Blick zurück auf 2020

Gletscherschaukel

Winter

Der Jahresanfang startet für uns mit 14 Tagen Sonne und Meer. Zum 60sten Geburtstag meiner Frau starten wir unsere vorerst letzte Kreuzfahrt. Kanaren mit Madeira und Marokko. Zu diesem Zeitpunkt ahnt noch niemand, dass sich ein kleines Virus von China auf den Weg um die Welt macht, um eine noch nie dagewesene Pandemie auszulösen. Der fällt dann auch die Kreuzfahrtindustrie, sowie eigentlich der gesamte Tourismus zum Opfer. Nichts geht mehr. Wir hatten Glück und können von unseren gemachten Eindrücken zehren. Ansonsten geht es schnell in den ersten „Lockdown“. Restaurants geschlossen, Spielplätze und Schulen gesperrt, Berlin steht still. Die Stadt ist gespenstisch leer. Dafür ist der Weg zur Arbeit kürzer geworden. Statt 7 Kilometer nur noch fünf Meter. Vom Frühstückstisch nach nebenan ins Homeoffice. Es sollte das ganze Jahr dauern.

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Rettet die Schneemänner – Metamorphose #4

Schneemann

Im Winter 2010 fand auf der grünen Wiese des Schlossplatzes ein Happening statt. Ende Januar demonstrierten hier hunderte von Schneemännern bei -10° C zur Freude der Berlinerinnen und Berliner auf dem Schlossplatz in Berlin für mehr Engagement gegen die Klimaerwärmung. Von dieser war allerdings in diesem Winter kaum etwas zu spüren, sollte er doch als einer der längsten und schneereichsten in die Annalen von Berlin eingehen. Selbst die Kinder hatten irgendwann genug von dem weißen Zeugs und der Rodelberg im Friedrichshainer Volkspark verlor an Attraktivität. In dem Jahr konnte man sogar Eishockey auf dem Weissensee spielen. Ein echt verrückter Winter mit coolen Schneemänner und – frauen als temporäre Platzhalter für das Stadtschloss.

Liegewiese – Metamorphose #3

Schlosswiese im Regen

Nach dem erfolgten Abriss wuchs erstmal Gras über die Sache. Die Schlossbefürworter sammelten derweil Geld für den Wiederaufbau ihres Herzensprojektes. Einen Großteil steuerte zwar der Bund zu – also wir alle – aber es musste auch privates Kapital zugeschossen werden, um das Stadtschloss wie gewünscht aufbauen zu können. Gerade die Kuppel war ein finanzieller Streitpunkt.

Die Berliner nahmen die so entstandene Freifläche zwischen Spree und Dom, mit Blick auf den Fernsehturm begeistert an und erholten sich im Sommer 2009 von den städtischen Strapazen. Viel mehr war glaub ich auch nicht los, aber für ein paar fotografische Impressionen hat es noch gereicht.

Rückbau – Metamorphose #2

Abriss des Palastes der Republik 2006

2006 beginnt der Abriss des Palastes der Republik. Einwände zum Erhalt des Gebäudes von Grünen und PDS wurden im Bundestag letztlich abgelehnt, auch der Petitionsausschuss des Bundestages lehnte 880 eingegangene Einwände ab. Die Entscheidung war damit gefallen und endgültig. Eine Sprengung kam durch die Lage mitten in der Stadt nicht in Frage, so wurde es ein „selektiver Rückbau“. Gegen Ende blieben nur noch die Treppenhäuser stehen, bis etwa 2008 der letzte Turm des ehemaligen Palastes gefallen war. Übrig blieb eine leere Fläche. Die Geschichte des Rückbaus in Bildern.

Last Block standing – Foto: h|b

Impressionen von 2006 bis 2008

Palast der Republik – Metamorphose #1

Palast der Republik

Eigentlich wollte ich nur eine Geschichte zur Eröffnung des Berliner Stadtschlosses in der letzten Woche schreiben, was aber nicht mehr so heißen darf. Der offizielle Name ist Humboldt Forum. Die Eröffnung war auch nur virtuell. Wegen Corona und so. Das passt soweit, die naheliegende U-Bahn Station der Linie U5 ist auch noch nicht eröffnet. Irgendwann nächstes Jahr geht es weiter. Ein Eröffnung in 4 Akten schreibt die Presse.

Also war ich vor Ort und hab fotografiert. Ist ganz schön geworden, so ganz ohne Baustelle drumrum. Zu Hause hab ich mich dann erinnert, dass es ja ein „Leben vor dem Schloss“ gab. Okay, nach dem Schloss ist vor dem Schloss, aber ich meine den Palast der Republik (PdR). Der wurde nach der Wende nicht mehr gebraucht und daher Mitte der 2000er abgerissen. Wegen Asbest. Erzählt man so. Andere sagen, ein Schloss ist besser wie ein Palast. Und nicht belastet. Weder von Schadstoffen noch politisch.

Nach erfolgtem Abriss gab es noch coole Aktionen auf der großen Schlosswiese. Schneemänner, Schafe, Kugeln. Und ich immer dabei mit der Kamera. Da es schade wäre alles in einem Artikel zu verbraten, starte ich eine kleine Serie und beginne … am Anfang.

Marx und Engels
Marx und Engels und ich – Foto: Kerstin
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