Brügge sehn und …

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Die Silhouette von Brügge im Gegenlicht der Abendsonne – Foto: h|b

… auf jeden Fall nicht sterben, da muss man schließlich mehr als einmal hin. Es ist schon ein sehr schmuckes Städtchen, von denen es auf der Welt nicht allzuviele geben dürfte. Eine gut erhaltene Stadt aus dem Mittelalter, bei der man aus dem Staunen nicht mehr herauskommt. Daher gehört die Stadt auch zu Recht zum Weltkulturerbe der Unesco.

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Herbstblues

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Künstlerische Aufwertung eines Bunkers am Hafen von Calais – Foto: h|b

Auf dem Parkplatz am Hafen von Calais dominieren die Wohnmobile mit den gelben Nummernschildern und dem Lenkrad auf der falschen Seite. Dazwischen vereinzelt Holländer, Belgier, Franzosen und ein paar Deutsche. Die Fähren fahren hier – im Gegensatz zu Warnemünde – eine hohe Frequenz. Fast immer fährt eine der Fähren gerade raus oder eine andere kommt herein. Ein reger Pendelverkehr zwischen den nur 36 km auseinander liegenden Küsten Frankreichs und England.

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Ein Tag am Meer

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Boulogne sur mer an der französischen Opalküste – Foto: h|b

Den heutigen Tag verbringen wir in Boulogne sur mer. Nach dem Frühstück müssen wir aber erst warten, bis der örtliche Wohnmobil-Abrechnungsbeauftragte auftaucht. Nach der vergeblichen Suche nach Parkautomaten gestern, bekamen wir den Hinweis von unseren französischen „Nachbarn“. Der kommt gegen 10 Uhr und für 5,20€ dürfen wir heute hier stehen bleiben. Ein echtes Schnäppchen. Man kann auch nicht für zwei Nächte, oder so, buchen, morgen früh kommt er wieder.

Als das geklärt ist, machen wir uns auf den Weg in die „Centre Ville“, allerdings mit einem kleinen Umweg. Wir gehen zuerst Richtung Norden, oberhalb der Klippen entlang, bis zu einer ehemaligen Festung oder Hafenanlage. Vorbei an deutschen Bunkerresten, die hier wohl noch die nächsten 100 Jahre überdauern werden, kraxeln wir dann durch die Ruine nach unten, bis wir auf Strandniveau sind. Der Erbauer der Anlage lässt sich nicht ganz eingrenzen, es ist jedenfalls nicht dieses typisch deutsche Stahlbeton, eher was einheimisches, vielleicht. Mal recherchieren.

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Le canal

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Gerade ist die Sonne als roter Feuerball im Atlantik versunken. Am Horizont glänzen noch die Klippen von Dover herüber und ich stehe auf den Klippen von Boulogne sur mer. Nach rund 1000 Kilometern haben wir die Küste von Frankreich erreicht. Den ersten Teil von Berlin nach Köln ist Ulla vorgefahren, ich bin mit dem Zug am Freitag nachgekommen, den zweiten Teil haben wir heute gemeinsam unter die Räder unseres Wohnmobils genommen.

Vom Ufer des Rheins aufgebrochen Richtung Westen, durchqueren wir später ein kleines Stückchen Holland, bevor wir Belgien erreichen. Unser erstes Ziel ist die heimliche Hauptstadt Europas, Brüssel, und dort das Wahrzeichen, das Atomium. Unser Navi hat uns punktgenau dort hingeführt und so können wir gegen Mittag die in der Sonne gleißenden Silberkugeln bewundern.

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Danach geht es weiter auf der Autobahn und kurze Zeit später überqueren wir die Grenze zu Frankreich, unserem vierten Land heute. Minieuropa sozusagen. Gegen Abend erreichen wir dann die Küste von Frankreich und stehen hoch über dem Meer auf einem Stellplatz für rund 40 Wohnmobile mit weitem Blick auf den Ärmelkanal. Nach einem kleinen Spaziergang runter in die Stadt, Beine vertreten, genießen wir das Abendbrot zurück im Wohnmobil bei einem Bierchen und erfreuen uns am kitschigen, aber schönen Sonnenuntergang. Morgen bleiben wir hier und erkunden ein wenig die Gegend. Bon nuit.

