Yayoi Kusama – Eine Retrospektive

Kusama Installation im Foyer des Gropius Baus

Gleich zu Beginn eine Aufforderung an Berlinerinnen und Berliner: Wer noch die Zeit findet und auch noch einen der raren Besuchslots ergattern kann, besucht diese Ausstellung im Martin-Gropius Bau. Ich habe lange nichts mehr so Gewaltiges sehen und besuchen dürfen. Es ist ein Rausch für alle fünf Sinne und daher fotografisch wirklich nur schwer zu erfassen. Trotzdem gibt es natürlich Bilder, eine harte Auswahl der über 200 geschossenen Fotos, aber vieles wirkt eben nur wenn man direkt davor, oder noch besser, mittendrin steht.

Yayoi Kusama macht Kunst, länger als ich auf der Welt bin. Bereits Anfang der 50er Jahre ist sie auf internationalen Kunstausstellungen präsent. Egal ob Bilder, Skulpturen, Happenings oder Installationen. Ich möchte gern mal in den Kopf schauen, um zu sehen, wo diese ganzen Ideen herkommen. Laut ihrer Vita ist sie auch eine Getriebene, die viele ihrer Ängste in Kunst umsetzt.

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Times in ruins

Schlammskulptur in der Klosterruine

Wer ganze Romane schreiben muss um seine Kunst zu erklären und dabei auch noch Wörter und Allegorien benutzt, die ich nicht mal nachvollziehen kann, macht es dem Betrachter ebenjener Kunst nicht einfach.

Ich hatte gelesen, dass es in der Klosterruine in Berlin Mitte eine Ausstellung gibt, deren Inhalt im weitesten Sinne mit „Schlammskulpturen“ umschrieben wird. Der Name der Künstlerin ist „Anna M. Szaflarski„, der Titel der Ausstellung – einmal kurz Luft holen: „Crying face, Don’t tell anyone smile, Thinking smile, Broken heart, Wilted rose“. Klingt doch spannend, also Kamera eingepackt und nix wie hin.

Beim ersten Besuch, während der Berliner Regenzeit, sind die Skulpturen leider verborgen unter Planen, da sich ja Schlamm und Wasser nicht so wirklich gut vertragen. Ich hätte aber eh einen Test gebraucht, da auch die Open Air Ausstellung als Museum gilt und daher nur mit negativem Coronatest zu besuchen sei, wie mir die beiden Studentinnen mitteilen, die die vergängliche Kunst bewachen. Ansonsten bin ich der einzige Besucher weit und breit.

Eingang zur Ruine der Klosterkirche in Berlin
Eingang Klosterruine- Foto: h|b
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Ortstarif

Gelbe Telefonzelle auf Sockel

#gelbewoche

Um jemanden zu finden der das auf dem Titel befindliche gelbe Objekt noch benutzt hat, muss man vermutlich einige Zeit zurückgehen. In meiner Kindheit und Jugend war es die einzige Möglichkeit jemanden anzurufen, wenn man unterwegs war. Meist musste man es auch erstmal finden, gab es doch nur wenige Exemplare. Unser Dorf mit rund 800 Einwohnern hatte in den 60er Jahren meines Wissens genau eine Telefonzelle.

Es roch meist nicht gut in den engen, gelben Kästen der deutschen Post und die entscheidende Seite aus dem Telefonbuch war oft rausgerissen, falls überhaupt noch ein Telefonbuch enthalten war. Aber damals konnte man sich ja noch so einige Nummern merken. Braucht man ja heute nicht mehr. Der Weltrekord „Wieviele Menschen passen in eine Telefonzelle“ liegt übrigens bei sagenhaften 18 Menschen und wird seit 2017 vom Vorstädter Schützenverein Burgsteinfurt gehalten. Ich fand’s damals zu zweit schon sehr eng, aber wenn es die Freundin war, konnte es auch sehr kuschelig werden. 

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