Cabo de São Vicente

Cabo de São Vicente mit Klippen

Heute waren wir dort, am südwestlichsten Punkt von Kontinentaleuropa, der letzten Stelle an der man am Abend die Sonne untergehen sieht: Am Cabo de São Vicente. Die „Letzte Bratwurstbude vor Amerika“ hat zwar Betriebsferien, aber wir wollten eh nichts essen, nur schauen, staunen und fotografieren. Der Leuchtturm, der auf der mächtigen Klippe steht, hebt sich mit seinem roten Dach schön vom blauen Himmel ab, der sich zwischen den ganzen Regenschauern gnädig zeigt. Ich werde das lobend erwähnen.

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Caminito del Rey

Ein Abschnitt des Caminito del Rey wo man alten und neuen Steg sehen kann

Vor einer knappen Woche brachen wir von Campingplatz Ardales gut gerüstet auf, um einen der bekanntesten und spektakulärsten Wanderwege Europas zu laufen, den „Caminito del Rey„. Der bekannte Pfad wurde ursprünglich als Transitweg für die Arbeiter und das Personal von Saltos del Gaitanejo und El Chorro angelegt. Der Hintergrund war die Gewinnung von Energie. Dazu wurde ein Kanal durch die Schlucht gebaut, der von den Stauseen kommend, sich durch den ganzen Bergeinschnitt zieht und durch das so entstehende Gefälle, am Ende einen 120 Meter hohen „Wasserfall“ generiert, der die Turbinen antrieb. Heute wird der Kanal nicht mehr genutzt und der Weg ist eine reine Touristenattraktion. Aber was für eine.

Mit einem langen Tunnel beginnt unser Abenteuer, bringt uns aber erstmal gemütlich zum Eingangsbereich. Man kann den Caminito nur laufen, wenn man vorab einen Slot gebucht hat, oder man geht das Risiko ein, vor Ort nach Tickets zu schauen. Da nur eine begrenzte Menge Besucher pro Tag zulässig sind, kann das aber auch schiefgehen. Besser ist es also vorab zu buchen. Hat man eine Führung gebucht – Singletickets sind schnell ausgebucht – bekommt man einen Guide und ein Headset, ein Helm für jede/n ist obligatorisch. Dann beginnt die etwas 2-stündige Wanderung.

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Otra torre

Torre del Cap d'Or

Die ganze Küstenlinie der Costa Blanca scheint ja mit Türmen verziert zu sein. Alle paar Meter reckt irgendwo „noch ein Torre“ sein Haupt in die Luft und hält Ausschau nach Piraten. In Peñíscola waren wir ja schon mal beim Torre Badum, auch dorthin war der Weg nicht ohne. Auch mit E-Bikes. Hier in Calpe gibts in der Gegend auch Torres, was spricht dagegen zu einem mal eine Radtour zu machen. Irgendein Ziel zu haben ist ja meist ganz hilfreich. Kann motivierend wirken. Statt einfach nur in der Gegen rumzukurven. Also Komoot gefüttert, Tour gespeichert und ab aufs Rad, Richtung Moreira und den Torre del Cap d’Or.

Komoot hat die merkwürdige Angewohnheit auf ausgewählten Strecken zwischendurch kleine Schlenker oder Abkürzungen einzubauen, ohne Rücksicht auf Verluste. Das passierte auch auf der halben Strecke und plötzlich fanden wir uns auf einer MTB Strecke wieder. Erst holterdiepolter einen Rüttelberg runter, dann auf der anderen Seite wieder mühsam rauf. Okay, besser ignorieren die Vorschläge. Wir bleiben von da an lieber auf der Straße, die malerisch die Küste entlang mäandert. Halt mit Verkehr. Aber die Spanier sind rücksichtsvoll und kennen das. Im Winter sind hier ohne Ende Radrennfahrer zum Training in Gruppen aus ganz Europa unterwegs.

Als wir nach rund 15 km in Moraira um die Ecke kommen, sehen wir den Torre del Cap d’Or oben auf dem Berg thronen und beschließen spontan ihn da oben allein zu lassen. Wir suchen uns gegenüber der Festung an der Promenade ein Plätzchen und genießen vor der Rückfahrt bei Wein und Sandwich und dem Blick auf den Torre oben auf den Klippen das Meer und die Sonne. Vielleicht ein anderes mal.

Abschied

Sonnenuntergang Haraldshaugen

Am letzten Abend bietet der Himmel für uns noch mal alles an Farben auf, was die Natur zu bieten hat. Unser Aufenthalt in Haraldshaugen geht nach vier Tagen zu Ende, morgen Abend bringt uns die „Bergenfjord“ von Stavanger nach Hirtshals. Heute pfiff den ganzen Tag über ein Wind aus Südost, der einen manchmal fast wegpusten wollte. Selbst das Wohnmobil hat sich mehrmals geschüttelt. Allerdings hatten die Schafe um uns rum noch alle ihre Locken, für Ostfriesen also höchstens ein laues Lüftchen. Dazu strahlte ein blauer Himmel, bei ganz angenehmen Temperaturen. Ohne den Wind wäre es fast Badewetter gewesen.

Lebender Rasenmäher – Foto: h|b
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Monotonie

Wellenbrecher in Zingst

Es ist wie es ist,
sagt man sich, doch wagt man nicht,
sich zu fragen wie es wär‘,
einen anderen Blickwinkel zu haben.

Stoisch, Tag ein und Tag aus
lebt man so hin, wo bleibt denn der Sinn
sich nicht zu fragen:
Wo kommt sie her, die Monotonie?

Ist es egal, so ganz egal
wenn irgendetwas anders wär‘?
Was Neues muss her! Was Altes bleibt weg!
Und die Monotonie fällt gänzlich raus.

Carina Dreißig