Ravensbrück

Gedenkstätte KZ Ravensbrück

An einem der letzten Wochenenden sind wir mit dem Wohnmobil nach Fürstenberg an der Havel gefahren. Es gibt dort einen schönen Stellplatz an der Marina wo sich entspannt relaxen lässt. Ein Besuch in Himmelpfort steht natürlich auf dem Programm, einer der vielen Orte, die sich mit dem Weihnachtsmann beschäftigen. Warum auch nicht, wenn man schon so einen hübschen Namen hat. Allerdings wird man bereits bei der Einfahrt zur Marina mit einer Vergangenheit konfrontiert, die viele Menschen gern vergessen möchten. Nicht weit entfernt von der Marina befindet sich nämlich die Mahn- und Gedenkstätte „Ravensbrück“, einst das größte Frauenkonzentrationslager auf deutschem Gebiet.

Mütter – Foto: h|b

In den Jahren 1939 bis 1945 sind etwa 120.000 Frauen und Kinder, 20.000 Männer und 1.200 weibliche Jugendliche als Häftlinge registriert worden. Die nach Ravensbrück Deportierten stammten aus über 30 Nationen, unter ihnen Jüdinnen und Juden sowie Sinti und Roma. Zehntausende wurden ermordet, starben an Hunger, Krankheiten oder durch medizinische Experimente. (Quelle: Gedenkstätte RV)

Nachdem mich der Besuch im KZ Sachsenhausen schon mit der Unmenschlichkeit der SS konfrontiert hat, wirkt das Ganze hier noch frustrierender da es größtenteils ein reines KZ für Frauen und Kinder war. Wie tief muss ein Mensch sinken, um selbst Kinder zu erschießen, in Gaskammern zu schicken, grundlos zu ermorden. Warum? Weil sie es konnten. Darum. Niemand hat das hinterfragt. Ärzte haben Experimente an Gefangen gemacht, die oft zum Tode führten. Ärzte die Leben retten sollen. Wie zutiefst inhuman. Man DARF das nicht vergessen und daher ist es gut, wenn solche Gedenkstätten existieren und unterhalten werden.

Innerhalb des Geländes findet sich auch die „Internationale Jugendbegegnungsstätte“. Junge Menschen kommen hier zusammen, um über das Geschehen damals, heute zu reden. In der Broschüre zum 10-jährigen Bestehen heißt es …

WEDER DISTANZIERUNG NOCH EINFÜHLUNG –
so könnte ein Motto der pädagogischen Arbeit an der Gedenkstätte Ravensbrück lauten. Bei der distanzierenden Begegnung mit dem Ort wird eine eindeutige Grenze zwischen Vergangenheit und Gegenwart gezogen, bei der einfühlenden Variante wird die Vergangenheit von der Gegenwart überwältigt, so als ließe sich authentisch nachempfinden, was hier wem geschehen ist. Ausmaß und Grausamkeit der am Ort des früheren Konzentrationslagers verübten Verbrechen führen zu Abgrenzungsbedürfnissen,
um das Selbstbild vor dem zu schützen, was der Ort an Perversionen bereit hält.“

Mehr ist dem nicht hinzuzufügen, außer ein paar fotografische Eindrücke meines Besuches.

Marina Fürstenberg
Marina Fürstenberg, links beginnt die Gedenkstätte – Foto: h|b (DJI Mavic Mini)

Point Alpha

Grenzsperre

Point Alpha war neben den OP (Observation Post) Romeo, OP India und OP Oscar einer von vier US-Beobachtungsstützpunkten an der hessischen innerdeutschen Grenze. Schauten die einen nach Westen und hielten gleichzeitig Ausschau nach potentiellen Republikflüchtlingen, schaute und horchte die andere Seite weit hinein nach Osten. Der Stützpunkt lag im Zentrum der NATO-Verteidigungslinie „Fulda Gap“, in der die NATO im Ernstfall die Invasion der Truppen des Warschauer Pakts erwartete.

Weiterlesen „Point Alpha“

Grün ist die Heide

Die Heide blüht

Die Lüneburger Heide stand schon länger auf unserer Liste der zu besuchenden Orte, aber dann zog es es uns irgendwie doch immer in die Ferne. Dune du Pilat statt Heidesand, Stonehenge statt „Hermann Löns“ Denkmal. Mit Corona ergeben sich neue Perspektiven, also für die kleine Deutschlandrunde das „Südsee Camp“ gebucht. Liegt am Rande der Südheide.

In meinem Kopf sind Heideerinnerungen. Riesige blühende Heideflächen mit sandigen Wegen, Heidschnuckenherden, romantische Kiefernwälder. Ich bin aber nicht sicher ob die aus eigener Anschauung stammen, oder geprägt von den 50er Jahrefilmen mit Rudolf Prack und Sonja Ziemann sind. Kann ich nur herausfinden, wenn ich die Bilder wiederfinde. Also ab aufs Rad, Hermann Löns suchen.

Weiterlesen „Grün ist die Heide“

Isch des Bio?

Biotürme mit Wohnmobil

Um etwas Zeit zu schinden als wir zum Camping in der Lausitz unterwegs waren, sind wir kurz bei den Biotürmen in Lauchhammer vorbeigefahren. Die 24 Türme – in Viererblöcken angeordnet – gehören ebenfalls zu den „Landmarken“ in der Lausitz und der Kategorie Industriedenkmal. Sie wurden 1952 in Betrieb genommen und, hier muss ich mal den Wikieintrag zitieren, klingt irgendwie kompliziert: „… wurden bis zur Stilllegung der … Kokerei phenolhaltige Abwässer durch Verrieseln über Hochofenschlacke, mit welcher diese sogenannten Turmtropfkörper befüllt waren, biologisch behandelt.“ Laut Wiki soll das Ganze wohl auch ziemlich gestunken haben.

Biotürme in Lauchhammer
Biotürme in Lauchhammer – Foto: h|b

Davon ist jetzt nichts mehr zu merken, die Türme stehen unter Denkmalschutz und seit 2008 zur IBA, sind die Türme öffentlich zugänglich. Allerdings nicht im Moment, wie viele andere Dinge auch, ist die Ausstellung wegen Corona geschlossen. Das stört natürlich meine kleine Drohne nicht und ich konnte einen kleinen Rundflug über den Zaun hinweg auf das Gelände unternehmen.

Alles Gute kommt von oben – Film: h|b – DJI Mavic Mini

Edersee

Luftbild der Staumauer am Edersee

Als Kind war der Edersee einer der „Favorite Places“ meiner Heimat würde man heute sagen. Rund 40 km von meinem Heimatort entfernt, konnte man ihn sogar mit dem Fahrrad erreichen. Auto hatten wir ja am Anfang noch nicht. Später, mit Moped oder Auto, war er natürlich nur noch ein Katzensprung entfernt. So geht es – immer der Eder entlang – flussaufwärts über Felsberg, Wabern und Fritzlar als erstes zur Staumauer.

Weiterlesen „Edersee“