Blick zurück auf 2020

Gletscherschaukel

Winter

Der Jahresanfang startet für uns mit 14 Tagen Sonne und Meer. Zum 60sten Geburtstag meiner Frau starten wir unsere vorerst letzte Kreuzfahrt. Kanaren mit Madeira und Marokko. Zu diesem Zeitpunkt ahnt noch niemand, dass sich ein kleines Virus von China auf den Weg um die Welt macht, um eine noch nie dagewesene Pandemie auszulösen. Der fällt dann auch die Kreuzfahrtindustrie, sowie eigentlich der gesamte Tourismus zum Opfer. Nichts geht mehr. Wir hatten Glück und können von unseren gemachten Eindrücken zehren. Ansonsten geht es schnell in den ersten „Lockdown“. Restaurants geschlossen, Spielplätze und Schulen gesperrt, Berlin steht still. Die Stadt ist gespenstisch leer. Dafür ist der Weg zur Arbeit kürzer geworden. Statt 7 Kilometer nur noch fünf Meter. Vom Frühstückstisch nach nebenan ins Homeoffice. Es sollte das ganze Jahr dauern.

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Abschied

Sonnenuntergang Haraldshaugen

Am letzten Abend bietet der Himmel für uns noch mal alles an Farben auf, was die Natur zu bieten hat. Unser Aufenthalt in Haraldshaugen geht nach vier Tagen zu Ende, morgen Abend bringt uns die „Bergenfjord“ von Stavanger nach Hirtshals. Heute pfiff den ganzen Tag über ein Wind aus Südost, der einen manchmal fast wegpusten wollte. Selbst das Wohnmobil hat sich mehrmals geschüttelt. Allerdings hatten die Schafe um uns rum noch alle ihre Locken, für Ostfriesen also höchstens ein laues Lüftchen. Dazu strahlte ein blauer Himmel, bei ganz angenehmen Temperaturen. Ohne den Wind wäre es fast Badewetter gewesen.

Lebender Rasenmäher – Foto: h|b
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The rising tide

Skulpturenpark Kvalsvik

Nicht weit von unserem Campingplatz in Haraldshaugen gibt es ein Kunstwerk in einer kleinen Bucht. Vier merkwürdig anzusehende Pferde mit verschiedenen Menschen auf dem Rücken stehen dort halb im Wasser. Der Künstler Jason DeCaires Taylor erklärt sein Werk mit den folgenden Worten: „Die vier Hybridskulpturen verschmelzen Ölfördermaschinen mit der Pferdeform und verweisen auf das inzwischen pensionierte Arbeitspferd. Gleichzeitig machen sie auf unsere anhaltende Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und die möglichen apokalyptischen Folgen des Klimawandels aufmerksam. Die Skulpturen fragen: Wer ist zuständig? Wo gehen wir hin?“ The Rising Tide war ursprünglich in der Themse in London zu sehen. Eine gute Gelegenheit Kamera und Drohne auszupacken und das Kunstwerk ins rechte Licht zu rücken. Ein kleines Drohnenselfie nach getaner Arbeit ist natürlich auch drin.

Die „Kvala Kystbatteri“ bzw. deren Reste liegen direkt daneben und zeigen heute noch die Handschrift der deutschen Wehrmacht, die ja Norwegen besetzt hielt und an vielen Stellen ihre Spuren hinterlassen hat. Teilweise bis weit über den Polarkreis hinaus. Hier sind es ein paar verfallene Steinbunker und auf der großen Schafkoppel zwei rostfarbene Flakbunker die aussehen wir verlorene Stahlhelme. Mit den beiden Flaks sicherten die Deutschen die wichtige Schifffahrtsverbindung nach Norden. Bis zu 10 km Reichweite hatten die Kanonen. Da die Hügel nicht zugänglich sind, habe ich die Drohne auf Spurensuche geschickt.

Haraldshaugen

Haraldshaugen aus der Luft

Seit gestern stehen wir auf dem Campingplatz Haraldshaugen. Direkt unterhalb des gleichnamigen Denkmals. Mein eigenes Denkmal in Südnorwegen? Nein, leider nicht. Es handelt sich um das „Reichsmonument Norwegens“. Hier soll König Harald Hårfagre (Harald I. genannt Schönhaar)  – cooler Name, oder? – der Sage nach begraben liegen. Ein 1872 errichteter granitener Obelisk mit 29 kleineren Monumenten aus 29 Landesteilen erinnert an die Reichsgründung 872 und den Reichsgründer Harald Schönhaar. In direkter Nähe, an einer alten Thing-Stätte in Krosshaugen, befindet sich noch ein Steinkreuz aus der Christianisierungszeit um das Jahr 1000.

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Ryvarden Fyr

Ryvarden Fyr

Auf unserem Weg nach Haugesund wo wir die nächsten Tage auf einem Campingplatz direkt am Meer unseren Norwegenurlaub ausklingen lassen, müssen wir noch etwas Zeit schinden, da wir erst am Nachmittag dort eintreffen sollen und der Weg von unserer letzten Übernachtung nach Haugesund ein recht kurzer ist. So nutzen wir die Gelegenheit eine der großen Brücken zu fotografieren über die wir erst fahren, um uns anschließend in einen 7 Kilometer langen Tunnel zu stürzen der in der ersten Hälfte steil nach unten bis auf eine Tiefe von 230 Meter unter N.N. führt und anschließend ebenso steil wieder bergauf Die nächsten 10 Jahre entstehen zwischen Bergen und Stavanger aber noch ganz andere Tunnel, unter anderem mit 27 Kilometern der neue, längste Tunnel der Welt mit einer Tiefe von rund 400 Metern unter dem Meer. Die Norweger trauen sich was.

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