Archiv der Kategorie: Impressionen

In Motion

Über 43.000 Läufer aus 137 Nationen waren gestern in Berlin unterwegs, um beim 44. BMW Marathon ihren persönlichen Schweinehund zu überwinden, einen neuen persönlichen Rekord aufzustellen, oder einfach den Flow zu spüren, wenn der Körper über seine Leistungsgrenzen hinaus gefordert wird. Dabei wurden sie von unzähligen Berlinern entlang der Strecke begeistert angefeuert. Am Gendarmenmarkt rund anderthalb Kilometer vor dem Ziel sahen die Meisten, die so in der Zeit zwischen 3 und 4 Stunden ins Ziel kommen werden, zum großen Teil noch sehr entspannt aus. Da war allerdings der Sieger Eliud Kipchoge aus Kenia mit einer Zeit von 2.03.32 schon lange im Ziel. Den Weltrekord hat er knapp verpasst, aber das Nieselwetter war gestern auch nicht so ganz zuträglich.

Am selben Tag waren die Berliner auch aufgerufen den nächsten Bundestag zu wählen. Dabei gaben alleine in Berlin 224.957 Wähler (12%) einer Partei ihre Stimme, die offen ausländerfeindlich auftritt. Wie das in einer weltoffenen und toleranten Stadt wie Berlin zusammenpasst, wird mir ein ewiges Rätsel bleiben.

Tragehilfe

Heute vor genau 80 Jahre stellte ein Geschäftsmann aus Oklahoma seine Innovation der Öffentlichkeit vor, ohne die wir uns heute Einkaufen gar nicht vorstellen können: Den Einkaufswagen. Bis dahin mussten die Käufer alles zur Kasse tragen, was zum einen natürlich schwer war, andererseits aber auch die mögliche Einkaufsmenge natürlich einschränkte. Mit dem „Warenkorb auf Rädern“ ging das natürlich alles viel besser, also ein Win-Win Situation für beide Seiten.

Dieses arme Exemplar habe ich vor einem Abbruchhaus in Kreuzberg gefunden, seiner eigentliche Aufgabe inzwischen enthoben. Wie ihm geht es vielen der Wagen in Berlin. Manchmal findet man sie gestrandet an den unmöglichsten Orten, aber sie helfen auch Obdachlosen ihre Siebensachen beieinander zu halten und Flaschensammlern ihr kostbares Gut nach Großveranstaltungen zur Flaschenrückgabe zu bringen.

Ursprünglich wollte ich aus den Einkaufswagen in Berlin eine Serie machen, aber seitdem ich das vorhabe, finde ich Einkaufswagen nur noch an den Stellen, wo sie hingehören: In der Einkaufswagenschlange an Supermärkten.

Foto: Olympus OM-D E-M5II | 12-40/2.8 PRO | 18mm – f/5.6 – 1/250 – ISO 200

Sunbounceeffekt

Als ich nach einem Fotowalk abends am Zingster Strand in der Sunbouncelounge noch ein Bierchen mit den anderen Teilnehmern getrunken habe, fand am Strand noch ein Shooting statt. Vermutlich noch ein Portrait-Workshop mit Availabe-Light. Es war in der Tat erstaunlich, was ein Reflektor mit der Abendsonne leisten kann. Ohne Reflektor sah das Model ziemlich dunkel und unscheinbar aus. Sowie der Reflektor in die richtige Position gebracht wurde, ging förmlich ein Glühen von der Haut aus. Der eh schon leichte Bronzeton des Models verwandelte sich in helles Kupfer. Echt faszinierend.

Foto: Olympus OM-D E-M5II mit dem Lumix 35-100 / f2.8

Wellenbrecher

Während unseres Miniurlaubs in Heringsdorf, habe ich ein wenig mit Langzeitbelichtungen gespielt und wollte auch endlich mal am Meer die Wellenbrecher so fotografieren, dass sie selbst scharf sind, aber von nebligen Wellen umschmeichelt werden. Kennt man ja. Okay, nichts wirklich innovatives, aber für mich eben neu. Ein ND 1.8 Graufilter vors Objektiv geschnallt, Blende zu, ISO runter, Belichtungszeit wurde von der Kameraautomatik auf 60 Sekunden gestellt.  Maximale Zeit, wenn man nicht auf Bulb umschaltet.

Leider war der Wind, der schon die ganze Zeit ziemlich kräftig geblasen hatte, noch einen Zacken stärker geworden, so dass ich mit dem kleinen Kamerastativ keine Ruhe reinbekommen konnte. Wie man auf den Bildern sehen kann, befand sich die Kamera während der Belichtungszeit nicht im stabilen Modus, der Wellenbrecher hat doppelte Konturen. Daraus resultiert jetzt ein stärkerer Kunsteffekt – hat irgendwas surreales – als beabsichtigt, gefällt mir aber trotzdem noch. Etwas weniger windig war es am Packgraben in der Abendsonne, wie auf dem folgenden Bild zu sehen ist.

Wassergraben Langzeitbelichtung
Sackgarben in Heringsdorf – Foto: h|b

Beide Fotos: Olympus OM-D E-M5 II, M-Zuiko 12-50 5.6, f22, ISO 100, etwa 60 Sekunden Belichtung.

Freizeitpark

Lud der kleine Comeniuspark – unser Hauspark direkt vor der Tür – in der letzten Woche noch zum Baden ein, sind inzwischen Schlittschuhe die bessere Wahl. Der verdichtete und mit Wasser gesättigte Boden, nimmt keine Flüssigkeit mehr auf und so bleibt alles an der Oberfläche. Ein See bei wärmeren Temperaturen und eine Eisfläche bei den aktuellen Minusgraden. Gut, zum Baden wahrscheinlich ein wenig zu flach, dafür könnte man beim Eislaufen nicht einbrechen. Fast ideale Zustände. Und das direkt vor der Haustür.