Ehrenmal?

Panzer am Ehrenmal in Berlin

Hinter den Panzern und der riesigen Figur eines sowjetischen Soldaten liegen etwa 2500 in der Schlacht um Berlin gefallene Rotarmisten. Neben Russen auch Ukrainer und Soldaten anderer inzwischen selbstständiger Länder der ehemaligen Sowjetunion. Daher hat das Ehrenmal weiterhin einen Sinn, auch wenn dieser momentan schwer zu verstehen ist.

Die Befreiung aus der Herrschaft der Nationalsozialisten war ein wichtiger Akt und führte letztendlich auch zur Bildung einer europäischen Identität. Umso schlimmer, dass einer der damaligen Akteure – Russland – aktuell ein mörderischen Angriffskrieg gegen sein Nachbarland führt, um es angeblich zu „entnazifizieren“. Der völkerrechtswidrige Krieg gegen die Ukraine wird aus russischer Sicht mit immer abstruseren Gründen gerechtfertigt. Der Roman 1984 ist in der Realität angekommen. Damit hätte ich in meinem Leben nicht mehr gerechnet.

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Osternachtrag

Ein Steinkreuz mit einer Jesusfigur

Bei einem kleinen Spaziergang am Bodensee hab ich das steinerne Kreuz mit der Jesusfigur in einem kleinen Park gefunden. Laut Infotafel könnte es zu einer Reihe gehören die im 16. Jahrhundert zum Schutz aufgestellt wurden, als die Pest mit Macht an den Bodensee zurückkehrte. In Lindau steht auch eins der letzten Pesthäuser wo man den Kranken Linderung zukommen ließ. Eine Heilung war allerdings zu dieser Zeit nicht möglich, der Tod war unausweichlich.

Foto: Olympus OM-D E-M5II / Lumix 35-100 / f5 / ISO 200 / Zeitautomatik

Twistin‘ the Night Away

50 Hobby Wohnmobile auf einem Stellplatz aus der Luft aufgenommen

Bis zum Freitagmittag des 1. Oktoberwochenendes sind bereits ein Dutzend Wohnmobile der Marke „Hobby Ontour Edition“ am Wohnmobilhafen Twistesee eingetroffen. Der extra dafür reservierte Bereich füllt sich langsam aber stetig. Eingeladen hatten die Administratoren der gleichnamigen Facebookgruppe Andrea Winter, Tanja Martin und Guido Könning. Die Gruppe wurde vor 2 Jahren von den beiden Letzteren gegründet und umfasst inzwischen mehr als 600 Mitglieder.

Menschen die ein gemeinsames Interesse haben – das reisen mit dem Wohnmobil – und Besitzer eines Hobby Ontour Edition sind. In der Gruppe herrscht ein reger Austausch. Themen rund um das aktuelle Modell der Ontour-Reihe, Möglichkeiten von Verbesserungen, Tipps&Tricks zu Erweiterungen und natürlich Reiseberichte, Stellplatztipps und vieles mehr. Viele gute Gründe sich auch mal in der Realität kennenzulernen.

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17885 Tage

Solange ist es jetzt hier, plus/minus ein paar Tage wegen Schaltjahren und so, als ich meinen Dienst am Freitag dem 1. September 1972 am Bahnhof in Gensungen-Felsberg bei der deutschen Bundesbahn begonnen habe. Als Bundesbahnassistentenanwärter (nt) – das steht für „nichttechnischer Dienst“ – stelle ich mich als neuer Mitarbeiter meinem neuen Chef vor, Herrn Kranz, seines Zeichens grummeliger Bahnhofsvorsteher meines neuen Heimatbahnhofes. Zu meinen zukünftigen Aufgaben zählt es auch – morgens, wenn ich die Frühschicht in der Fahrkartenausgabe habe – vor seinem Eintreffen, den Ofen in seinem Büro soweit vorgeheizt zu haben, dass er es zu Dienstbeginn warm hat. Mit Papier und Kohlen.

Es waren lehrreiche Jahre in der Ausbildung, die mich fit gemacht haben für fast ein halbes Jahrhundert Bahnleben. Einen recht großen Anteil meiner Ausbildung, als auch meinem späteren Start danach, habe ich in der Blockstelle meines Wohnortes Wolfershausen verbracht. Früh/Spät/Nacht/Wochenende mit Ticketverkauf und Signale stellen. Für Eingeweihte: Es war die damalige KBS 520 Kassel – Frankfurt. Kürzere Wege zur Arbeit hatte ich nie wieder.

Ein Mann beim umlegen eines Signalhebels in einer Blockstelle der Bahn
Ich in der Blockstelle Wolfershausen – Foto: unknown

Ab heute kommen zu den 17885 Tagen noch 86 Tage dazu, bis mein Arbeitsleben bei der DB AG nach dann 49 Jahren und 4 Monaten endgültig zu Ende geht und einem neuen Lebensabschnitt Platz macht, dem Letzten. Offiziell Schluss ist eigentlich am 31.12.21 aber ich habe mir meinen Jahresurlaub so eingeteilt, das am 26.11. mein letzter Arbeitstag sein wird. Schon am nächsten Tag brechen wir – wenn alles gut geht – mit unserem Wohnmobil Richtung Spanien auf. Wir testen dann, ob es sich an den südlichen Gestaden Europas angenehmer überwintern lässt als im kalten Berlin. Wieviele Tage es am Ende in diesem letzten Lebensabschnitt noch werden, weiß nur das Schicksal, ich jedenfalls nicht und das ist auch gut so. Bis dahin wünsche ich mir und meiner Frau eine schöne, spannende und erlebnisreiche Zeit.