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Aleppo – Dresden – Berlin

In Dresden standen sie direkt vor der Frauenkirche und zogen sich damit den Protest der „besorgten Bürger“ und den Pegida-Anhängern zu. In Berlin stehen sie nun an einem ähnlich geschichtlichem Platz, dem Brandenburger Tor: Drei – von deutschen Nahverkehrsbetrieben ausrangierte – Linienbusse, hochkant aufgestellt vom Künstlers Manaf Halbounis im Rahmen des 3. Berliner Herbstsalons des Maxim Gorki Theater. Das Werk bezieht sich auf ein Bild aus Aleppo in Syrien, auf dem eine errichtete Straßensperre aus hochkant aufgestellten Bussen, Zivilisten vor den Scharfschützen schützen soll. Auch wortwörtlich ein schöner Widerspruch.

Die Berliner und Touristen sind da etwas entspannter als die Dresdener, bisher gibt es weder Tumulte noch Gegendemonstrationen, höchstens ein wenig Berliner Gemaule über „ditte, wat man so unter Kunst vastehn tut“ und das übliche Facebookbashing. Laut Künstler steht der Ort am Brandenburger Tor auch für Barrikadenkämpfe zur Zeit der Märzrevolution 1848. Die drei Busse somit als Beispiele modernen Barrikadenbaus. Der Künstler bringt die Gegenwärtigkeit von Krieg und Zerstörung mit seinem #monument zurück. Die Kunstaktion ist noch bis zum 26. November zu besichtigen

Monument
Die 3 Schrottbusse – Foto: h|b

Jenseits der Mauer

Was oder wer sich jenseits einer Mauer befindet, liegt ja immer im Auge des jeweiligen Betrachters. Dafür hat ja eine Mauer auch zwei Seiten. Bei der Mauer, um die es bei der Ausstellung „Beyond the wall“ des Künstlers Stefan Roloff an der Rückseite der East Side Gallery geht, handelt es sich um die Berliner Mauer. War die eine Seite der Mauer (West) meist bunt und im Laufe ihres Bestehens eher Folklore, konnte man auf der anderen Seite (Ost) schon mal erschossen werden, wenn man sich ihr unerlaubt näherte. Heute vor 56 Jahren wurde sie geschlossen, damit niemand mehr aus dem Sozialismus abhauen konnte. Das hatten bis zu diesem Zeitpunkt im August 1961, aus Sicht der DDR Führung, nämlich bereits viel zu viele Menschen getan. Das war natürlich Verrat an der Sache und als „versuchter Republikflüchtling“ wurde man auch im Laufe der nächsten Jahrzehnte gern mal länger weggesperrt.

Fotograf – Foto: h|b

Neben Videostills der damaligen Grenzanlagen finden sich Interviews von Betroffenen und deren Silhouetten auf der Rückseite der Mauer. Die großformatige Arbeit erstreckt sich auf 229 Metern entlang der Spree und kann noch bis zum Tag des Mauerfalls am 9. November besucht werden. Die Interviews sind in deutsch, englisch und spanisch, so dass auch die meisten Touristen den Hintergrund der Ausstellung verstehen können.

Ausstellung zur Berliner Mauer
Ausstellung zur Berliner Mauer – Foto: h|b

Colours of Aarhus

Im Rahmen unserer Skandinavien-Kreuzfahrt stand auch ein Besuch einer der beiden Kulturhauptstädte Europas, Aarhus in Dänemark, an. Neben einem Stadtbummel, haben wir dem Aarhus Art Museum, kurz ARoS, einen Besuch abgestattet. Eine der Attraktionen ist ein Skywalk in allen Regenbogenfarben auf dem Dach des Museum. Man kann dort einmal herumlaufen und sieht die Stadt so in allen Farben. Interessanterweise kann das Auge die Farben viel besser sehen, als der elektronische Sucher der Kamera. Beim ersten Durchschauen war ich etwas enttäuscht, war doch eher alles blass und kaum farbig. Vielleicht eher so eine Filterfunktion, muss ich mal recherchieren. Das Bild ist jedenfalls aus der Serie „Project Sara“ und zeigt den Grünteil des Spektrums.

Foto: Olympus OM-D E-M5 II, 12-40/2.8 PRO, ISO 200, 1/3200 bei f2.8

Räuberrad entlaufen

Das berühmte „Räuberrad“ vor der Berliner Volksbühne ist auf dem Sprung. Wer ist in seinem natürlichen Umfeld noch einmal sehen möchte, sollte sich beeilen. Entweder erfolgt der Abbau noch heute, spätestens aber sicher morgen, wird es doch in Avignon erwartet. Dort gastiert die Volksbühne im Juli zu einem Gastspiel, bei dem Theaterlegende Frank Castorf seinen Abschied von der Volksbühne gebührend feiern möchte. Räuberrad entlaufen weiterlesen

Tequilawolke

Im Rahmen der ITB findet man auf dem RAW Gelände in Berlin Friedrichshain eine hochprozentige Kunstinstallation. Mexiko hat in der „Urban Spree Gallery“ eine Wolkeninstallation – stilecht sogar mit Gewitter – geschaffen, aus der es echten Tequila regnet. Man hält seinen Becher einfach unter die Wolke und mit etwas Geduld setzt sich der Tequila Nebel im Glas ab. Für alle die nicht so lange warten wollen, gibt es einen kleinen Zapfhahn. Der Eintritt ist frei, Tequila gibt es noch bis morgen Abend. ¡a vuestra salud!

Es regnet Teqila – Foto: h|b