Amelia fliegt

Walkperformance mit Clara Rodriguez Garcia Muñoz im Spreepark Berlin

Ein weiterer Streetact bei der Spreepark-Performance „Spaziert ins Grün!“ aus dem letzten September war „Amelia“. Angelehnt an die berühmte amerikanische Pilotin Amelia Earhart, die als erste Frau den Atlantik überflog, landete die Künstlerin Clara Rodriguez Garcia Muñoz im Spreepark vor ihren Mitpassagieren. Sie ließ uns an ihrem Wunsch teilhaben immer noch höher und weiter zu fliegen – es gab für Amelia scheinbar keine Grenzen. Aber nur scheinbar.

So wie alle Vorführungen an diesem Tag im Spreepark, hatte auch dieser den ökologischen Zeigefinger im Gepäck und so blieb Amelia nach ihren anstrengenden Flugversuchen lieber in Berlin. Erkenntnis des Tages: „Hier ist schön, weniger Fliegen“.

Bereits vorgestellt…

Mandelduett und Zwischen den Stühlen

Mantelduett

Pantomime mit blauem Mantel

Eine weitere Performance im Spreepark beginnt mit einem auf der Erde liegenden blauen Mantel. Da er nicht ganz aufliegt befindet sich wohl jemand darunter. Das beweist sich als eine Hand auftaucht. Dann eine weitere. Und noch eine und eine vierte. Dann erwacht der Mantel zum Leben. Er erhebt sich, zeigt nach und nach was in ihm steckt. Zwei Menschen. Mann und Frau. Bewegen sich. Trennen sich. Zerreissen sich. Bewegen sich – und damit auch uns – immer weiter durch den Spreepark. Stumm, nur mit Gesten und immer den Mantel im gemeinsamen Spiel. So ganz ist den Zuschauern und mir nicht klar, was der Sinn des Ganzen ist. Man kann es wohl erahnen, aber im Netz habe ich dazu die folgende Erklärung gefunden, die ich mir mal ausleihe …

Pantomime mit blauem Mantel
Cloak Work – Foto: h|b
Weiterlesen „Mantelduett“

Zwischen den Stühlen

Mr. Moe zwischen den Stühlen

Unter dem Motto „Spaziert ins Grün!“ und unter der künstlerischen Leitung von Ursula Maria Berzborn und Jana Korb öffnete der Spreepark Berlin am letzten Sonntag seine Tore für darstellende Künste im urbanen Naturraum in Berlin. Zu sechs Stationen – besetzt mit Künstlern aus völlig unterschiedlichen Richtungen – wurden die Besucher von den Veranstaltern in 40er Blöcken und mit coronabedingtem Abstand durch den Park geführt und konnten dann jeweils die Performance genießen.

Weiterlesen „Zwischen den Stühlen“

Geisterstadt

Ich habe gestern die Gelegenheit genutzt bei frühlingshaften Temperaturen eine kleine Radrunde durch die Stadt zu drehen. Alleinsein darf man ja, und ab und an mal ein Foto machen ist auch erlaubt. Berlin ist im Moment ein Paradies für Radfahrer und Fotografen, selbst auf Hauptstraßen is es völlig ungefährlich zu fahren, alle Hotspots der Stadt sind frei von Touristen, keine stinkenden HopOn, HopOff Busse verstellen im Minutentakt den Blick, fast paradiesisch. Könnte ich mir das für immer vorstellen? Na klar, allerdings sollte ich dann von Berlin vielleicht auf ein Dorf ziehen, oder nach Bielefeld. Städte wie Berlin leben davon, dass Gäste zu Besuch kommen, so wie wir gern wieder Rom, Paris oder London besuchen möchten, wenn das Virus besiegt ist. Am Tourismus hängt in Großstädten die Wirtschaft. Ein vertretbares Maß wäre vielleicht noch schön, aber ganz ohne ist eine Illusion.

Weiterlesen „Geisterstadt“

Die große Leere

Absperrband auf einem Spielplatz

Beim benennen der Bilder zu diesem Beitrag ist mir aufgefallen, dass „leer“ ein oft benutztes Adjektiv geworden ist, um unseren Kiez und damit auch Berlin zu beschreiben. Es ist ruhig geworden in der Stadt. Keine Rollkoffer mehr, kein Kindergeschrei auf dem Spielplatz vor der Tür, keine Ballgeräusche vom Bolzplatz auf dem Comeniuspark. Ruhe. Einzelne Spaziergänger, Jogger oder Hundeausführer zeigen, dass noch etwas Leben existiert, ansonsten kommt man sich vor wie in einem dystopischen Roman, wo über Nacht alle Menschen – außer einem selbst – von der Erde verschwunden sind.

Leerer Spielplatz
Leerer Spielplatz – Foto: h|b
Weiterlesen „Die große Leere“