Weiß der Geierley

Geierley Brücke bei Mörsdorf

Lange nichts geschrieben stell ich grad fest, aber der Workflow im Urlaub ist noch nicht so zufriedenstellend, daher gibt es die Bilder und Geschichten meist erst danach. Wir waren mit unserem Wohnmobil Anfang September auf Abschiedstour, auf der CSD in Düsseldorf haben wir ein Neues gekauft, und unsere gute, alte Bergziege geht nun in den Verkauf. Das haben wir mit ein wenig „Unterwegs in Deutschland“ ordentlich abgeschlossen.

Nachdem wir Düsseldorf den P1 überlebt haben, ab 6 Uhr morgens donnern im Minutentakt die startenden Flugzeuge über unser Wohnmobil und damit auch über uns, starten wir über Aachen eine kleine Eifel- und Hunsrückrundfahrt. Neben den klassischen Maaren befindet sich dort seit 2015 die längste schönste Hängebrücke Deutschlands.

Geierley Brücke bei Mörsdorf
Geierley Brücke bei Mörsdorf – Foto: h|b

Das Superlativ „Längste Hängeseilbrücke Deutschlands“ hielt nur bis 2017, dann entstand im Harz bei der Rappbodetalsperre die – vorerst – weltweit allerlängste Hängeseilbrücke. So ist das halt mit Rekorden. Immer kommt jemand, der einen noch Längeren oder Größeren hat. Das tut der Attraktivität keinen Abbruch, finden die beiden Brücken doch durch die unterschiedlichen touristischen Gebiete, hier Eifel, Hunsrück, Mosel, dort Harz, ihre Gäste. Noch ein kleiner, aber feiner Unterschied: Die Geierleybrücke darf man ganz umsonst überqueren, für die Brücke im Harz zahlt man 6 Euro.

Geierley Brücke bei Mörsdorf
Selbstportrait ohne Selfiestick – Foto: u|b

Nach der Saison ist es auf der Brücke recht entspannt, ich habe gerade Bilder gefunden, da wäre ich ungern auf der Brücke, auch wenn sie diese Menschenmassen wohl aushält. Es ist auch ein recht langer Weg von den ausgewiesenen Parkplätzen, um zur Brücke zu kommen, an heißen Tagen zieht sich das ganz schön. Leider klappt Mörsdorf auch im September an bestimmten Wochentagen schon mal die Bürgersteige hoch, so dass es kulinarisch etwas eng wird.

Für Menschen mit Höhenangst ist es defintiv nichts was man empfehlen könnte, für alle die gern mal Indiana Jones spielen möchten – allerdings ohne fehlende Brückenteile und ohne Krokodile im darunterfließenden reißenden Fluss (den es übrigens hier nicht gibt) – ist es eine spannende Erfahrung und auf jeden Fall einen Besuch wert.

Pomnik Chrystusa Króla

Der Besuch der weltgrößten Christusstatue in Świebodzin in Polen stand schon länger auf unserer Agenda. So nutzten wir am letzten Wochenende die Gelegenheit unserem Wohnmobil ein wenig Auslauf zu gönnen und fuhren in unser Nachbarland Polen. Obwohl es näher liegt, als alle Ziele die wir bisher so angefahren haben, ist Polen irgendwie „Terra incognita“ geblieben. Das müssen wir dringend ändern.

Blick nach Westen – Foto: h|b

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Sailormoon

Greta Thunberg im MiWuLa Hamburg - Foto: h|b

„We are on our way!“ twitterte Greta Thunberg vor etwa 3 Stunden. Da haben sie gerade mit der Rennjacht Malizia II und den beiden Skippern Boris Herrmann und Pierre Casiraghi den Hafen von Plymouth verlassen. Nun geht es auf der Nordatlantikroute in unruhige Gewässer. Laut windy.com müssen sie dabei erstmal mit jeder Menge Gegenwind rechnen. Den dürfte sie aber inzwischen gewohnt sein, schlägt er ihr doch aus allen Kommentarspalten unverblümt entgegen. Selten kann man so viel Hass lesen, wie zu Beiträgen von oder über die 16-jährige Klimaaktivistin.

Das Titelbild stammt aus dem MiWuLa in Hamburg und zeigt Greta auf einem Eisberg, zusammen mit einem Eisbär, was in der gegenwärtigen Situation vielleicht keine so glückliche Kombination darstellt. Da sind die Businesskasper noch recht harmlos dagegen.

Ich hoffe, dass sie weder einen Eisberg rammt, noch auf einem strandet und die Überfahrt insgesamt für sie gut ausgeht. Ganz ehrlich, auf dem hinteren Schiff könnte ich mir so eine Passage auch vorstellen, aber das wäre leider weder klimafreundlich, geschweige denn klimaneutral. Gute Reise Greta und immer eine handbreit Wasser unter dem Kiel.

