2020 – Coronatour (DE)

30.05. – 12.06.2020 – 2600 Kilometer

Dieses Jahr macht es einem etwas schwer zu planen. Wir haben nun zwar ein neues Wohnmobil, aber wir dürfen nirgends so recht hin. „Stay at home“ ist die ausgegebene Parole. Wir haben unser „Zuhause“ ja dabei, also versuchen wir mal, was in Deutschland so möglich ist.

Zuerst machen wir uns auf dem Weg nach Süden, das neue Wohnmobil vorstellen. Über Bad Salzungen, wo wir auf einem Stellplatz übernachten, fahren wir weiter über die Rhön und die Wasserkuppe gemütlich nach Okriftel zu Kind und Enkelkindern. Dort machen wir einen Tag Pause und genießen den Garten und die Abwesenheit von Flugzeugen mitten in der Abflugschneiße des Flughafens. Ganz ungewohnt. Abends wird gegrillt. Mit dem Sekt unseres Wohnmobilhändlers stoßen wir auf die Zukunft an und beschließen den Tag.

Den nächsten Morgen starten wir recht früh, auch wenn wir nicht weit fahren müssen. Die Alm am Edersee wartet auf uns und wir wissen nicht wieviel da los. Da niemand recht ins Ausland kann, ist es in Deutschland recht voll auf den Stellplätzen. Schon von unten können wir aber sehen, dass unsere Befürchtungen umsonst waren, es ist genug Platz. Die Ebene können wir uns aussuchen, wir wählen die 2 und werden mit einem herrlichen Ausblick über den Edersee bis hinüber zum Schloss Waldeck belohnt. Die Sonne scheint und wir machen die Garage leer. Möbel und Fahrräder raus und da wir ein wenig Bewegung brauchen, machen wir uns gleich fertig für eine Fahrradtour. Ziel: Die Staumauer. Vorher gibts noch Kaffee und süße Stückchen. Wir haben gleich für 2 Nächte gebucht und auch am nächsten tag sind wir mit den E-Bikes unterwegs, diesmal gegen den Uhrzeigersinn zur Staumauer und weiter bis nach Affoldern. Unsere Heimat ist schon empfehlenswert, warum also immer in die Ferne schweifen.

Am nächsten Tag verlassen wir aber unseren Aussichtsplatz und fahren im Regen zu Verwandten in den Geburtsort meiner Frau. Dort sitzen wir im Garten ich lasse mit den Kids ein wenig die Drohne fliegen und Abends wird gegrillt, was auch sonst. Übernachten können wir direkt vorm Haus, die vorbeifahrenden Autos blenden wir mit Ohrstöpseln einfach aus.

Nun beginnt aber der richtige Urlaub, keine Verwandtenbesuche mehr sondern unbekanntes Terrain. Wir fahren nach Wietzendorf in die Südsee. Eigentlich ist es die „Südheide“, aber der Campingplatz den wir vorab gebucht haben nennt sich „Südseecamp“. Auf dem Weg dahin machen wir noch eine kleine Pause in Hann. Münden am Weserstein, da wir etwas Zeit schinden müssen. Den Campingplatz können wir erst ab 15 Uhr befahren.

Kurz vor vier erreichen wir unser Ziel, das Südsee-Camp. Da wir alles schon erledigt haben, Reservierung, Zahlung, etc. und wir auch schon alle Unterlagen dabei haben, gibt es kein Checkin. Der Pförtner will nur unsere Karte sehen und winkt uns dann durch.
Die Karte öffnet auch die Schranke und wir fahren langsam um den See zu unserem Stellplatz. Direkt neben der Pommesbude und der Strandbar, perfekt. Wir ruckeln uns ein, fahren die Markise raus und schon fliegen uns die Tannenzapfen aufs Dach, es ist windig.

Wir haben vier Nächte gebucht und nutzen die Tage zum Radfahren. Wir besuchen das Hermann-Löns Denkmal, finden dort auch ein Stückchen Heide wie ich mir das vorgestellt habe, geraten in einen kräftigen Regenguss, lassen uns Kaffee und Kuchen munden, grillen am Abend oder holen uns was von der Pommesbude und lassen die Seele baumeln. Den zweiten Tag machen wir mit den Rädern eine Rundtour die wir in Komoot gefunden haben. Um die Sonne noch etwas zu genießen, kehren wir abends noch im Retsaurant des Campingplatzes ein. Der liegt auf der anderen Seite und hat daher länger die Sonne für sich.

Am dritten Tag fahren wir bis nach Soltau. Ein kleines Städtchen in der Nähe von Celle. Nach einem Eisbecher und Kaffee finden wir auf dem Rückweg einen Campingausstatter und decken uns mit neuen Sachen ein: Einen Windschutz, eine neue Unterlage vor das Wohnmobil und ein wenig neues Geschirr. Wir verstauen alles auf die Räder und dann geht es zurück zur Südsee. Die Sonne lässt sich auch noch mal blicken, aber nun reicht es, morgen geht es an die Küste.