Adler sollen fliegen

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Ulla vor dem Skisprungturm am Osloer Holmenkollen – Foto: h|b

Das war mal die inoffizielle Skispringer-Hymne von PUR gesungen, als die deutschen Skispringer auf der Erfolgswelle schwammen. Von dort oben wo wir heute Mittag standen, ist sicher auch Sven Hannawald vor seinem Burnout gesprungen, oder Martin Schmitt, bevor ihn sein Glück verließ. Aber egal, auf jeden Fall braucht man Mut sich hier herunterzustürzen, auch wenn man es trainiert hat. Gleichzeitig ist hier oben am Holmenkollen in Oslo auch das Schießstadion des Biathlongeländes, wo auch ein paar Nachwuchskräfte trainierten. Schon ganz schön laut, wenn nur einer schießt, wie muss das klingen, wenn 20-30 Biathleten hier ins Stadion kommen, um die schwarzen Scheiben umzuschießen?

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Jotunheimen – Das Heim der Riesen

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Hoch über dem Geirangerfjord wirken die Schiffe wie Spielzeuge – Foto: h|b

Heute morgen beehrt uns die englische Queen mit ihrem Besuch. Nicht die amtierende, sondern die Queen Victoria von der Cunard-Line läuft heute morgen im Geirangerfjord ein, um einen Haufen Engländer von Bord zu lassen, die sogar den chemischen Toilettenablass am Campingplatz als Toilette benutzen. Engländer!
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Ein Fjord voller Schiffe

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Das einzige Kreuzfahrtschiff mit einem Apple-Store an Bord – Foto: h|b

Mit 220.486 Bruttoregistertonnen Schiffsmasse ist der Geirangerfjord heute gut gefüllt. Seit heute morgen um sieben liegt die kleine Arion vor Anker und gegen neun Uhr tauchen kurz nacheinander zwei Kreuzfahrtriesen auf. Zuerst schiebt die Celebrity Eclipse mit 315 Metern Länge und rund 3000 Passagieren die Nase um die Fjordecke, kurz danach gefolgt von der Costa Deliziosa mit 294 Metern und rund 2800 Passagieren an Bord. Die Eclipse wurde übrigens 2010 in der Meyerwerft vom Stapel gelassen und hat als einziges Kreuzfahrtschiff einen Apple-Store an Bord, inklusive iLounge. Ach ja, auf 2000 Quadratmeter Echtrasen kann man auch noch stilvoll lustwandeln.

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Tunneln, Bridgen und Carven

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Der Atlanterhavsveien, die Atlantikküstenstraße – Foto: h|b

Heute haben wir sicherlich dreissig Kilometer unter Tage verbracht, die längste Tunnelstrecke davon ist knapp 6 Kilometer lang und läutet den Einstieg zum „Atlanterhavsveien“ein. Der Atlantikküstenstraße von Kristiansund in Richtung Molde direkt am und über dem Atlantik. Über geschwungene Brücken und an die Klippen geschmiegte Straßen, zählt das neun Kilometer lange Straßenstück zu den beliebtesten Küstenstraßen der Welt, besonders wenn die Herbststürme mit Macht gegen die Straße brechen. Aber danke, nein, das hatten wir schon in 2006, auch ohne Herbst, und wir wollen die Straße heute mal „in schön“ sehen. Den Gefallen macht sie uns netterweise auch. Dazu gibt es während der Rast Waffeln mit Jordbæren, ganz frisch aus dem Kiosk. Lecker. Weiterlesen „Tunneln, Bridgen und Carven“

Elche, Lamas und Schafe

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Schaukeln in der Abendsonne am Trondheimfjorden – Foto: h|b

Heute morgen, kurz nach der Abfahrt von Brønnøysund hat es endlich geklappt. Wir haben zwei echte, lebende Elchkühe gesehen, die links neben der Straße vor einem Wäldchen grasen. Vorbeifahrende Autos stören die Tiere nicht. Als ich aber anhalte, rucken die Köpfe nach oben, Wachsamkeitsmodus ein. Mit der Kamera bewaffnet öffne ich die Tür, da ich gerne ein Beweisfoto haben möchte. Steigerung der Wachsamkeit bei den Elchen und Fixierung der einzelnen Person die sich nun langsam nähert. Noch ein kurzes Zaudern, dann aber gemeinsame Kehrtwende und ab in den Wald. Schade. Aber gesehn ist gesehn, wir dürfen endlich unsren Elch aufs Wohnmobil kleben 😉

Im Laufe der weiteren Fahrt, die uns heute bis nach Trondheim führt, sehen wir noch zwei Lamas, allerdings in einem umzäunten Bereich bei einem Haus und etwas später, in einem Abschnitt der durch Schilder darauf hinweist, jede Menge Schafe, die auch gerne mal direkt auf der Straße ein Nickerchen machen. Ansonsten grasen sie stoisch das Strassenbegleitgrün ab und lassen sich von Autos kein bißchen aus der Ruhe bringen. Ich glaube, Autos kommen als Objekte in ihrer Wahrnehmung gar nicht vor.

