Archiv der Kategorie: Street

Grenzerfahrung XIV

Jetzt muss ich mich doch noch ein wenig sputen, damit ich mit meinem kleinen Projekt noch vor der Vernissage am 8. November im Kreuzberger Rathaus fertig werde. Dort wird das Projekt mit einer Diaschau die eigentliche Ausstellung der „90 Jahre Kreuzberger Fotografen“ begleiten. Fast genau ein Jahr nach dem Start meines kleinen Projektes.

Nachdem ich ja am Ende der Köthener Straße die Pflastersteine des ehemaligen Grenzverlaufs wieder gefunden habe, fällt es leichter der Kreuzberger Grenze zu folgen. Von der Stresemannallee geht es im Bogen in die Niederkirchner Straße, vorbei am Abgeordnetenhaus von Berlin (Osten), dem gegenüberliegenden Martin-Gropius-Bau (Westen) und der „Topographie des Terrors„. Grenzerfahrung XIV weiterlesen

Grenzerfahrung XIII

Mit dieser Folge der „Grenzerfahrung“ schaffen wir am Ende den westlichen Wendepunkt, in den nächsten Folgen geht es dann wieder gen Osten. Wer wissen möchte, um was es hier überhaupt geht, oder sich noch die älteren Folgen anschauen möchte, der klickt einfach hier: #grenzerfahrung

Los gehts: Hinter den Yorckbrücken wird die Grenzverfolgung etwas schwieriger, da sie hier über Parkplätze und durch Kleingärten führt, an die man so direkt nicht rankommt, oder aber man steht plötzlich vor Mauern von Parkplätzen. Also musste ich ein wenig improvisieren und dem Grenzverlauf grob folgen. Grenzerfahrung XIII weiterlesen

Verschlafen

Als ich heute morgen den Blick aus dem Fenster schweifen ließ, um zu schauen was der Tag bringt, sah ich dieses Ensemble auf und neben der Parkbank unseres kleinen Parks vor der Tür. Vertrauensvoll steht das ganze Hab und Gut des – vermutlich – Obdachlosen neben seinem Schlafplatz. Ein ganzes Leben in einem Einkaufswagen.

Heute beginnt ja auch die WM in Russland. Wird sie ihn interessieren? Oder hat er andere Schwerpunkte? Zum Beispiel überleben auf den Straßen der Großstadt? Schlicht und einfach, aber ein Grundbedürfnis jedes Menschen. Heute morgen stand in der Zeitung, das aus Polen jetzt Sozialarbeiter nach Berlin kommen werden, da ein Großteil der auf der Straße lebenden Menschen aus unserem Nachbarland kommen. Bin gespannt ob das den Menschen helfen wird. Hoffen wir das Beste. Eine Parkbank ist aber sicher immer frei.

Grenzerfahrung IX

Wenn man im Spätherbst unterwegs ist, und nicht früh genug loskommt, ist das Zeitfenster zum Fotografieren im Hellen recht kurz. Es braucht ja auch immer etwas Zeit ein Motiv zu finden und die richtige Perspektive. Vielleicht macht es auch manchmal Sinn noch etwas zu warten, da dem Bild ein Gleichgewicht fehlt, oder es von leblos in interessant verwandelt werden könnte. So geschehen mit dem heutigen Titelbild meines 9. Abschnittes der Grenz(er)fahrung rund um Kreuzberg. Mein Fahrrad ist natürlich weiterhin Bestandteil der Bilder, aber nur noch als Randnotiz. Grenzerfahrung IX weiterlesen

Grenzerfahrung VI

Vom Kottbusser Tor kommend, wird die Kottbusser Straße am Landwehrkanal zum Kottbusser Damm. Dort an der Kottbusser Brücke macht die Grenze einen Knick und ich fahre mit meinem Fahrrad nun den Kottbusser Damm entlang. Der bildet von diesem Punkt – bis zum Hermannplatz – die Grenze zwischen Kreuzberg auf der westlichen Seite und Neukölln auf der Östlichen. Der Name Kottbusser Damm, der sich trotz der abweichenden Schreibweise von der Stadt Cottbus ableitet, wurde erstmals 1874 erwähnt. Beiden Straßenseiten gemein ist die starke türkische Prägung. Das manifestiert sich in entsprechenden Läden und dem flanierenden Publikum.

Futbol bahisleri – Foto: h|b

Lange Mäntel, Kopftücher oder Tschador sind hier feste Bestandteile des Stadtbildes. Der Kottbusser Damm ist ansonsten eine stark frequentierte sechsspurige Straße mit einem begrünten Mittelstreifen und je zwei Fahrstreifen. Unter der Straße verläuft die Linie U8 der Berliner U-Bahn, mit dem U-Bahnhof Schönleinstraße.

Gelinlik – Foto: h|b

Etwa ein Drittel der Bewohner dieser Straße sind Menschen mit Migrationshintergrund. Der Legende nach wurde die in Deutschland übliche Variante des Döner Kebab im Fladenbrot Anfang der 1970er Jahre in einer türkischen Gaststätte am Kottbusser Damm erstmals verkauft. Seitdem gehört er zum festen kulinarischen Angebot von Berlin.