borofsky, das aus der Spree, in der Nähe der Elsenbrücke, 30 Meter hoch aufragt. Normalerweise sieht man die Statue nur von der Uferperspektive, aber mit einer Drohne kann man diese Perspektive ja mal ändern.

Der Molecule Man in Berlin
Ringkampf – Foto: h|b
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Geisterstadt

Ich habe gestern die Gelegenheit genutzt bei frühlingshaften Temperaturen eine kleine Radrunde durch die Stadt zu drehen. Alleinsein darf man ja, und ab und an mal ein Foto machen ist auch erlaubt. Berlin ist im Moment ein Paradies für Radfahrer und Fotografen, selbst auf Hauptstraßen is es völlig ungefährlich zu fahren, alle Hotspots der Stadt sind frei von Touristen, keine stinkenden HopOn, HopOff Busse verstellen im Minutentakt den Blick, fast paradiesisch. Könnte ich mir das für immer vorstellen? Na klar, allerdings sollte ich dann von Berlin vielleicht auf ein Dorf ziehen, oder nach Bielefeld. Städte wie Berlin leben davon, dass Gäste zu Besuch kommen, so wie wir gern wieder Rom, Paris oder London besuchen möchten, wenn das Virus besiegt ist. Am Tourismus hängt in Großstädten die Wirtschaft. Ein vertretbares Maß wäre vielleicht noch schön, aber ganz ohne ist eine Illusion.

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Die große Leere

Absperrband auf einem Spielplatz

Beim benennen der Bilder zu diesem Beitrag ist mir aufgefallen, dass „leer“ ein oft benutztes Adjektiv geworden ist, um unseren Kiez und damit auch Berlin zu beschreiben. Es ist ruhig geworden in der Stadt. Keine Rollkoffer mehr, kein Kindergeschrei auf dem Spielplatz vor der Tür, keine Ballgeräusche vom Bolzplatz auf dem Comeniuspark. Ruhe. Einzelne Spaziergänger, Jogger oder Hundeausführer zeigen, dass noch etwas Leben existiert, ansonsten kommt man sich vor wie in einem dystopischen Roman, wo über Nacht alle Menschen – außer einem selbst – von der Erde verschwunden sind.

Leerer Spielplatz
Leerer Spielplatz – Foto: h|b
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Feueropfer

Ruine des Biergarten Pavillon

Es riecht nach kaltem Rauch als ich vor den rotweißen Absperrbändern die Mavic Mini startklar mache. Der dann folgende Blick von oben zeigt die Zerstörung des Biergartens Pavillon in seiner Gänze und ich verstehe die Fassungslosigkeit der Betreiber. Vor 14 Tagen bin ich mit meinem Kollegen im Auto nachhause gefahren als wir eine riesige Rauchwolke am Volkspark Friedrichshain sahen und beim vorbeifahren in der Nähe eine Phalanx an Feuerwehr und Polizei. Das Feuer loderte Meterhoch und laut Presseberichten brauchte die Feuerwehr rund neun Stunden um das Feuer unter Kontrolle zu bringen. Der Biergarten war eine beliebte Location für Firmenfeiern und Events.

Auf Ihrer Website schreiben die Betreiber zur Geschichte der Lokalität: „Das Reetdach unseres Hauptgebäudes ist übrigens das größte seiner Art in Berlin. Die ganze Anlage wurde 1973 fertig gestellt, rechtzeitig zu den X. Weltfestspielen, dem sogenannten „roten Woodstock“.“ Schade darum. Vielleicht ist ja ein Wiederaufbau doch noch möglich.