Der Ausflug am letzten Wochenende zum Sternenpark Gülpe sollte eigentlich viele Sterne auf den Kamerasensor bannen. Es war dies bereits der zweite Anlauf in diesem Jahr mit meinem Fotoklub Kreuzberg, aber leider ist gerade diese Art der Fotografie noch stärker von den äußerlichen Bedingen abhängig wie jede andere fotografische Betätigung. Mit unserem ortskundigen Scout suchten wir am Nachmittag erstmal andere fotografische Objekte in der Gegend auf, z.B. Schleiereulen. Nun sind Eulen ja generell eher Nachttiere, aber mit kundiger Führung bekommt man sie auch mal am Tag zu sehen.
Wie kommt ein Langstreckenflugzeug vom Typ Iljuschin Il-62 mitten in Brandenburg auf einen Acker unterhalb des Gollenberges? Diese Frage lässt sich leicht beantworten: Die Bürgermeisterin von Stölln hatte 1989 die tollkühne Idee, ein Flugzeug in den Ort zu holen und fand damit Gehör bei der DDR-Fluggesellschaft Interflug, deren Chefs eben zu dieser Zeit nach einem Projekt suchten, das die Leistungen von Otto Lilienthal als Flugpionier würdigte.
Eine weitere Performance im Spreepark beginnt mit einem auf der Erde liegenden blauen Mantel. Da er nicht ganz aufliegt befindet sich wohl jemand darunter. Das beweist sich als eine Hand auftaucht. Dann eine weitere. Und noch eine und eine vierte. Dann erwacht der Mantel zum Leben. Er erhebt sich, zeigt nach und nach was in ihm steckt. Zwei Menschen. Mann und Frau. Bewegen sich. Trennen sich. Zerreissen sich. Bewegen sich – und damit auch uns – immer weiter durch den Spreepark. Stumm, nur mit Gesten und immer den Mantel im gemeinsamen Spiel. So ganz ist den Zuschauern und mir nicht klar, was der Sinn des Ganzen ist. Man kann es wohl erahnen, aber im Netz habe ich dazu die folgende Erklärung gefunden, die ich mir mal ausleihe …
Unter dem Motto „Spaziert ins Grün!“ und unter der künstlerischen Leitung von Ursula Maria Berzborn und Jana Korb öffnete der Spreepark Berlin am letzten Sonntag seine Tore für darstellende Künste im urbanen Naturraum in Berlin. Zu sechs Stationen – besetzt mit Künstlern aus völlig unterschiedlichen Richtungen – wurden die Besucher von den Veranstaltern in 40er Blöcken und mit coronabedingtem Abstand durch den Park geführt und konnten dann jeweils die Performance genießen.
Am letzten Abend bietet der Himmel für uns noch mal alles an Farben auf, was die Natur zu bieten hat. Unser Aufenthalt in Haraldshaugen geht nach vier Tagen zu Ende, morgen Abend bringt uns die „Bergenfjord“ von Stavanger nach Hirtshals. Heute pfiff den ganzen Tag über ein Wind aus Südost, der einen manchmal fast wegpusten wollte. Selbst das Wohnmobil hat sich mehrmals geschüttelt. Allerdings hatten die Schafe um uns rum noch alle ihre Locken, für Ostfriesen also höchstens ein laues Lüftchen. Dazu strahlte ein blauer Himmel, bei ganz angenehmen Temperaturen. Ohne den Wind wäre es fast Badewetter gewesen.
Nicht weit von unserem Campingplatz in Haraldshaugen gibt es ein Kunstwerk in einer kleinen Bucht. Vier merkwürdig anzusehende Pferde mit verschiedenen Menschen auf dem Rücken stehen dort halb im Wasser. Der Künstler Jason DeCaires Taylor erklärt sein Werk mit den folgenden Worten: „Die vier Hybridskulpturen verschmelzen Ölfördermaschinen mit der Pferdeform und verweisen auf das inzwischen pensionierte Arbeitspferd. Gleichzeitig machen sie auf unsere anhaltende Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und die möglichen apokalyptischen Folgen des Klimawandels aufmerksam. Die Skulpturen fragen: Wer ist zuständig? Wo gehen wir hin?“ The Rising Tide war ursprünglich in der Themse in London zu sehen. Eine gute Gelegenheit Kamera und Drohne auszupacken und das Kunstwerk ins rechte Licht zu rücken. Ein kleines Drohnenselfie nach getaner Arbeit ist natürlich auch drin.