Jetzt ist es 22 Uhr, wir stehen am Trondheimfjord und am Horizont zeichnet sich die Abendsonne zwischen Wolken und Fjord ab. Da wir uns inzwischen weit unter dem Polarkreis befinden, wird sie heute Abend auch sicher untergehen. Für knapp 3 Stunden.

Das Loch im Berg

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Der Berg ist der Torghatten und das kleine weiße Dings das „Loch im Berg“ – Foto: h|b

Das „ein Loch im Eimer ist“, wusste seinerzeit bereits das Medium-Terzett. In Norwegen muss es dagegen ein ganzer Berg mit einem Loch sein. Nur stopfen will es hier natürlich keiner, dann kämen ja keine Touristen mehr. Manchmal glaubt man ja, diese Norweger würden diese Sehenswürdigkeiten extra erschaffen, aber nein, die stehen einfach so in der Gegend rum, schön im Land verteilt, und die Norweger bauen höchstens noch hübsche Strassen und Tunnel, damit man sie besser erreichen kann. Ist schon toll dieses Norwegen. Weiterlesen „Das Loch im Berg“

66 Grad, 33 Minuten Nord

Auf diesem Breitengrad liegt das „Polarsirkelsenteret“ in Norwegen, wo wir heute gegen Mittag den Polarkreis wieder unterschritten haben. Elf endlose, helle Tage und Nächte waren wir jetzt oberhalb des Polarkreises, seit dem Übertritt in Rovaniemi, Finnland am vorletzten Montag. Elf Tage und Nächte an denen wir kaum richtig müde wurden und wir uns irgendwann um Mitternacht zum schlafen zwingen mussten, weil wir ja am nächsten Morgen ausgeschlafen sein wollten.

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Das Monument am Polarsirkelsenteret in Norwegen an der E6 – Foto: h|b
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Tote Fische

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Nicht einfach in alles reinbeißen, hat euch das eure Fischmutter nicht beigebracht? – Foto: h|b

Heute Abend haben wir auf dem Campingplatz am Saltstraumen eingecheckt. Bereits zum drittem mal in unserem Wohnmobilleben übrigens, die ersten beiden Male in 2005. Der Saltstraumen, über den eine große Brücke führt, bildet an dieser Stelle einen Mahlstrom. Dort wird das Wasser so heftig durch eine enge Stelle in den Fjord gedrückt, dass sich hier gefährliche und große Wirbel bilden. Mit den Wassermassen kommt auch das Krill und mit dem Krill die Fische, die nach allem schnappen, was sich im Wasser bewegt, auch nach kleinen, blinkenden, bunten Fischchen. Zu spät merken sie dann, dass hintendran noch eine Schnur hängt und nun ihr Ende gekommen ist. Weiterlesen „Tote Fische“

Trollfjorden

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Die MS Lofoten, dienstältestes Schiff der Hurtigrutenflotte – Foto: h|b

Als sie in Dienst gestellt wurde, war ich acht Jahre alt. Zu der Zeit kam sie auch noch ihrer eigentlichen Bestimmung nach, Reisende und Post entlang der norwegischen Küste zu transportieren. Oft die einzige Möglichkeit größere Strecken zu überwinden, zu einer Zeit als die Straßen noch nicht so ausgebaut waren wie heute. Heute ist sie das dienstälteste Schiff, welches die Route immer noch befährt und heute durften wir ein kleines Stück bei schönstem Sommerwetter mitfahren.

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Es gibt Waffeln mit Trollcreme, sehr lecker – Foto: h|b

Die Hurtigruten bieten ja grundsätzlich die Möglichkeit, neben den klassischen Passagieren in Kabinen, auch „normale“ Reisende mitzunehmen, die nur eine kleine Etappe fahren wollen. In unserem Fall war das heute von Stokmarknes nach Svolvær. Um dort hin zu gelangen, fuhren wir mit dem Bus das erste Teilstück und stiegen dann in die MS Lofoten um. Tickets erwirbt man an Bord, kein Problem. Ein vorheriger Anruf ist sinnvoll, ob noch Plätze für die gewünschte Verbindung vorhanden sind.