En Garde!

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Degenfechten in tiefem Sand, keine leichte Herausforderung – Foto: h|b

Um den vielen Urlaubsgästen etwas zu bieten und gleichzeitig die Brücke nach London zu schlagen, wird am Strand von Warnemünde aktuell an Wochenenden ein kleiner Ausschnitt olympischer Sportarten geboten. Natürlich am Strand. Am Samstag stellten sich bei brütender Hitze Studenten der Rostocker Uni den Zuschauern im Degenfechten. Die dürften unter ihren „Kampfanzügen“ nicht schlecht geschwitzt haben. Aber volle Technik, mit roten Lampen und Piepsen und allem drumrum. Respekt.

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Wiedereingewöhnung

Nach einem kleinen Spaziergang zum Ostbahnhof (Restgeld umtauschen), dann entlang der Eastside-Gallery und zurück über die Warschauer Brücke habe ich festgestellt, dass ich noch nicht bereit bin für zu viele Menschen. So viele wie heute bei dem kurzen Spaziergang habe ich in drei Wochen Skandinavien nicht gesehen 😉 Noch dazu lauter fotografierende Touristen, von denen ich bis vor drei Tagen selber noch einer war. Aber hier tauchen sie immer in geballter Masse auf. Sehr ungewohnt.

Ebenfalls ungewohnt sind die Temperaturen. Von höchstens 15 Grad kommend, steh ich auf einmal in der glühenden Sonne bei gefühlten dreissig Grad. Ich merke schon, ich muss mich dringend akklimatisieren. Was mir gerade noch beim schreiben auf einer normalen Tastatur auffällt, ich versuche dauernd die Umlaute dadurch zu erzeugen, dass ich die normalen Tasten drücke und nach oben wischen will. Klappt blöderweise nicht. Muss mir also noch was abgewöhnen.

Hab heute morgen den Tagesspiegel auf dem iPad gelesen und musste feststellen, weder etwas versäumt, noch etwas vermisst zu haben. Die Welt dreht sich weiter, ob mit mir, oder ohne mich. Immer eine gute Erfahrung für den Zeitpunkt, wenn es denn wirklich mal soweit ist. Mal sehen, ob in nächster Zeit vielleicht auch mal wieder etwas spannendes passiert, über dass es sich zu berichten lohnt. Morgen früh beginnt erstmal der Alltag mit Arbeit und gleich zu Beginn einer vollen S-Bahn. Mich gruselts jetzt schon.

Coming Home

Die Fähre Huckleberry Finn hat uns nach einer stürmischen Überfahrt – zumindest draussen an Deck – in Rostock von Bord gelassen, Deutschland hat uns wieder. In Augenhöhe mit drei Kreuzfahrern, der Silver Cloud, der AIDAblu und der Emerald Princess, haben wir Warnemünde passiert und bereits unseren Stellplatz ausgespäht, der gut besetzt scheint. Ist ja auch Hochsaison.

Schnell für 4,40€ durch den Mauttunnel, leider gibt es hier kein „AutoPass“ wie in Norwegen, und schon stehen wir am neuen Strom. Die AIDA ist schon weg, die Princess legt gerade ab, und Pier 7 hat noch offen, Halleluja. Zwei Bier, zwei Küstennebel und ein Piccolöööschen für die glückliche Ankunft. Und das alles zu einem Preis von 2 Dosen schwedischen Leichtbieres. Yessss.

Nur das Diesel ist mit 1,50€ bei Aral dann doch teurer als erwartet. Hatte mit 1 paarunddreissig gerechnet. Fahren seit gestern auf Reserve, weil ich in Schweden nicht mehr tanken wollte. Mal sehen wie es morgen aussieht, da müssen wir tanken, denn dann geht es endgültig nach Hause. Noch 220 Kilometer trennen uns von Berlin-Friedrichshain.

Durchmarsch

Als wir heute morgen den Campingplatz am Vänernsee verlassen, ist es bewölkt, aber die Sonne versucht ein wenig Boden gut zu machen. Ich sitze nach dem Frühstück noch ein paar Minuten am See und genieße die Sonnenstrahlen. Dann müssen wir aber los, wir wollen in 380 Kilometern, kurz nach Halmstadt, ein letztes Mal in Schweden übernachten.

