Als ich letzt mit meinem Rad nach dem Besuch der Apfelplantage den hellen Kiesweg weiterfahre, fällt mir ein paar Meter weiter auf einmal etwas großes, Grünes ins Auge, was dort irgendwie nicht hingehört. Das ist mir ja in Südfrankreich schon mal passiert, da habe ich eine Gottesanbeterin auf dem Weg gefunden und gleich ein paar Fotos geschossen.
In den Niederlanden bezeichnet der „Hachelschlach“ einen Brotbelag aus Schokolade oder gefärbtem Zucker. Man streut das Ganze auf sein Butterbrot. Also eigentlich was Leckeres.
Hagelschaden
Was der Hagelschlag Ende August hier am Bodensee angerichtet hat, greift dagegen die Substanz einiger Obstbauern an. Wenn man sich der großen Apfelplantage in Aufkirch nähert riecht es schon von weitem wie in einer Kelterei. Der süße, leicht faulige Geruch macht keine Lust auf das Betreten der Anlage.
Ich schreibe diesen Blogbeitrag wenige Minuten bevor in Sachsen-Anhalt die Wahllokale schließen. Leider bin ich nicht sehr optimistisch, was den Ausgang der Wahl angeht. Die Künstlerin Shilpa Gupta aus Indien, hat im „Hamburger Bahnhof“ in Berlin dazu einige verstörende Kunstwerke ausgestellt.
Der Teil ihrer Ausstellung trägt den Namen „Was noch gilt“. Was gilt noch, wenn Kräfte an die Macht kommen, denen Wahrheit nicht wirklich etwas bedeutet? Objektive Wahrheit, nicht eingebildete Wahrheiten aus der YouTube Akademie. Keine Orwellschen Wahrheiten aus Russland die lauten Frieden=Krieg und Krieg=Frieden. Ich gebe die Hoffnung nicht ganz auf, die Menschen können nicht alle verrückt geworden sein.
Was ich in unseren paar Tagen im Berliner Häusergewirr vermisse, ist der freie Blick zum Horizont. Aus unserer Wohnung in Überlingen sehen wir weit über den Bodensee bis hinüber zu den Appenzeller Alpen. In Berlin meist nur über die Straße auf die gegenüberliegende Häuserwand. Mit „Into the Great Wide Open“ von Tom Petty isses hier nicht weit her.
Am Mauerpark, wo Steine Geschichten tragen, wächst Kunst aus Farben, Mut und alten Tagen. Zwischen Lachen, Musik und wildem Treiben darf selbst die graue Mauer bunter bleiben. Und wer dort innehält, der merkt geschwind: Dass Mauern manchmal Türen sind.
Wenn ich so mit dem Rad durch Feld und Flur streife, sind mir schon immer die diversen Hochsitze ins Auge gefallen. Es scheint dafür keine Din Norm oder sowas zu geben. Manche Ansitze sind recht abenteuerlich zusammengezimmert. Manche haben ein Dach, manche sind hoch, manche niedrig, ganz ohne Dach oder Komfort, manche fast baufällig. Ich habe allerdings noch NIE einen gesehen, wo jemand drauf- oder drinstand. Dazu müsste ich vermutlich früher aufstehen. Aber vielleicht gibt es auch keine Jäger mehr.
Dieses Exemplar habe ich gefunden, als ich zwei Milane fotografiert habe. Er steht mitten in einem staubigen Feld, durch einen einzelnen Baum beschützt, unten ein kleines quadratisches Rasenstück. Fast wie ein Wochenendhäuschen, nur ohne Pool. Mit der Drohne habe ich ihn dann vom Umfeld gelöst, was das Ganze noch mehr wie ein kleines Spielzeughaus aussehen lässt.
Hatte ich an meinem ursprünglichen Waldesrand so viele Insekten gefunden, dass ich gar nicht wusste, wen oder was ich alles fotografieren sollte, war mein Besuch an unserem heimischen Bach anfangs eher frustrierend. Es war zum Einen sauheiß, zum Anderen hielten sich die Insekten bedeckt.
Da ich gerade in der Vorbereitung auf meinen nächsten runden Geburtstag bin, habe ich in der großen Bilderkiste gekramt, auf der Suche nach meiner Vergangenheit. Die liegt ja schon seeehr weit zurück, im letzten Jahrhundert sozusagen. Mein Gott klingt das furchtbar. Naja, es gibt ein paar schwarzweiss Bilder, die es bis heute überlebt haben, aber natürlich nicht mehr die beste Qualität haben.
Noch heißen sie A19_100 oder A23_100 im Animaltracker. Der siebenköpfige Nachwuchs der Überlinger Waldrapp hält sich im Moment auf den Wiesen unterhalb von Leustetten auf, um sich auf die Migration im Herbst vorzubereiten.
Waldrappen am Tag der Besenderung
Vor kurzem konnte man die Kolonie noch in der Nähe von Hohenfels finden, wo das Waldrappteam die sieben Jungtiere kurzfristig eingefangen, anschließend beringt und besendert hat. Dabei wurden den Vögeln auch Federn entnommen, um das Geschlecht bestimmen zu können.