Ganz weit draussen im Osten, fast schon in Brandenburg, liegt ein 2400 Meter langes Oval aus Rasen. Es dient mehrfach im Jahr dazu, Pferde in hoher Geschwindigkeit, besetzt mit meist kleinen Männern, drumherumzujagen. Tausende Menschen schauen dem Treiben dabei interessiert zu. Wenn Reiter und Pferd endlich durchs Ziel jagen, freuen sich die Einen, wohingegen die Anderen fluchend kleine Zettel zerreissen. Es ist Renntag in Hoppegarten. Man kann ja an so einem Renntag auf alles wetten, auf Sieg, auf Platz, Zwillingswette, Viererwette, man muss nur verstehen, was es bedeutet.
Photographie Playground – Ein Werkstattbesuch

Bevor eine Vernissage in der nächsten Woche die Ausstellung eröffnet, durfte ich heute bereits einen kleinen Blick hinter die Kulissen des kommenden „OM-D Photographie Playgrounds“ werfen. Dazu werden gerade die alten Opernwerkstätten in Berlin zu einer interaktiven Spielwiese umgebaut. Ich treffe mich mit Jessica von „united communications“ unter dem großen Veranstaltungsplakat und über den staubigen Vorplatz erreichen wir den Eingang. Also eher Nebeneingang, denn überall wird noch gebaut und wo eben eine Treppe war, ist etwas später nur noch eine Leiter. Wir gehen durch verwinkelte mit Linoleum belegte Flure und fahren mit einem alten Lastenaufzug hinauf in den dritten Stock, in den „Taubenschlag“. So nennen die Veranstalter diesen Bereich und tatsächlich turteln und flattern ein paar Tauben mitten zwischen den Installationen herum. Weiterlesen „Photographie Playground – Ein Werkstattbesuch“
Frühlingserwachen
Eis und Schnee sind endlich aus dem Stadtbild verschwunden und heute fühlt sich der leichte Windhauch schon etwas warm an. Was niemand mehr für möglich hielt, der Frühling scheint endlich da zu sein. Auch wenn es dazu ein wenig regnet, aber es scheint unaufhaltbar. Zum Wochenende soll es sogar fast 20 Grad werden.
Oder ist es doch kein Frühling? Vielleicht gleich wieder der Sommer wie in den letzten Jahren in Berlin nicht unüblich? Wer braucht schon vier Jahreszeiten, wenn zwei auch genügen? Es wird doch überall gespart, warum nicht an Jahreszeiten. Die Stadt Berlin spart ja auch an Radwegen, zumindest versucht das der Finanzsenator durchzusetzen. Die Verkehrsbehörde würde Berlin ja gerne noch radfreundlicher ausbauen, aber die lieben Finanzen. Immerhin stand heute auch in der Zeitung, das Zypern nun viel mehr Geld braucht als gedacht, rund 26 Milliarden Euro, für ein Land mit weniger Einwohnern als Berlin! Muss man nicht mehr verstehen.
Da ist klar, dass für Berliner Radwege nichts bleibt, das Geld wird anderweitig benötigt und alle müssen sparen. Eben auch an den Jahreszeiten. Wär doch gelacht, wenn wir diese Eurozone nicht zu Grunde wirtschaften. Die Option auf nur eine Jahreszeit haben wir ja auch noch: Winter, soziale Kälte, andauerndes ungemütliches Binnenklima. Passt schon.
Green Line
Seit dem ich meinen neuen Arbeitsplatz am Nordbahnhof habe, steht mir neben der S-Bahn eine weitere Alternative zur Verfügung um dorthin zu gelangen. Die Partytram M10. Also wenn ich sie morgens an der Warschauer Strasse besteige, ist von Party noch nichts zu spüren. Sie füllt sich im Laufe der Strecke eher mit Schülern und Müttern mit Kindern und den dazugehörigen Wagen.
Je nach Zeitfenster kann das recht entspannt sein, aber wenn es ungünstig läuft, ist sie schnell picke-packe voll. Aber da ich Früheinsteiger bin, bekomme ich meist ein nettes Plätzchen und kann mich meinem neuen Hobby widmen: Fernsehen schauen auf dem iPad, offline. Dabei hilft ein kleines Hilfsprogramm, mit dem man alle Filme aus den Mediatheken der ÖR herunterladen kann und nach entsprechender Konvertierung über iTunes auf das iPad bekommt. So kann ich die 30-minütige Fahrzeit gut nutzen. Reisezeit ist Bildungszeit, hat mein Ex-Chef mal gesagt. Also so ähnlich.