Als wir kurz nach der Abfahrt einen Hinweis auf einen besonderen touristischen Punkt sehen, der auch in der Karte mit einem Stern versehen ist, beschließen wir uns die Zeit noch zu nehmen und fahren zum „Akvedukt“ von Halverud. Ein lokales Highlight. Es zeigt sich, dass sich unser Kreis langsam schließt.

So wie wir am zweiten Tag unserer Tour die Schleusentreppe am Gotakanal besucht haben, schauen wir uns heute, am vorletzten Tag, ein ähnlich technisches Meisterwerk an, welches die Schiffe auch über mehrere Schleusen von einem zum anderen See befördert, aber mittendrin noch einen genieteten Eisenaquädukt benutzt, um eine kleine Schlucht zu überqueren. Über alles führt noch eine Eisenbahnstrecke, die mit einer Hebebrücke, den Schiffen die Durchfahrt ermöglicht. Eine sehr eigenwillige Konstruktion, die zeigt, was Menschen alles schaffen können. Netterweise fährt auch noch just zum richtigen Zeitpunkt ein Touristenschiff nach oben, so dass wir alles gut beobachten und fotografieren können. On the right time, at the right place. Wie schon oft auf unserer Tour.

Nach anderthalb Stunden müssen wir aber wirklich los, der Weg ist noch weit. Das Wetter wird unterwegs immer abenteuerlicher und zwischendurch schafft der Scheibenwischer fast die Regenmassen nicht von der Frontscheibe zu bekommen. Wo kommt das nur alles her? Links von uns versucht eine Windhose den Kontakt zum Boden herzustellen. Bevor es klappt, löst sie sich allerdings auf. Der dunklel Himmel mit seinen zig Wolkenkonstruktionen sieht schon irre aus. Gut dass wir im Auto sitzen.

Auf Grund der Wolkenbrüche lassen wir Campingplatz Campingplatz sein, der steht sicher auch nur komplett unter Wasser, und fahren nach einem längerem Abendbrotstopp, mit frischem Salat, durch bis zum Stellplatz nach Trelleborg. 55 Kilometer vor dem Ziel knacken wir noch die 7000 Kilometermarke. Auf dem Stellplatz schlafen wir und warten morgen vormittag in Ruhe ab, bis die Abfahrtszeit unserer Fähre gekommen ist. Ab morgen soll auch in Südschweden endlich die Regenzeit vorbei sein und wenn wir nach Berlin kommen, sieht es ja auch ganz gut aus.

Das ist dann der letzte Post aus Skandinavien, ab morgen dann wieder Neues aus Deutschland und ab nächste Woche auch wieder Neues aus Berlin. Falls es da etwas Neues gibt 😉 bis dahin dann.

Adler sollen fliegen

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Ulla vor dem Skisprungturm am Osloer Holmenkollen – Foto: h|b

Das war mal die inoffizielle Skispringer-Hymne von PUR gesungen, als die deutschen Skispringer auf der Erfolgswelle schwammen. Von dort oben wo wir heute Mittag standen, ist sicher auch Sven Hannawald vor seinem Burnout gesprungen, oder Martin Schmitt, bevor ihn sein Glück verließ. Aber egal, auf jeden Fall braucht man Mut sich hier herunterzustürzen, auch wenn man es trainiert hat. Gleichzeitig ist hier oben am Holmenkollen in Oslo auch das Schießstadion des Biathlongeländes, wo auch ein paar Nachwuchskräfte trainierten. Schon ganz schön laut, wenn nur einer schießt, wie muss das klingen, wenn 20-30 Biathleten hier ins Stadion kommen, um die schwarzen Scheiben umzuschießen?

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Jotunheimen – Das Heim der Riesen

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Hoch über dem Geirangerfjord wirken die Schiffe wie Spielzeuge – Foto: h|b

Heute morgen beehrt uns die englische Queen mit ihrem Besuch. Nicht die amtierende, sondern die Queen Victoria von der Cunard-Line läuft heute morgen im Geirangerfjord ein, um einen Haufen Engländer von Bord zu lassen, die sogar den chemischen Toilettenablass am Campingplatz als Toilette benutzen. Engländer!
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