Malaga

Nach dem Caminito del Rey in Ardales, Antequera und El Torcal haben wir wieder das Meer erreicht. In Los Alamos, nicht zu verwechseln mit dem Ort in New Mexico und dem Manhattan Project, gibt es einen Campingplatz auf dem wir ein paar Tage stehen. Der Platz ist okay, punktet aber eigentlich nur durch seine Nähe und Anbindung an Malaga. Wir ignorieren also Los Alamos und fahren am zweiten Tag mit dem Zug nach Malaga. Das scheint beständiger als der Bus, der sich ja letztlich dem Verkehr unterordnen muss. Der Zug fährt alle halbe Stunde, direkt ins Zentrum der Hafenstadt Malaga.

Das letzte Mal waren wir 2018 mit der AIDA Perla hier und fanden das Städtchen durchaus interessant. Mit dem Zug sind wir in 25 Minuten im Zentrum von Malaga und laufen Richtung Altstadt. Wir kommen an der berühmten Weihnachtsstraße vorbei, wo erst vor kurzem die ultimative Weihnachtsbeleuchtungsdeko (1.6 Millionen Lichter) eingeweiht wurde, kommen an der Kathedrale vorbei, schlendern mal links mal rechts, bis uns etwas der magen knurrt. Wir finden eine kleine Bar gegenüber der Alcazaba und dem römischen Amphitheater und suchen uns ein Plätzchen für Tapas. Nebendran ist eine „In-Bar“ mit laaanger Warteschlange. Da haben wir’s doch besser.

Gestärkt brechen wir nach einer guten Stunde auf und laufen weiter durch die Stadt und bewegen uns dabei langsam Richtung Hafen. Ich Blödmann hab übrigens meine Olympus Kamera dabei, aber vergessen die SD Karte wieder einzulegen, nachdem ich beim zuletzt die Bilder nach Lightroom exportiert hatte. Schön blöd. Naja, mach ich halt Fotos mit dem iPhone.

Am Hafen laufen wir die Promenade entlang – der „Palmeral de Las Sorpresas“ – die von einer futuristischen Holzkonstruktion überdacht wird. In einem farbenfrohen Würfel steckt am Ende der Promenade ein Ableger des französischen Centre Pompidou. Nach einem letzten Weinchen in der untergehenden Sonne, machen wir uns dann – beschwingt durch viel Straßenmusik und junge Menschen – wieder auf den Weg zurück zum „Rentnerparadies“ Campingplatz. Hat Spaß gemacht und wir kommen sicher noch mal wieder.

Noch ein paar Sätze zur Geschichte von Malaga (Bildung ist ja wichtig 😉)

Malaga, oder die Gegend um Malaga herum, hatte nach neusten Erkenntnissen bereits vor 65.000 Jahren Besuch von Touristen, die heute meist eher mit Kreuzfahrtschiffen einfallen. In der „Cueva de Ardales o de Doña Trinidad„, einer Höhlenanlage in der Nähe von Ardales, wurde nachgewiesen, dass aufgebrachte Farbspuren auf Stalaktiten nicht natürlichen Ursprungs sind, sondern von Neandertalern stammen müssen. Bisher ging man davon aus, dass der moderne Mensch frühestens vor ca. 20.000 Jahren in Spanien siedelte.

800 vor Christus schließlich gründeten die Phönizier unter dem Namen ‚Malaka‘ (Markt für salzigen Fisch) erstmalig eine Stadt. Im 6. Jahrhundert vor Christus wurden die Phönizier von den Griechen abgelöst, die die Stadt 70 Jahre lang besetzten, bis diese von den Karthagern erobert wurde. Diese wurden im Jahr 202 v.Chr. von den Römern aus Málaga und letztlich der gesamten iberischen Halbinsel verdrängt. Die Römer nannten Málaga “Flavia Malacita”. Das römische Theater am Fuß der arabischen Festung ‚La Alcazaba‘ stammt aus dieser Zeit und ist trotz seiner kleinen Größe eines der ältesten der spanischen Welt.

Vom 8. bis zum 15. Jahrhundert dominierten die Mauren, wie fast überall in Spanien, die Geschicke der Stadt. Im 17. Jahrhundert wurde der Hafen gebaut, der später erweitert werden sollte. Obwohl die Bauarbeiten an der Kathedrale im Jahr 1528 begannen, wurde diese bis zum 18. Jahrhundert als sich der Barockstil schon in einem weiter entwickelten Zustand befand nicht fertig gestellt.

Ab den 60er Jahren hat der Tourismusboom Málaga komplett verwandelt. Millionen von Menschen wählten Málaga als Ferienort aus, hunderte Kreuzfahrtschiffe besuchen jährlich die Stadt und viele tausend andere machten es zu ihrer Wahlheimat. So wurde Málaga zur fünft wichtigsten Stadt Spaniens und gehört zu den modernen Hauptstädten Europas, die heute von einer internationalen Vielfältigkeit und einer Mischung verschiedener Kulturen bereichert wird.

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