Mix it, Baby

Roller & Scooter in Berlin

Für Menschen die sich nicht zu Fuß bewegen wollen und das Glück haben im inneren S-Bahn Ring von Berlin zu leben, ist hier gerade das Schlaraffenland ausgebrochen. Wir sind damals mit einem Auto nach Berlin gekommen, um nach ein paar Monaten festzustellen, dass es nur rumsteht und einstaubt. Also haben wir es unserem Sohn geschenkt, der gerade eins brauchte. Ein weiterer Glücksfall: mein Arbeitgeber stellte allen Mitarbeitern ein ABC Ticket für Berlin zur Verfügung. Das durfte ich auch privat nutzen. Dafür zahlte ich eine kleine Kostenbeteiligung und etwas Steuern für den geldwerten Vorteil. Aber immer noch wesentlich weniger als ein normales Monatsticket. Ich konnte in Berlin im ÖPNV also fahren was ich wollte. Ich kam mir vor wie Django aus dem alten Witz.

DriveNow E-BMW DriveNow E-BMW – Foto: h|b

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Sic mundus creatus est

Stabkirche Stahnsdorf

Überschrift und Titelbild geben sicher dem Einen oder Anderen schon den Hinweis um was es im heutigen Beitrag geht: Um eine deutsche Netflix-Serie bei der man am Ende nicht mehr weiß, was man bis vor irgendwann noch dachte zu wissen: Dark. Zu verschlungen sind die Zeitebenen und die Beziehungen der handelnden Personen zueinander. Dagegen waren die drei Teile von „Zurück in die Zukunft“ Kinderkram.

Da große Teile der Serie in Berlin und Brandenburg gefilmt wurden, gibt es auch diverse Locations zu besuchen. Gestern waren wir dazu auf dem Südwest-Kirchhof von Stahnsdorf (es muss ja nicht immer GoT und Spanien sein ;-). Dort findet sich wahrhaftig eine hölzerne Stabkirche, wie wir sie sonst eher aus Norwegen kennen. Und diese Kirche bildet den Hintergrund einer Begegnung zwischen Jonas & Jonas (Der Fremde), die ja ein und dieselbe Person sind. (u.a. Staffel 1, Folge 5)

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Col du Galabier

Zwei Radfahrer am Col du Galabier

Aus aktuellen Anlass heute ein kleiner Beitrag, der den Helden der Tour de France und der heutigen Etappe von Embrun nach Valloire gewidmet ist. Auf einer der letzten Etappen der diesjährigen Wohnmobiltour haben wir am Col du Lautaret übernachtet. Gut 2000 Meter hoch und so richtig mit Regen, Gewitter, aber vor traumhafter Bergkulisse.

Bergkulisse
Übernachtungsplätzchen – Foto: h|b

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Mister Wiseguy

Virginia-Uhu

Uhus und Eulen seien weise, sagt man so. Vermutlich weil sie sehr alt werden können. Also für Vögel. Der Virginia Uhu auf dem Titel immerhin bis zu 30 Jahre alt. In Gefangenschaft. In der freien Wildbahn eher die Hälfte. Wenn sie einen mit diesen gelborangenen, riesigen Augen anschauen, weiß man allerdings nie so genau ob die Weisheit aus ihnen spricht, oder vielleicht doch eher der Versuch einzuschätzen, ob du vielleicht eine mögliche Beute sein könntest. Immerhin ist dieser Uhu  über einen halben Meter groß und fängt sogar Stinktiere. Die sind ja wahrlich auch nicht sooo klein.

Nach den Gibbons im Tiergarten habe ich noch eine Runde durch die Volieren gedreht. Durch die Gitter der Volieren, mal kleinmaschig, mal etwas größer, klappt das fotografieren nur, wenn die Tiere nicht zu dicht am Gitter sitzen (Gitter ist mit auf dem Foto) oder zu weit hinten im Käfig (keine Freistellung des Hintergrunds möglich) und möglichst offener Blende. Mit dem 75-300 m.Zuiko klappt das ganz gut, wenn die Position der Vögel passt. Eine kleine Auswahl gibt es hier noch zu sehen.

Familienbande

Weisshandgibbons

Parcoursportler dürften neidisch werden, Trapezkünstler ebenso. Die Leichtigkeit mit der sich die Weißhandgibbons im Berliner Tierpark durch das Bambus- und Seilgestell hangeln ist atemberaubend und gleichzeitig mit einer Eleganz die man kaum beschreiben kann. Man muss es einfach sehen. Schwinghangeln wird das genannt und beschreibt die Bewegung in Bäumen von Ast zu Ast nur unter Einsatz ihrer vorderen Gliedmaßen.

