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Planet der Affen

Diese Woche haben wir – mein Enkelkind und ich – uns intensiv mit unseren nächsten Verwandten beschäftigt. Zuerst waren wir im Berliner Zoo wo wir – nach den langweiligen Pandas – ins Affengehege zu den Gorillas gewechselt sind. Da war wenigstens was los und um 14 Uhr sogar Essenszeit. Ibo und sein Harem warteten bereits auf den Lieferdienst, klopften ungeduldig aufs Gras, oder trommelten sich auf die Brust.  Zur Belohnung gab’s dann viel gesundes Gemüse.

Im Laufe der Woche lief dann auf 3Sat eine gut gemachte Dokumentation in drei Teilen, wo – gefühlt – sämtliche Affenrassen vorgestellt wurden. Abgeschlossen haben wir das dann mit dem dritten und vorerst letzten Teil der Neuverfilmungen vom „Planet der Affen“ in 3D. Cooler Film mit viel Action und Pathos.  Mehr Affen geht nicht. Oder doch? Hier sind noch ein paar …

Alle Fotos mit der Olympus OM-D E-M5II und dem Olympus 75-300 mm

Pandamie

Die Schlange vor dem Eingang des neuen Pandapalastes im Berliner Zoo ist ungefähr 100 Meter lang. Die Besucher werden nur in verträglichen Blöcken ins Gehege gelassen, wo die beiden Pandabären Meng Meng und Jiao Qing sich in ihren klimatisierten Räumen ihrer Lieblingsbeschäftigung hingeben.

Wenn man zwischen den Menschenmassen hindurchspäht, sieht man zuerst, wie sich immer wieder Blätter hektisch bewegen. Ein Hauch Jurassicpark liegt in der Luft. Was werden wir gleich zu sehen bekommen? Endlich vor dem Fenster angekommen, die Auflösung: Erst einer, ein paar Meter weiter der zweite Panda. Mit dem Rücken zum Publikum schieben sie sich einen Bambusast nach dem anderen zwischen ihre kräftigen Kiefer. Keine Pause, keine Fütterungszeiten, wie bei den anderen Tieren, ihr Lieblingsessen ist maximal eine Armlänge entfernt und wird permanent weggefressen.

Die Zuschauer, die mit allerlei Verrenkungen versuchen, das eigentlich gar nicht so kuschelige, monochrome Fellwesen auf den Farbchip des Handys zu bannen, verlieren dann auch schnell das Interesse an den beiden Langweilern und ziehen weiter zu den anderen Bewohnern des Berliner Zoos. Viel Hype also um nichts.

Tragehilfe

Heute vor genau 80 Jahre stellte ein Geschäftsmann aus Oklahoma seine Innovation der Öffentlichkeit vor, ohne die wir uns heute Einkaufen gar nicht vorstellen können: Den Einkaufswagen. Bis dahin mussten die Käufer alles zur Kasse tragen, was zum einen natürlich schwer war, andererseits aber auch die mögliche Einkaufsmenge natürlich einschränkte. Mit dem „Warenkorb auf Rädern“ ging das natürlich alles viel besser, also ein Win-Win Situation für beide Seiten.

Dieses arme Exemplar habe ich vor einem Abbruchhaus in Kreuzberg gefunden, seiner eigentliche Aufgabe inzwischen enthoben. Wie ihm geht es vielen der Wagen in Berlin. Manchmal findet man sie gestrandet an den unmöglichsten Orten, aber sie helfen auch Obdachlosen ihre Siebensachen beieinander zu halten und Flaschensammlern ihr kostbares Gut nach Großveranstaltungen zur Flaschenrückgabe zu bringen.

Ursprünglich wollte ich aus den Einkaufswagen in Berlin eine Serie machen, aber seitdem ich das vorhabe, finde ich Einkaufswagen nur noch an den Stellen, wo sie hingehören: In der Einkaufswagenschlange an Supermärkten.

Foto: Olympus OM-D E-M5II | 12-40/2.8 PRO | 18mm – f/5.6 – 1/250 – ISO 200

Nachthell

Berlin ist ja grundsätzlich nicht wirklich dunkel. Die Lichtverschmutzung in großen Städten sorgt dafür, das es selbst in Neumondnächten ausreichend hell ist. Noch stärker macht sich das bemerkbar, wenn es anfängt zu schneien. War der Blick zum Fenster eben noch relativ und erwartungsgemäß dunkelgrau, wechselt das Licht mit jeder fallenden Schneeflocke hin zu einem helleren Grau. Wenn dann alles mit frischem, weißem Schnee bedeckt ist, die Töne nur noch gedämpft das kuschlig, warme Wohnzimmer erreichen, dann ist es draußen auf einmal auch mitten in der Nacht überirdisch hell.

Zusammen stehen

Heute ist Donnerstag, zwei Tage nach dem furchtbaren Anschlag an der Gedächtniskirche. Ein Anschlag auf unsere Art zu leben, ein Anschlag gegen die Menschlichkeit, anders kann man es nicht bezeichnen. Dienstagabend war ich in Frankfurt, 600 Kilometer entfernt von zu Hause und trotzdem verbunden. Im Schrecken. In der Ohnmacht. Im Nichtverstehen.

Ich hatte bisher gehofft wir bleiben verschont, dass der Terror Deutschland doch nicht erreicht. Aber das war wohl Wunschdenken. Und dann noch auf diese unvorstellbar perfide Weise. Aber auch wenn die Bildzeitung am Tag danach über die halbe Seite „ANGST“ tituliert, gehen die Berliner weiter ihren Beschäftigungen nach, besuchen die Weihnachtsmärkte, machen letzte Weihnachtseinkäufe und gedenken der Opfer. Und demonstrieren gegen die, die aus dem Anschlag politisches Kapital schlagen wollen. Gegen die Pauschalierer und rechten Populisten. Gegen die Angstmacher und Rattenfänger. Das macht Hoffnung.

Ich wünsche allen Lesern meines kleinen Blogs trotz unruhiger Zeiten ein ruhiges und friedvolles Weihnachtsfest.