Nach insgesamt 51 Tagen Aufenthalt hier in Calpe, fällt der Abschied heute schon ein bisschen schwer. Der kleine Ort mit dem markanten Felsen ist uns schon ein wenig ans Herz gewachsen. Immerhin waren wir die längste Zeit der Überwinterung hier, unterbrochen nur durch eine spannende Rundreise durch Andalusien im Februar. Wir sind diesmal auf einem anderen Platz untergekommen als zwischen den Jahren, etwas weiter weg vom Baulärm der Hochhäuser und ohne Hochhäuser die morgens erstmal die Sonne nicht durchlassen. Das ist auf dem Platz Calpe Sol der Fall und daher haben wir eine gute Wahl getroffen.
Warum fährt man 80 Kilometer und rund 800 Höhenmeter über viele Kurven ins spanische Hinterland? Genau, wegen einer Brücke. Der Hotspot für alle Besucher von Ronda ist die „Puente Nuevo“ wie auf dem Titelbild des Beitrags zu sehen ist. Vermutlich schon millionenfach abgelichtet, aber wenn wir schon mal in der Nähe sind, nutzen wir auch die Gelegenheit für einen Besuch. Wir sind dazu auf dem Campingplatz „Le sur“ untergekommen, der ca. 3 km von der eigentlichen Stadt Ronda entfernt liegt. Von hier kommt man zu Fuß – oder auch mit dem Rad – schnell in die Stadt.
Das letzte Puzzlestück des Architekten Bofill in Calpe ist leider in einem schlechten Zustand, eigentlich ist es eine Ruine, aber eine Ruine mit Kultstatus und ein Insta-Hotspot. Der „Club Social“ ist ein praktisch im Meer versenktes Gebäude, dessen charakteristischsten Elemente die großen Oculi (Fenster) waren. Es handelt sich ursprünglich um ein Freizeitareal mit einem Restaurant und einem Schwimmbad. Man kann die Nutzung auf dem alten Bild noch gut erkennen, heute sind nur noch die Mauern mit den typischen runden Öffnungen übrig. Der Rest ist mehr oder weniger vom Meer zerstört worden.
Social Club (70er)- Foto: WikipediaClub Social – Foto: h|b
Die Fensterhöhlen bilden von innen gesehen einen schönen Rahmen um z.B. sich selbst oder den Ifach in Szene zu setzen. Es gibt wohl Pläne das Bauwerk wieder zu restaurieren, sogar Budget steht bereit. Allerdings scheint es Unstimmigkeiten im Stadtrat von Calpe zu geben. Mal schauen ob sich in den Folgejahren etwas tut, wir kommen sicher noch mal her um nachzuschauen. Bis dahin erstmal hier die kleine Bildergalerie der ikonischen Ruine.
BarTreppenDurchblick zum IfachClubraum Schwimmbecken (Ex)Brille
Und zum Schluss der kleinen Serie zu den markanten Gebäuden des Architekten Ricardo Bofill in Calpe noch mal der Gesamtblick auf das Ensemble mit „La Muralla Roja„, dem „Xanadu“ und dem „Club Social“.
Architektur Hotspot in Calpe – Foto: h|b (DJI Mini)
Das zweite Gebäude aus dem Ensemble des Architekten Bofill in Calpe ist grün und trägt den Namen Xanadú. Kann mich noch an einen Filmmusical mit Olivia Newton-John erinnern, der hieß auch so und es ging irgendwie um eine Disco und Rollschuhe. Der Name Xanadu bezieht sich aber auf die chinesische Sommerresidenz des Kublai Kan im 16. Jahrhundert. Der Name wird gemeinhin so interpretiert, dass er dem Wohnhaus einen Hauch von Geheimnis und Reichtum verleiht.
Neben viel schrecklicher Architektur an den Stränden der Costa Blanca ragen zwei Bauwerke in Calpe heraus, die in den 70er Jahren vom Architekten Ricardo Bofill entworfen wurden, der letzte Woche im Alter von 83 Jahren verstorben ist. Eins davon ist das „La Muralla Roja“ – die rote Mauer. Ein Grund für mich sich dieses Gebäude näher anzuschauen, dass unter „Ricardo Bofills 10 berühmtesten Werken“ eingestuft wird. Mit Kamera und Drohne bewaffnet mache ich mich also mit dem Rad auf den Weg durch Calpe.
