Geisterstadt

Ich habe gestern die Gelegenheit genutzt bei frühlingshaften Temperaturen eine kleine Radrunde durch die Stadt zu drehen. Alleinsein darf man ja, und ab und an mal ein Foto machen ist auch erlaubt. Berlin ist im Moment ein Paradies für Radfahrer und Fotografen, selbst auf Hauptstraßen is es völlig ungefährlich zu fahren, alle Hotspots der Stadt sind frei von Touristen, keine stinkenden HopOn, HopOff Busse verstellen im Minutentakt den Blick, fast paradiesisch. Könnte ich mir das für immer vorstellen? Na klar, allerdings sollte ich dann von Berlin vielleicht auf ein Dorf ziehen, oder nach Bielefeld. Städte wie Berlin leben davon, dass Gäste zu Besuch kommen, so wie wir gern wieder Rom, Paris oder London besuchen möchten, wenn das Virus besiegt ist. Am Tourismus hängt in Großstädten die Wirtschaft. Ein vertretbares Maß wäre vielleicht noch schön, aber ganz ohne ist eine Illusion.

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Die große Leere

Absperrband auf einem Spielplatz

Beim benennen der Bilder zu diesem Beitrag ist mir aufgefallen, dass „leer“ ein oft benutztes Adjektiv geworden ist, um unseren Kiez und damit auch Berlin zu beschreiben. Es ist ruhig geworden in der Stadt. Keine Rollkoffer mehr, kein Kindergeschrei auf dem Spielplatz vor der Tür, keine Ballgeräusche vom Bolzplatz auf dem Comeniuspark. Ruhe. Einzelne Spaziergänger, Jogger oder Hundeausführer zeigen, dass noch etwas Leben existiert, ansonsten kommt man sich vor wie in einem dystopischen Roman, wo über Nacht alle Menschen – außer einem selbst – von der Erde verschwunden sind.

Leerer Spielplatz
Leerer Spielplatz – Foto: h|b
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Goldkreis

Goldener Herbst

Auf dem iPhone sammeln sich ja im Laufe der Zeit diverse Foto-Apps, die man – manchmal zu recht – völlig vergessen hat, andererseits durch diverse Updates möglicherweise zu neuer Blüte gekommen sind. Am letzten Wochenende waren wir in Warnemünde und beim Spaziergang durch den Wald ist mir wieder mal „Bluristic“ in die Hände gefallen. Habe ich vor ca. 5 Jahren mal mit rumexperimentiert und weiß inzwischen gar nicht mehr genau, was man damit eigentlich macht.

Fotos halt, okay, aber man muss entweder das iPhone dabei bewegen, oder das zu fotografierende Objekt muss sich bewegen. Das Ergebnis ist in allen Fällen eine Verfremdung der Umwelt. Alles dreht und bewegt sich. Das Foto bildet keine Realität mehr ab, sondern im besten Fall die Stimmung des Fotografen. Von den Fotos hab ich mal drei ausgesucht und präsentiere sie an diesem trüben und regnerischen Samstag dem geneigten Publikum. Möge es Freude im Herzen bescheren. Einen schönen 3. Advent.

Indian Summer

Herbstlicher Tiergarten in Berlin - Foto: h|b

Beim Spaziergang durch den Berliner Tiergarten muss ich aufpassen nicht alle paar Meter stehenzubleiben, weil sich immer neue Perspektiven auf den goldenen Herbst öffnen. Wenn dann noch ein kleiner See mit idyllischer Brücke das bunte Herbstlaub spiegelt, springt die Kamera fast automatisch in die Hand und vor das Auge. Die richtige Perspektive suchen, passt. Beim entwickeln der Fotos in Lightroom sieht es schon fast nach einem Gemälde der alten Landschaftsmaler aus. Ein bißchen an den Reglern drehen, um den Eindruck noch etwas zu verstärken und fertig ist das klassische Herbstbild.

Tiergarten
Herbstlicher Tiergarten in Berlin – Foto: h|b

Gelb

Gelbe Tulpen

Eine der schönsten Farben des Frühlings ist sicherlich die Farbe Gelb. Für Fotografen ist jedes gelbe Rapsfeld mit weitem, azurblauen Himmel darüber eine Farbkomposition, der man sich kaum entziehen kann.

Mein Hintergrund dagegen ist eher ein ruhiger, kein knalliger Farbton, hat aber trotzdem eine schöne Wirkung und das Gelb der Tulpen im Abendlicht wirkt fast noch intensiver. Kleine Streifen von Rot an den Rändern der Blütenblätter bilden dabei die Eyecatcher und geben dem ganzen eine Kontur.

Foto: Olympus OM-D E-M5II, M.Zuiko 75-300