Pizza Corona

Nach dem Ende des Sommers und der Urlaubs- und Ferienzeit, beginnt in Berlin, speziell in den Bezirken Friedrichshain, Neukölln und Mitte der Corona Inzidenzwert langsam wieder an zu steigen. Kreuzberg-Friedrichshain, der Bezirk in dem wir leben, erreicht rechtzeitig vor den Herbstferien die magischen 50 und gilt somit als Hotspot. Die deutschen Urlaubsregionen Nord- und Ostseeküste sind raus, da diese Länder keine Touristen aus diesen Gebieten einreisen lassen. Berlin setzt zwar noch durch gesamtheitlich betrachtet zu werden, aber das hilft nur kurzfristig, da die Zahlen in Gesamtberlin schnell den Wert von 50 überschreiten und schon ist Berlin wieder Hotspot. Nix mit Ferien.

Ausgehöhlter Kürbis liegt auf einem Stuhl
Kürbis – Foto: h|b

Da die Zahlen dermaßen in die Höhe gehen, nicht nur die Neuinfektionen, sondern auch die Intensivbetten werden stärker belegt, kommt es – nach dem „Lockdown“ im Frühjahr – zu erneuten Einschränkungen des öffentlichen Lebens. Allerdings eher ein „Lockdown Light“ mit vielen Ausnahmen um Eltern und Handel nicht zu überfordern. Kitas und Schulen bleiben geöffnet, Restaurants dagegen müssen schließen. Trotz aller Hygienemaßnahmen gibt es da kein Pardon. Keine Pizza mit Rotwein, kein Cappuccino mit Tiramisu, nur noch „to go“. Das Leben auf der Straße findet ein jähes Ende.

Kaffebar in Friedrichshain
Kaffebar – Foto: h|b

Da auch der Treffpunkt unseres Fotoclubs von den Schließungen betroffen ist, geben wir uns eine virtuelle Aufgabe: „Fotografiere den Lockdown“. Nicht ein Bild, sondern eher so als Serie, als Geschichte. Also hab ich mir meine Kamera geschnappt und bin durch unseren Kiez gelaufen, der ja ganz besonders betroffen ist. Wir wohnen ja mehr oder weniger im Kneipenviertel. Tausende vom Menschen sind hier normalerweise unterwegs, bevölkern die Straßen und Kneipen, Jungesell*innenabschiede gehören zur Folklore und aus den vielen Restaurants riecht es nach den Köstlichkeiten des Orients.

Burgeramt in Friedrichshain
Burgeramt – Foto: h|b

Und nun ist alles ziemlich leer. Wie fotografiert man diese Leere? Im Frühjahr bin ich ja schonmal mit der Kamera durch das leere Berlin gezogen, damals kam ich mir an manchen Orten vor wie in einer Geisterstadt. So schlimm ist es diesmal nicht, die Leute sind unterwegs, nur dürfen sie sich nirgends hinsetzen, um vielleicht die letzten Sonnenstrahlen draußen bei einem Cafe zu genießen.

Meine Bildergeschichte beginnt also mit geschlossenen Restaurants, Biergärten und Cafes, den aktuell am stärksten Betroffenen. Von der Kultur- und Veranstaltungsszene reden wir mal nicht, die ist ja jetzt bereits seit Anfang des Jahres im Lockdown und wir wissen nicht, wer davon überleben wird. Trotz staatlicher Unterstützung. In Berlin werden die Einschränkungen im öffentlichen Raum bis in das neue Jahr verlängert, soviel steht jetzt schon fest. Die Zahlen stagnieren zwar im Moment, aber Weihnachten und Neujahr stehen vor der Tür. Der Beginn des neuen Jahres dürfte durchaus spannend werden.

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