Auf einem Campingplatz ist es fast wie in einem Mehrfamilienhaus, nur das man – dank fehlender Wände – mehr von den Nachbarn mitbekommt. Zusätzlich ist es auch gleichzeitig wie AirBnB, da es sehr international ist, aber eben auch sehr temporär. Hat man sich an den einen Nachbarn gewöhnt, packt der am nächsten Morgen seine Siebensachen zusammen und zieht weiter. Meist Richtung Süden. Wenn man aus Turku in Finnland kommt, wo es aktuell 20 Grad minus hat, gut nachvollziehbar.
Bei der Wandung zu den Glindower Alpen hatte ich natürlich auch meine Drohne dabei. Ist im Wald nicht ganz so einfach, aber wenn man – wie im Header zu sehen ist – eine Lichtung findet, ist ein Startversuch durchaus lohnenswert. Bietet sich doch eine Sicht auf den Wald, der sonst nur Vögeln vorbehalten ist. Die Strahlen der tiefstehenden Sonne werfen Schatten auf den Boden des Waldes, ganz klein am unteren Rand müsste auch unsere Fotogruppe zu erkennen sein. Der Blick im folgenden Bild geht über den Turm des Ziegeleimuseums Glindow weit über den Glindower See. Links am Horizont müsste die Werdersche Halbinsel zu sehen sein. Ist auf jeden Fall nicht sehr weit entfernt und immer ein Besuch wert.
Bis zum Freitagmittag des 1. Oktoberwochenendes sind bereits ein Dutzend Wohnmobile der Marke „Hobby Ontour Edition“ am Wohnmobilhafen Twistesee eingetroffen. Der extra dafür reservierte Bereich füllt sich langsam aber stetig. Eingeladen hatten die Administratoren der gleichnamigen Facebookgruppe Andrea Winter, Tanja Martin und Guido Könning. Die Gruppe wurde vor 2 Jahren von den beiden Letzteren gegründet und umfasst inzwischen mehr als 600 Mitglieder.
Aufkleber – Foto: h|b
Gruppenkuscheln – Foto: h|b
Menschen die ein gemeinsames Interesse haben – das reisen mit dem Wohnmobil – und Besitzer eines Hobby Ontour Edition sind. In der Gruppe herrscht ein reger Austausch. Themen rund um das aktuelle Modell der Ontour-Reihe, Möglichkeiten von Verbesserungen, Tipps&Tricks zu Erweiterungen und natürlich Reiseberichte, Stellplatztipps und vieles mehr. Viele gute Gründe sich auch mal in der Realität kennenzulernen.
Für Fotografen ist jedes gelbe Rapsfeld mit weitem, azurblauen Himmel darüber eine Farbkomposition, der man sich kaum entziehen kann. Da muss ein Foto her. Selbst wenn die ganze Festplatte schon voll davon ist, diesmal ist es bestimmt anders. Ist es nicht, aber es ist trotzdem schön anzusehen. Das Titelbild sieht fast ein wenig wie ein Windows Hintergrundbild aus und die Bilder aus der Drohnensicht, fangen die Farbe Gelb noch mal unverfälscht und ohne Ablenkung ein. Die Linien im Rapsfeld geben dem Ganzen noch ein wenig Struktur.
Linien (DJI Mini) – Foto: h|b
Die Rapsanbaufläche in Deutschland beläuft sich übrigens auf rund 880.000 Hektar. Die Anbaumenge ist aktuell aber rückläufig, vor ein paar Jahren war es noch fast doppelt so viel. Gründe für die Zurückhaltung im Rapsanbau liegen u.a. an den Erfahrungen aus den Vorjahren, wo zahlreiche Flächen durch die anhaltende Trockenheit umgebrochen werden mussten, nach den erneut fehlenden Niederschlägen im letzten Jahr, säten die Landwirte wenig. Verwendung findet Raps hierzulande hauptsächlich bei der Erzeugung von Speiseöl, Biodiesel und in der Verwertung als Futtermittel.
Rapsfeld – Foto: h|b
Rapsfeld mit Baum – Foto: h|b
Rapsfeld – Foto: h|b
Durchfahrt – Foto: h|b
Die Fotos des Beitrags entstanden mit der Olympus OM-D E-M5II und der DJI Mini.
Mit diesem Beitrag endet meine #gelbewoche. Mal schauen was mir so als Nächstes einfällt.