Nachbarschaften

Auf einem Campingplatz ist es fast wie in einem Mehrfamilienhaus, nur das man – dank fehlender Wände – mehr von den Nachbarn mitbekommt. Zusätzlich ist es auch gleichzeitig wie AirBnB, da es sehr international ist, aber eben auch sehr temporär. Hat man sich an den einen Nachbarn gewöhnt, packt der am nächsten Morgen seine Siebensachen zusammen und zieht weiter. Meist Richtung Süden. Wenn man aus Turku in Finnland kommt, wo es aktuell 20 Grad minus hat, gut nachvollziehbar.

Man kommt zwar ein wenig in Kontakt, tauscht vielleicht ein paar Worte, aber es ist nichts tiefgreifendes dahinter. Man kennt sich im Grunde nicht und hat auch nicht genug Zeit – oder auch Lust – sich näher kennenzulernen. Es gibt durchaus Camper die das hier mit dem Überwintern schon seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten machen, da kennt man sich untereinander und trifft sich auch schon mal zum gemeinsamen Grillen. Das ist aber nicht so unser Ding.

Wenn man morgens gegen neun Uhr zur Dusche geht, begrüßt man natürlich rechts und links die anderen Camper, Bonjour nach rechts zum älteren französischen Pärchen, Hyvää huomenta nach links zum bärtigen Finnen, Goedemorgen in die holländische Enklave oder halt Moin zu den restlichen, als deutsch identifizierten Campern. Über die Nummernschilder ist das ja alles leicht zu erkennen. Die einzelnen Straßen auf dem Platz haben sogar Namen, um sich besser orientieren zu können, die Platznummern sind in kleine Mosaiken eingebunden.

Die Intimsphäre bleibt auch in anderen Belangen etwas auf der Strecke, schließlich teilt man sich auch die sanitären Anlagen mit völlig fremden Menschen. Das sind wir aber seit rund 15 Jahren gewohnt, dass muss man eben abkönnen. Sonst wird Camping etwas schwierig.

Wir ihr sehen könnte, haben wir auch das Vorzelt wieder aufgebaut, aller guten Dinge sind schließlich 3. Seit dem Wochenende ist der Wind verschwunden und kommt auch bis zu unserer Weiterfahrt nicht mehr zurück. Daher haben wir uns entschlossen, es ein letztes Mal zu versuchen. Es hat geklappt und so sitzen wir gemütlich in unserem Wintergarten, auch wenn es die Nachbarn schon in die Wohnmobile treibt, da es Abends empfindlich kühl wird. Das sommerlich, angenehme Wetter findet eher am Tage statt. Geht die Sonne unter kühlt es schnell ab. Daher genießen wir jeden Sonnenstrahl und sind dankabr das hier genießen zu können.

Titelbild: DJI Mini, die anderen Bilder wie gewohnt mit dem iPhone 13 Pro.

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