Interessant ist ja gerade dieser Teil der Strecke, da mitten im Raftsund eine kleine Attraktion wartet, der Trollfjorden. Dieser enge, nur 70 Meter breite Fjord wird von allen Hurtigrutenschiffen im Sommerfahrplan angefahren. Langsam schiebt sich das Schiff mit dem Bug voran in den Fjord hinein, bis er sich zum Ende hin etwas verbreitert. Dort dreht das Schiff und verlässt den Fjord wieder. Das war jetzt bei unserer „kleinen“ MS Lofoten nicht so spektakulär, aber wenn das die 300 Meter langen Kreuzfahrer machen, oder die großen Hurtigrutenschiffe, ist das schon ein imposantes Bild. Großes Schiff in kleinem Fjord.

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Der Trollfjord mit einer minimalen Breite von 70 Metern – Foto: h|b

Eine interessante Abwechslung mal gefahren zu werden, statt selbst zu fahren. Erst mit Bus und Fähre und dann mit einem Hurtigrutenschiff dreieinhalb Stunden durch die Fjorde zu schippern, mit Besuch des Trollfjorden und den passende Waffeln und dem Trolltrunk an Bord. Ein schönes Erlebnis rundet damit den Besuch auf den Lofoten ab. Morgen geht es zurück auf das Festland und weiter Richtung Süden, dem skandinavischen Tief entgegen, was Deutschland momentan wohl einen nassen Sommer bereitet.

Å

Das wird sicherlich auf lange Zeit meine kürzeste Überschrift über einem Blogeintrag. Wüsste nicht, was das toppen könnte. Dort waren wir jedenfalls heute, nachdem wir gegen halb 10 das Surferparadies verlassen haben. Bei unserer Abfahrt wurde es nur noch von ein paar Schafen bevölkert. Å ist der südlichste Punkt der Lofoten, der auf normalem Wege erreicht werden kann. Südlicher geht es nur noch mit dem Schiff nach Værøy oder Røst, oder zu Fuß über die Berge nach „Helle“.

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Leere Traumstrände in herrlicher Umgebung – Foto: h|b

Dazu mussten wir von der Insel Vestvågoy nach Flakstadøy wechseln und kurz vor unserem Ziel noch auf die Insel Moskenesøya. Alle fünf Inseln der Lofoten sind entweder über Brücken oder Tunnel miteinander verbunden, was wirklich sehr praktisch ist, da es mühsames übersetzen mit Fähren erspart. Wir kommen dabei an traumhaften Sandstränden mit klarem, grünen Wasser vorbei, die hier völlig deplatziert wirken. Keine Menschen am Strand, keine Liegestühle die auf Urlauber warten, einfach nur Sand und Wasser und 12 Grad in der Sonne. Definitiv zu kalt für einen Badeurlaub.

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Wir zwei beide am südlichen Ende der Lofoten – Foto: Olympus herself

In Å treffen wir auf eine Busladung Hessen und stehen mit denen in der alten Bäckerei um Kaffee und Zimtschnecken an, die wir uns anschließend in der Sonne schmecken lassen. Auf dem Weg wieder „nach oben“, also lofotentechnisch, statten wir dem alten Fischerdorf „Nusfjord“ noch einen Besuch ab. Wie Å inzwischen hauptsächlich Museumsdorf für Touristen. Dekorativ hängen ein paar Stockfische am Hafen rum, man kann die alte Trandampferei und die Schmiede besichtigen, also ein wenig wie der Hessenpark im Taunus, nur halt auf norwegisch. Aber dadurch wesentlich fotogener. Rote Häuschen und blauer Himmel passen einfach perfekt zusammen.

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„It’s so pittoresque, so amazing“ würden die Amerikaner jetzt sicher sagen – Foto: h|b

Am Ende landen wir auf einem „Lofoten Bobilcamp“ direkt an einem Fjord und genießen ab 18 Uhr die volle Kraft der Sonne, bis sie kurz nach 22 Uhr kurz hinter einem Berg verschwindet. Jeden Moment, es ist jetzt 22.40 Uhr, müsste sie rechts davon wieder erscheinen, jaaaa, da ist sie wieder, und bis Mitternacht zwischen zwei Bergen als Mitternachtssonne zu sehen sein. Mal schauen ob ich das so lange aushalte.