Grüne Bewegung
Unter dem Motto „Deutschland bewegt sich“ sollten heute Mittag 1237 Menschen am Potsdamer Platz einen Tanz aufführen, um eine Stadtwette zu gewinnen, die irgendwer mit irgendwem abgeschlossen hatte. War eigentlich egal, Hauptsache ein bißchen Bewegung. Netterweise schien dazu die Sonne aus einem strahlend blauen Himmel und es fühlte sich fast ein wenig nach Frühling an.
Die Tanzchoreografie war ein wenig zu raffiniert für die kurze Einübungszeit, daher sah das Drehen, Klatschen, Vor und zurück insgesamt etwas chaotisch aus. Hat aber Spaß gemacht und zwei schöne grüne T-Shirts gab’s oben drein, können wir gut für den anstehenden Urlaub gebrauchen. In Sizilien ist es sicher wärmer als hier in Berlin. Nur noch 6 Wochen, ole, ole. Auch in Berlin sollen ja in einer Woche endlich zweistellige Plustemperaturen herrschen, wird ja auch langsam Zeit.
Durchblick
Laut Plan sollte der neue Bahnsteig am Bahnhof Warschauer Strasse schon längst in Betrieb sein, die erste Aprilwoche war im Gespräch. Die östliche Hälfte ist auch bereits asphaltiert und zwei Wartehäuschen in schmucken Glas zieren den Bahnsteig. Eine gewagte Wahl der Mittel im ruppigen Kiez. Mal sehen wie lange das gut geht.
Vermutlich hat einfach der lange Winter den Arbeitern einen Strich durch die Rechnung gemacht. Aber jetzt wird ja endlich Frühling und dann wird wieder in die Hände gespuckt. Der Asphaltkocher kann kommen.
Musikanten heraus
Gefühlt wird langsam doch Frühling, auch wenn die Kälte noch immer nicht weichen will. Am Sonntagmorgen klang zum ersten Mal wieder die osteuropäische Kirmesmusik durch die Straßen von Friedrichshain. Akkordeon und Trompete statt Kirchenleuten und wie immer eine extrem aufgekratzte Musikantenschar. Die Musik klingt etwas schrammelig und die Melodien eher unkonkret. Aber es hat irgendwas fröhliches und so fliegen doch ab und an Geldstücke aus den Fenstern. Die Musikanten ziehen weiter und man hört die Musik langsam immer leiser werden und entschwinden und fast fehlt einem anschließend etwas. Eine Art Heimatgefühl. Komisch, oder?
Wolkig mit Aussicht auf Schneefall
Heute Abend führte mein Weg vom Kiesertraining wie üblich zurück über die Warschauerbrücke. Der Himmel im Westen färbte sich langsam rot, die untergehende Sonne war schon nicht mehr zu sehen. Leider wird sie auch die nächsten Tage nicht mehr zu sehen sein, denn es beginnen die trüben Ostertage. Konnten die Berliner die letzten eisigen Tage wenigstens mit Sonne und blauem Himmel kompensieren, kommen jetzt wieder Wolken und sogar neuer Schnee. Weiße Ostern gelten damit als ziemlich sicher. Wenn ich so zurückdenke, dürfte das auch mein erstes, weißes Ostern sein. Eine Wetterpremiere, und dass in meinem Alter. Hatte nicht damit gerechnet, allerdings auch gern darauf verzichtet.
Schneeblind
Die letzten beiden Tagen haben wir uns intensiv mit dem aktuellen Wetter beschäftigt. Das macht man am besten, indem man sich nach draussen begibt und dem Winter der nicht enden will einfach die kalte Schulter zeigt. Erleichternd kam hinzu, dass zwei Tage lange herrlichstes Winterwetter vorherrschte. Blauer Himmel mit einer bereits kräftigen Sonne, die sich sogar ab und an gegen den scharfen Ostwind durchsetzen kann, bei allerdings immer noch arktischen Temperaturen. Weiterlesen „Schneeblind“
Nordatlantische Oszillation

Der Mensch hinterfragt ja gerne, warum Dinge so sind wie sie sind und ich will eigentlich auch endlich wissen, warum zum Beispiel in Dreiteufelsnamen Ende März in Berlin noch strenger Winter ist und wieso die Wahrscheinlichkeit auf weiße Ostern inzwischen wahrscheinlicher ist, als die auf weiße Weihnachten. Da ist doch sicher eine Verschwörung im Gange. Mindestens. Weiterlesen „Nordatlantische Oszillation“