The Rising Tide
Die „Kvala Kystbatteri“ bzw. deren Reste liegen direkt daneben und zeigen heute noch die Handschrift der deutschen Wehrmacht, die ja Norwegen besetzt hielt und an vielen Stellen ihre Spuren hinterlassen hat. Teilweise bis weit über den Polarkreis hinaus. Hier sind es ein paar verfallene Steinbunker und auf der großen Schafkoppel zwei rostfarbene Flakbunker die aussehen wir verlorene Stahlhelme. Mit den beiden Flaks sicherten die Deutschen die wichtige Schifffahrtsverbindung nach Norden. Bis zu 10 km Reichweite hatten die Kanonen. Da die Hügel nicht zugänglich sind, habe ich die Drohne auf Spurensuche geschickt.
Seit gestern stehen wir auf dem Campingplatz Haraldshaugen. Direkt unterhalb des gleichnamigen Denkmals. Mein eigenes Denkmal in Südnorwegen? Nein, leider nicht. Es handelt sich um das „Reichsmonument Norwegens“. Hier soll König Harald Hårfagre (Harald I. genannt Schönhaar) – cooler Name, oder? – der Sage nach begraben liegen. Ein 1872 errichteter granitener Obelisk mit 29 kleineren Monumenten aus 29 Landesteilen erinnert an die Reichsgründung 872 und den Reichsgründer Harald Schönhaar. In direkter Nähe, an einer alten Thing-Stätte in Krosshaugen, befindet sich noch ein Steinkreuz aus der Christianisierungszeit um das Jahr 1000.
Auf unserem Weg nach Haugesund wo wir die nächsten Tage auf einem Campingplatz direkt am Meer unseren Norwegenurlaub ausklingen lassen, müssen wir noch etwas Zeit schinden, da wir erst am Nachmittag dort eintreffen sollen und der Weg von unserer letzten Übernachtung nach Haugesund ein recht kurzer ist. So nutzen wir die Gelegenheit eine der großen Brücken zu fotografieren über die wir erst fahren, um uns anschließend in einen 7 Kilometer langen Tunnel zu stürzen der in der ersten Hälfte steil nach unten bis auf eine Tiefe von 230 Meter unter N.N. führt und anschließend ebenso steil wieder bergauf Die nächsten 10 Jahre entstehen zwischen Bergen und Stavanger aber noch ganz andere Tunnel, unter anderem mit 27 Kilometern der neue, längste Tunnel der Welt mit einer Tiefe von rund 400 Metern unter dem Meer. Die Norweger trauen sich was.
Nachdem wir heute morgen beschlossen haben weiterzufahren und nicht auf dem Campingplatz zu bleiben, besuchen wir als erstes den Steindalsfossen. Der liegt hier um die Ecke und ist auch zur Publikumsbelustigung wieder etwas aufgepimpt. Man kann nämlich über einen Weg hinter dem Wasserfall entlang laufen und bekommt so eine ganz andere Perspektive. Sehr schön. Jetzt kann man auch mal ein Foto machen, mit seinem Lieblingsmenschen, wie er neben dem Wasserfall steht, um so die Dimension etwas erkennbar zu machen. Bild vergrößern und genau hinschauen. Sieht aus wie ein rotes Y.
Heute stehen zwei Wasserfälle auf dem Programm. Um sie zu erreichen haben die Norweger extra ihr halbes Land untertunnelt. So kommt es uns jedenfalls heute vor. Wir starten gegen zehn in Flåm und schon stecken wir im ersten Tunnel mit fast 7 km Länge. Kaum aus dem einen Tunnel raus, geht es in den nächsten mit knapp 11 Kilometern. So erreichen wir Udvangen und fahren weiter die E 16 in Richtung Voss. Über den ersten Wasserfall stolpern wir eher zufällig. Nicht dass er zu übersehen wäre, er liegt ja direkt neben der Straße, aber wir hatten nicht mit ihm gerechnet: Dem Tvindefossen. Vor 14 Jahren waren wir schon mal hier und etwas enttäuscht, was die Wassermenge anging. Heute ist es okay, man wird ja auch genügsamer. Ich gönne der Drohne einen kleinen Ausflug und das heutige Titelfoto.