#DankeTXL

Ein Airbus 320 der Air France verlässt als letztes Flugzeug Tegel

Am späten Nachmittag startete ein Airbus 320 der Air France als letztes Flugzeug vom Flughafen Berlin Tegel mit dem Ziel Paris CDG. 1960 eröffnete ebenfalls eine Maschine der Air France den zivilen Lufverkehr von und nach Berlin Tegel. Der Kreis hat sich nun – nach 60 Jahren – geschlossen. Damit existiert kein Flughafen mehr auf Berliner Gebiet, der Neue – der BER – liegt ja schon in Brandenburg. Zeit für viele Berliner für einen nostalgischen Rückblick. Für das „alte“ Westberlin war er der Freiheitsflughafen, konnte man von hier doch am schnellsten die Insel verlassen. Hier landeten Kennedy und Obama und sicher noch ganz viele andere Berühmtheiten, auch mein erster Flug überhaupt ging 1990 von Frankfurt (FRA) nach Berlin (TXL), ohne da schon zu wissen, eines Tages Einwohner von Berlin zu werden.

#DankeTXL
#DankeTXL – Foto: h|b
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-TXL x -SXF = +BER

Flughafen Willy Brandt vom Aussichtsturm

Es ist vollbracht! 3073 Tage nach der ersten „Nichteröffnung“ in 2012 ist es nun endlich geschafft, der neue Flughafen „Willy Brandt“ mit dem Flugkürzel „BER“ ist eröffnet. Endlich keine schlechten Witze mehr, wenn man sich in einer geselligen Runde als Berliner outet. 6.5 Milliarden Euro hat der neue Airport bis zur heutigen Eröffnung verschlungen, und Geld braucht er auch jede Menge in der Zukunft. Nachdem durch Corona die Passagierzahlen dramatisch eingebrochen sind bedarf es zwar keiner neuer Terminals, aber der Betrieb kostet ja trotzdem Geld, was bis auf weiteres nicht durch Passagiere und Fluggesellschaften kompensiert werden kann. Ein Teufelskreis.

Und Tegel? Ein paar Tage vor der ersten „Nichteröffnung“ war ich 2012 vor Ort und wollte die ultimativ letzten Bilder schießen. Die kurzen Wege im Inneren des Hexagons das Architekturgeschichte geschrieben hat, die Besucherterasse mit dem oft beschaulichen Flugverkehr damals, die Taxischlangen, alles sollte vorbei sein. Kam aber dann eben anders. Die Bilder haben nichts an Aktualität verloren, daher noch mal ein kleiner, nostalgischer Rückblick auf den Flughafen der kurzen Wege. Von hier sind wir in den Urlaub geflogen, Anfahrt per Bus oder Taxi, andere Möglichkeiten gibt es ja bis heute nicht und beim zurückkehren haben wir beim Landeanflug den Blick auf die „Big City“ genossen, die unser zu Hause ist. Davon wird man bei der Landung auf dem BER nicht mehr viel sehen. Aber… wie steht es schon in meinem letzten Beitrag: „Weniger fliegen“.

Isch des Bio?

Biotürme mit Wohnmobil

Um etwas Zeit zu schinden als wir zum Camping in der Lausitz unterwegs waren, sind wir kurz bei den Biotürmen in Lauchhammer vorbeigefahren. Die 24 Türme – in Viererblöcken angeordnet – gehören ebenfalls zu den „Landmarken“ in der Lausitz und der Kategorie Industriedenkmal. Sie wurden 1952 in Betrieb genommen und, hier muss ich mal den Wikieintrag zitieren, klingt irgendwie kompliziert: „… wurden bis zur Stilllegung der … Kokerei phenolhaltige Abwässer durch Verrieseln über Hochofenschlacke, mit welcher diese sogenannten Turmtropfkörper befüllt waren, biologisch behandelt.“ Laut Wiki soll das Ganze wohl auch ziemlich gestunken haben.

Biotürme in Lauchhammer
Biotürme in Lauchhammer – Foto: h|b

Davon ist jetzt nichts mehr zu merken, die Türme stehen unter Denkmalschutz und seit 2008 zur IBA, sind die Türme öffentlich zugänglich. Allerdings nicht im Moment, wie viele andere Dinge auch, ist die Ausstellung wegen Corona geschlossen. Das stört natürlich meine kleine Drohne nicht und ich konnte einen kleinen Rundflug über den Zaun hinweg auf das Gelände unternehmen.

Alles Gute kommt von oben – Film: h|b – DJI Mavic Mini

Rostiger Nagel

Bauwerk "Rostiger Nagel" in der Lausitz

Mit dem Begriff „Landmarke“ wurde ich das erste Mal konfrontiert, als ich Ende der 90er Jahre mit einer Gruppe Politiker im Ruhrgebiet auf der „Route der Industriekultur“ unterwegs war und im Rahmen der Erklärungen zur Konversion und Umgestaltung des „Reviers“ von unserem Reiseführer dieser Begriff fiel. Eine der bekanntesten Landmarken dieser Region ist z.B. der Tetraeder bei Bottrop.

Gemeint ist damit ein Element was die Bewohner des Landstrichs als Fixpunkt, als Orientierung nutzen können. Gerade dort im Ruhrgebiet waren das ja lange Zeit die Fördertürme der Zechen. Mit deren Schließung und Rückbau fielen auch diese Landmarken weg. Um etwas zu erhalten, was die Menschen scheinbar brauchen, wurden anschließend künstliche Objekte dort aufgebaut, die meist auch mit dem Begriff Kunst verbunden waren.

Bauwerk "Rostiger Nagel" in der Lausitz
Rostiger Nagel – Foto: h|b

Auch in der Lausitz gibt es solche Objekte, unter anderem der „Rostige Nagel“ am Koschener See. Ein stählernes Monument von gut 30 Metern Höhe steht dort und lädt zum erklimmen der 162 Stufen ein. Von dort oben hat man einen guten Ausblick über die entstehende Seenlandschaft der Lausitz und steht im wahrsten Sinne des Wortes auf „Halber Höhe“.

Höhenflug zum „Rostigen Nagel“

Gut Sport

Ehemaliges DDR Sporthotel

Seit der Jahrtausendwende stehen die früheren Bauten der DDR auf dem Gelände des Sportforums leer.  Dazu gehört auch das ehemalige Sporthotel der DDR. Ein echter „Lost Place“ direkt am Sportforum. Die Fenster zerbrochen, die Türen zugemauert, gammelt das einstige Vorzeigehotel seit der Jahrtausendwende vor sich hin. Aus einem geplanten Einkaufszentrum ist nichts geworden, die Verkaufsfläche war dem Bezirk zu groß. Jetzt gibt es Pläne für den Bau von Büros, Wohnungen und einem Hotel. 2020 sollen die Bauarbeiten beginnen. Noch ist allerdings auf dem Gelände nicht mal ansatzweise zu erkennen, dass hier etwas passieren wird.

Making of …