Vaxzefria

Senioren nach der Impfung am Corona-Impfzentrum Treptow


Was nach einem kräftigen bayrischen Fluch oder einer Bewohnerin eines rebellischen gallischen Dorfs klingt, ist der Name des Corona Impfstoffs von Astra Zenica. Der Impfstoff der immer wieder von sich reden macht, da er zuerst nicht an über 70-jährige verimpft werden sollte – dabei haben nur die Datengrundlagen gefehlt was die Testprobanden anging – und nun wurden in den letzten Wochen Todesfälle bekannt, die nach Verabreichung des Impfstoffes aufgetreten sind, sogenannte Hirnvenen-Thrombosen. Es ist zwar noch unklar, ob sie in einem ursächlichem Zusammenhang mit den Impfungen stehen, bei gut 1.8 Millionen Impfungen sind 3 Fälle eine so geringe Anzahl, dass sie vermutlich nicht mal in die Beipackzettel von Arzneimittel aufgenommen werden würden, aber sicher ist sicher. Jede:r Tote ist eine:r zu viel. Da diese Fälle bisher ausschließlich bei jüngeren Menschen aufgetreten sind und hier bei Frauen, wird das Mittel nun auch für unter 60jährige nicht mehr verimpft. Insgesamt traten bei rund 30 Personen diese Thrombosen auf.

Diese ganze Gemengelage führte nun dazu, dass in Berlin am letzten Mittwoch die nächste Gruppe Impflinge, nämlich die zwischen 60 und 69 aufgerufen wurden, sich telefonisch zu melden – eben ohne erhaltenen Impfcode – um einen Termin bis zum 11.4. in den Testzentren Tegel oder Tempelhof zu bekommen. Allerdings ausschließlich mit dem Impfstoff Vaxzefria von Astra Zenica.

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Lockdown light

Oberbaumbrücke, im Vordergrund Menschen

Vor einem Jahr habe ich mit dem Fahrrad eine kleiner Coronarunde entlang der Berliner Touristenhotspots gemacht. Der Titel Geisterstadt war damals durchaus berechtigt. Das Virus war neu, sogar die Spielplätze waren mit rot-weißem Flatterband abgesperrt und die Straßen und öffentlichen Plaätze waren wirklich leer. Das Wetter war ähnlich, auch die Zeit passt. Was nicht passt ist der Inzidenzwert. Der lag im März 2020 in Berlin bei 35, alles war zu. Aktuell liegt der Wert berlinweit steigend bei rund 141 (!). Und es sieht draußen aus wie ein normaler Frühlingstag. Einzig die Touristen fehlen noch.

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Selbsttest

Corona Schnelltest im Haubentaucher

Dort wo in normalen Zeiten das Bier oder die Pommes über den Tresen gereicht werden, beugt sich heute der Tester aus dem Fenster, streicht zuerst den Rachen durch den Mund ab – aaarrggghhhhh – um anschließend noch ein lustiges Niesgefühl durch die Nasenlöcher zu erzeugen. Und dass am Fließband. Location: Der „Haubentaucher“ in Berlin-Friedrichshain auf dem RAW Gelände, ansonsten ein Open Air Club. Endlich wieder Schlange stehen in einem Club. Vielleicht auch ein Geschäftsmodell für den Betrieb. Warten muss man eh, warum nicht gleich den Test integrieren, 15 Minuten warten, wer NEGATIV ist darf feiern, alle anderen, ab nach Hause in Quarantäne.

Corona Schnelltest im Haubentaucher
Schlange Stehen – Foto: h|b

Die Testelle im Haubentaucher gibt es schon seit Ende Februar, seit dem 8. März kann man hier auch den „Bürgertest“ machen, so der Name des kostenlosen Schnelltests, dem man einmal die Woche in Berlin nutzen darf. Für mich war es das erste Mal, gehe ja eh kaum vor die Türe, aber ich wollte es wenigstens mal ausprobieren, wer weiß. Es geht schnell, tut nicht weh (bissi unangenehm) kurz danach weiß man Bescheid. Nützt nur nix, hin darf man ja eh nirgends, auch nicht mit negativem Test. Bleibt also nur das Warten auf die Impfung. Vielleicht ja auch bald „to go“ im Haubentaucher 😉

Blick zurück auf 2020

Gletscherschaukel

Winter

Der Jahresanfang startet für uns mit 14 Tagen Sonne und Meer. Zum 60sten Geburtstag meiner Frau starten wir unsere vorerst letzte Kreuzfahrt. Kanaren mit Madeira und Marokko. Zu diesem Zeitpunkt ahnt noch niemand, dass sich ein kleines Virus von China auf den Weg um die Welt macht, um eine noch nie dagewesene Pandemie auszulösen. Der fällt dann auch die Kreuzfahrtindustrie, sowie eigentlich der gesamte Tourismus zum Opfer. Nichts geht mehr. Wir hatten Glück und können von unseren gemachten Eindrücken zehren. Ansonsten geht es schnell in den ersten „Lockdown“. Restaurants geschlossen, Spielplätze und Schulen gesperrt, Berlin steht still. Die Stadt ist gespenstisch leer. Dafür ist der Weg zur Arbeit kürzer geworden. Statt 7 Kilometer nur noch fünf Meter. Vom Frühstückstisch nach nebenan ins Homeoffice. Es sollte das ganze Jahr dauern.

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Corona Culture

Band im Pub Molly Malones

Kultur ist existenzielle Seelennahrung“ – NDR Kultur-Reporter Marcus Stäbler

Die am stärksten gebeutelte Branche in der Coronakrise ist sicherlich die Kultur- und Veranstaltungsszene. Theater, Kinos, Museen, Clubs, Events, Ausstellungen, Konzerte, alles mehr oder weniger seit März 2020 im Dauerlockdown. Kurze Versuche der Öffnungen unter Hygienebedingungen wie z.B. im Tipi waren schnell wieder erledigt. Die Politik ging kein Risiko ein und schloss alles was Berlin kulturell lebendig macht. Gerade in Friedrichshain ist quasi Totenstille eingekehrt. Legendäre Clubs wie das Berghain oder die Clubmeile auf dem RAW Gelände, alles zu.

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