Weisshandgibbon

Affentanz – Foto: h|b Weiterlesen „Familienbande“

Mare Tranquillitatis

Partielle Mondfinsternis

Am Sonntag werden es 50 Jahre, seit der erste Mensch den Mond im Mare Tranquillitatis betreten hat. Zur Einstimmung wurde gestern Nacht extra eine partielle Mondfinsternis aufgeführt. Mit einem Kollegen aus dem Fotoclub breche ich gegen halb 10 auf und wir fahren nach Blankenfelde. In der Mitte der Bahnhofsstraße gibt es dort einen kleinen Wendehammer zum Parken. Ich: Kleine Kamera (OM-D E-M5 II und Stativ) Er: 2 Spektive und ein Spiegelteleskop wenn ich mich recht erinnere. 2000 mm steht vorn drauf.

Vollmond
Vollmond – Foto: h|b

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Drachenstein

Kloster San Juan de Gaztelugatxe

Auf unserer Spanientour hatten wir ja den Besuch einiger Drehorte von „Game of Thrones“ auf dem Tourplan. So waren wir in „Girona„,  an der „Septe von Baelor“ und auf den Spuren von Arya. Etwas später in „Meereen„, aka „Castell de Peñíscola“, immer auf der Suche nach den richtigen Bildern, die – ausgehend von den Filmszenen – die passende reale Umgebung zeigen. Nicht ganz einfach.

Bild im Bild
Daenerys auf der Insel Drachenstein, Gaztelugatxe, Baskenland © Andrea David / HBO

Mit dem folgenden Bild im Kopf (www.filmtorurismus.de) brechen wir von Bilbao nach einem unaussprechlichem Ort namens Gaztelugatxe auf. Eine Insel im Atlantik und Heimat von Daenerys Targaryen: Drachenstein. Nur knapp 40 Kilometer entfernt, aber über kleine Sträßchen eine schöne Kurbelei. Als wir – mit vielen anderen Autos – den Parkplatz erreichen, großer Schreck: Alles voll. Dabei sollte es doch der krönende Abschluss der Spanientour sein. Am Ende der Straße wenden wir und sehen aus den Augenwinkeln weitere Parkplätze. Viele Parkplätze. Hätte mich ja bei einer solchen Attraktion auch gewundert. Wir finden ein Plätzchen für unser Wohnmobil und machen uns zu Fuß auf die beschwerliche Reise.

Aufgang zum Kloster San Juan de Gaztelugatxe
Aufgang zum Kloster San Juan de Gaztelugatxe – Foto: h|b

Kleiner Tipp: Unbedingt vorher online Karten reservieren, werden in Zeitslots eingeteilt, da man Pech haben kann und nicht mehr reingelassen wird wenn bereits zu viele Besucher unterwegs sind. Wir waren früh da, hatten Glück und Vorsaison, also durften wir ohne Online-Tickets rein. Zuerst einmal geht es teilweise steil die Küste hinunter, bis auf Meereshöhe. Immer wieder ergeben sich fantastische Ausblicke auf die Klosterinsel, aber ruhig warten mit dem Fotografieren, es wird besser je tiefer und näher man kommt.

Persona uf Treppe
Ich.Bin.Schnee, Jon Schnee – Foto: h|b

Ist man erst mal unten angekommen, sammelt man am Besten ein wenig Kraft und macht sich dann an den Aufstieg als Pilger, oder eben als Jon Schnee, nur ohne fransigen IKEA Teppich. Wer sich vielleicht an die Szene erinnert, Jon und Daenerys gehen die Treppen nach oben, die Kamera dreht sich und einer ihrer Drachen überfliegt vom Meer kommend tief die Szenerie, Jon duckt sich erschreckt. Ich konnte ruhig dort stehen, müsste in etwa die Höhe sein, Drachen kamen Gottseidank keine. Nur später ein Hubschrauber. Da wollte wohl jemand nicht laufen. Auf dem Bild sind ausnahmsweise auch wenig Menschen, es ist ansonsten eigentlich fast unmöglich dort Bilder zu machen, bei denen man nicht von Menschen umringt ist, die gerade auf- oder absteigen.

Blick vom Kloster Gaztelugatxe
Blick vom Kloster Gaztelugatxe – Foto: h|b

Oben kann man sich ausruhen, den Ausblick genießen und hoffen, dass die Deppen aufhören, dauernd die Glocke des Klosters zu läuten und das lustig zu finden 😉 Wenn man sich sattgesehen hat, geht es die 237 Stufen wieder hinunter und auf der anderen Seite wieder steil und ohne Stufen nach oben. Dort wird man in einem Restaurant mit einem riesigen Angebot an leckeren Tapas und kalten Getränken belohnt. Auch hier der Tipp: Erst essen holen, dann am Restaurant vorbei in den unteren Parkbereich gehen und sich ein Plätzchen mit Meerblick suchen. Irgendwann versteht man auf einmal Daenerys Heimweh nach Drachenstein.