Cabo de São Vicente

Heute waren wir dort, am südwestlichsten Punkt von Kontinentaleuropa, der letzten Stelle an der man am Abend die Sonne untergehen sieht: Am Cabo de São Vicente. Die „Letzte Bratwurstbude vor Amerika“ hat zwar Betriebsferien, aber wir wollten eh nichts essen, nur schauen, staunen und fotografieren. Der Leuchtturm, der auf der mächtigen Klippe steht, hebt sich mit seinem roten Dach schön vom blauen Himmel ab, der sich zwischen den ganzen Regenschauern gnädig zeigt. Ich werde das lobend erwähnen.

Von dieser Stelle, auch von Sagres, wurden wichtige Impulse gelegt für die späteren Entdeckungen Indiens und Amerikas. Heinrich der Seefahrer stand vielleicht auch hier und dachte darüber nach, was wohl am Ende des Horizontes auf mutige Seefahrer warten würde. Kommt da noch etwas? Oder fällt man von der flachen Erde ins Nichts? Kann man gut verstehen, wenn man hier steht und auf die Weite des Atlantiks blickt. Ein erhabenes Gefühl. Wir wissen ja inzwischen was am Ende auf die Seefahrer wartet: Amerika.

Vorher sind wir noch zum Strand von Bordeira gefahren, um zu erkunden, ob wir dort vielleicht am nächsten Sonntag eine Nacht stehen können, bevor wir uns wieder gen Osten und Richtung Mittelmeer wenden. Hier peitscht der Atlantik die Wellen an den riesigen Strand und erzeugt eine Menge Gischt und Dunst, die weiter im Land als Regen runterkommen. Die ganze Gegend ist sehr grün und satt im Moment. Sieht ein wenig wie Neuseeland aus, also so wie ich mir das vorstelle.

Auf dem Felsen hier im linken Bild steht ganz oben ein Angler, scheint eine spezielle Art des Fischfangs zu sein. Haben wir später am Cabo de São Vicente auch gesehen. Wer das Titelbild aufmerksam betrachtet, kann auch hier in den Felsen zwei Angler sehen, die von der Klippe angeln. Was man hier wohl fängt? Darf ja nicht zu schwer sein, wenn man das dann ganz nach oben ziehen will.

Während wir den Ausblick genießen, wechseln sich Regen und Sonne im Minutenrhythnus ab, die Sandsteinklippen leuchten in der Sonne vor einem dunklen Himmel, der den nächsten Regenguss bringen wird. Faszinierend.

Die Abschnitte der Klippen bei Bordeira sind mit großen Buchstaben gekennzeichnet – vielleicht extra als Vordergrund für Fotografen? – und überall verlaufen Holzstege bis zu den Endpunkten der Klippen, wo sie in kleinen Aussichtspunkten enden. Eine fantastische Gegend auch zum Wandern und Natur genießen. Der Ausblick über die uralten Klippen die seit tausenden Jahres den Gezeiten trotzen macht uns demütig. Dazu pustet einem der Wind den Kopf frei. Wellness für die Seele. Unbezahlbar.

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