Mit dem schicken Fernrohr am Fuß der Birnau hat man einen großen Teil des Obersees im Blick und kann bei schönem und klarem Wetter bis weit hinaus in die Schweizer Bergwelt schauen. Auch ohne Fernrohr ist die Plattform einen Besuch wert, da sie auf jeden Fall einen tollen Blick garantiert. Wer möchte, kann direkt nebendran im „Kiosk Birnau“ zu einem Sundowner einkehren oder am Nachmittag zu Kaffee und leckerem Kuchen. Die Aussicht gibt es gratis dazu.
Die erste Februarwoche läutet scheinbar das Ende der langen Nebelzeit ein. Die Sonne setzt sich immer mehr durch und die Menschen strömen ins Freie. Wo im Norden und Osten noch die Ostsee und die Elbe zufrieren und sich bizarre Eisformationen bilden, stellen sich hier unten am Bodensee schon leichte Frühlingsgefühle bei Plusgraden ein.
Durch die lange Zeit ohne nennenswerte Niederschläge und bedingt durch den aufsteigenden Nebel, der am Ende von der Sonne aufgelöst wird, ist der Pegel des Bodensees momentan recht niedrig. Noch so knapp im jährlichen Mittel, aber es könnte langsam mal wieder regnen. Und zwar nicht nur ein paar Tropfen.
Viel Strand und Steine, wenig See
Andererseits genießen wir natürlich die Zeit um spazieren zu gehen, auf dem Landungsplatz ein Weinchen in der Sonne zu trinken und die Wärme auf der Haut zu spüren. Es weckt die Lebensgeister, die sich in der zurückliegenden dunklen Zeit rar gemacht haben.
Jeder Sonnenuntergang ist daher ein willkommener Anlass ihm das Gesicht – und natürlich auch die Kamera (iPhone only) – entgegenzustrecken und den Augenblick festzuhalten. Der Bodensee bedankt sich mit goldenem Wasser und immer neuen Reflektionen.
Blick aus der Galerie auf See und Landungsplatz
Heute endet auch die Ausstellung „75 Jahre IBC“ in der Galerie „Fauler Pelz“, wo ich ja seit letztem Jahr als Aufsicht tätig bin. Ein letzter Blick durch die sonnendurchfluteten Fenster, ab jetzt habe ich 5 Wochen Pause. Erst am 20. März startet die Ausstellung „Universum Mensch“ der „Freien Kunstakademie Überlingen“. Ich bin sehr gespannt, was mich an meinem ersten Tag nach der Pause erwartet. Wird sicher spannend. In diesem Sinne, allen eine schöne Woche und lasst es euch gut gehen.
Stehen musst du von den Bäumen lernen, das Feststehen, das verwurzelt sein das Kraftholen aus den Tiefen, das sich biegen lassen von den Stürmen, das geduldige Tragen der Schneelasten, das Hinaufsehen der Äste dem Himmel zu.
Inspiriert von einer Ausstellung in der Leica Galerie in Konstanz, war ich heute mal am See um weiße Tiere vor weißem Hintergrund zu fotografieren. Die Ausstellungsbilder hatten allerdings meist Schnee vor oder hinter Eisbären und Polarfüchsen, was es etwas einfacher macht, aber an Schnee mangelt es hier unten gerade etwas. Also bleibt nur der See, ein hübscher Schwan und ein wenig Nachbearbeitung zur Aufhellung in Lightroom.
Wer wie ich in den 70ern seine Musiksozialisation durchlaufen hat, kann vielleicht sogar den Blogtitel richtig einordnen 😉
Auf einer unserer letzten Reisen waren wir wieder mal in Lissabon. Wir schlenderten gemütlich durch die Straßen der Alfama, immer auf der Hut vor den historischen Straßenbahnen. Auf dem Weg zum Miradouro da Graça, um die abendliche Aussicht von dort zu genießen, fiel mir das kunstvolle Herz aus Mosaiksteinen auf, dass gerade sein blaues Blut verlor. Mit der Kombination mit dem kleinen Gässchen, der nachträglichen Verfremdung, hab ich versucht meine Stimmung des Tages einzufangen.
Ich bleibe über diesem Stück Holz stehen, weil es nichts mehr eindeutig sagt. Die Farbe formt etwas, das einmal Buchstaben gewesen sein könnten – oder auch nicht. Zeit hat die Bedeutung abgeschliffen, aber nicht die Wirkung. Im Unlesbaren liegt eine eigene Ruhe, und genau dort beginnt für mich Wabi Sabi.
Der See liegt still im Winter, fast wie eingefroren zwischen Zeit und Raum. Ein einsames Segelboot durchbricht die Ruhe, während sich See und Berge im Hintergrund in sanfter Bewegungsunschärfe auflösen – inspiriert vom Stil von Josh Adamski. Es sind die kleinen Unvollkommenheiten im Moment, das Fließen der Zeit, die mich beim Fotografieren fesseln. Jedes Bild ist vergänglich, jeder Blick einmalig – und genau darin liegt für mich die Schönheit.
Gestatten, mein Name ist PN16GG25 und ich stehe schon sehr lange hier am Rande des Mainauwegs in Überlingen wie man sieht. Jahrelang liefen Menschen an mir vorbei, aber ich konnte nur ihre Schritte hören. Mal schleppend bergauf, mal fröhlich und hüpfend bergab, mal knirschend im Schnee. Nun hat sich endlich jemand erbarmt und mir Augen zum Sehen geschenkt. Jetzt kann ich endlich sehen, wer meinen Weg kreuzt. Für eine freundliche Umarmung reicht es leider nicht, ihr seht ja selbst. Wenn alles gut geht, werde ich noch lange hier stehen, langsam aus der Zeit fallend und trotzdem alles tun, um der DIN 100 zu genügen. Besucht mich doch mal im Mainauweg in Überlingen, ich würde mich freuen.
Die Sonnenscheibe im Nellenfurtweiher macht ihrem Namen an diesem verschneiten Wintertag alle Ehre. Halb versunken im Eis reflektiert sie die Nachmittagssonne im Uhldinger Wald. Das Kanu sieht etwas ramponiert aus und verschwindet im Schatten der Bäume.