Sailormoon

Greta Thunberg im MiWuLa Hamburg - Foto: h|b

„We are on our way!“ twitterte Greta Thunberg vor etwa 3 Stunden. Da haben sie gerade mit der Rennjacht Malizia II und den beiden Skippern Boris Herrmann und Pierre Casiraghi den Hafen von Plymouth verlassen. Nun geht es auf der Nordatlantikroute in unruhige Gewässer. Laut windy.com müssen sie dabei erstmal mit jeder Menge Gegenwind rechnen. Den dürfte sie aber inzwischen gewohnt sein, schlägt er ihr doch aus allen Kommentarspalten unverblümt entgegen. Selten kann man so viel Hass lesen, wie zu Beiträgen von oder über die 16-jährige Klimaaktivistin.

Das Titelbild stammt aus dem MiWuLa in Hamburg und zeigt Greta auf einem Eisberg, zusammen mit einem Eisbär, was in der gegenwärtigen Situation vielleicht keine so glückliche Kombination darstellt. Da sind die Businesskasper noch recht harmlos dagegen.

Ich hoffe, dass sie weder einen Eisberg rammt, noch auf einem strandet und die Überfahrt insgesamt für sie gut ausgeht. Ganz ehrlich, auf dem hinteren Schiff könnte ich mir so eine Passage auch vorstellen, aber das wäre leider weder klimafreundlich, geschweige denn klimaneutral. Gute Reise Greta und immer eine handbreit Wasser unter dem Kiel.

Col du Galabier

Zwei Radfahrer am Col du Galabier

Aus aktuellen Anlass heute ein kleiner Beitrag, der den Helden der Tour de France und der heutigen Etappe von Embrun nach Valloire gewidmet ist. Auf einer der letzten Etappen der diesjährigen Wohnmobiltour haben wir am Col du Lautaret übernachtet. Gut 2000 Meter hoch und so richtig mit Regen, Gewitter, aber vor traumhafter Bergkulisse.

Bergkulisse
Übernachtungsplätzchen – Foto: h|b

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Drachenstein

Kloster San Juan de Gaztelugatxe

Auf unserer Spanientour hatten wir ja den Besuch einiger Drehorte von „Game of Thrones“ auf dem Tourplan. So waren wir in „Girona„,  an der „Septe von Baelor“ und auf den Spuren von Arya. Etwas später in „Meereen„, aka „Castell de Peñíscola“, immer auf der Suche nach den richtigen Bildern, die – ausgehend von den Filmszenen – die passende reale Umgebung zeigen. Nicht ganz einfach.

Bild im Bild
Daenerys auf der Insel Drachenstein, Gaztelugatxe, Baskenland © Andrea David / HBO

Mit dem folgenden Bild im Kopf (www.filmtorurismus.de) brechen wir von Bilbao nach einem unaussprechlichem Ort namens Gaztelugatxe auf. Eine Insel im Atlantik und Heimat von Daenerys Targaryen: Drachenstein. Nur knapp 40 Kilometer entfernt, aber über kleine Sträßchen eine schöne Kurbelei. Als wir – mit vielen anderen Autos – den Parkplatz erreichen, großer Schreck: Alles voll. Dabei sollte es doch der krönende Abschluss der Spanientour sein. Am Ende der Straße wenden wir und sehen aus den Augenwinkeln weitere Parkplätze. Viele Parkplätze. Hätte mich ja bei einer solchen Attraktion auch gewundert. Wir finden ein Plätzchen für unser Wohnmobil und machen uns zu Fuß auf die beschwerliche Reise.

Aufgang zum Kloster San Juan de Gaztelugatxe
Aufgang zum Kloster San Juan de Gaztelugatxe – Foto: h|b

Kleiner Tipp: Unbedingt vorher online Karten reservieren, werden in Zeitslots eingeteilt, da man Pech haben kann und nicht mehr reingelassen wird wenn bereits zu viele Besucher unterwegs sind. Wir waren früh da, hatten Glück und Vorsaison, also durften wir ohne Online-Tickets rein. Zuerst einmal geht es teilweise steil die Küste hinunter, bis auf Meereshöhe. Immer wieder ergeben sich fantastische Ausblicke auf die Klosterinsel, aber ruhig warten mit dem Fotografieren, es wird besser je tiefer und näher man kommt.

Persona uf Treppe
Ich.Bin.Schnee, Jon Schnee – Foto: h|b

Ist man erst mal unten angekommen, sammelt man am Besten ein wenig Kraft und macht sich dann an den Aufstieg als Pilger, oder eben als Jon Schnee, nur ohne fransigen IKEA Teppich. Wer sich vielleicht an die Szene erinnert, Jon und Daenerys gehen die Treppen nach oben, die Kamera dreht sich und einer ihrer Drachen überfliegt vom Meer kommend tief die Szenerie, Jon duckt sich erschreckt. Ich konnte ruhig dort stehen, müsste in etwa die Höhe sein, Drachen kamen Gottseidank keine. Nur später ein Hubschrauber. Da wollte wohl jemand nicht laufen. Auf dem Bild sind ausnahmsweise auch wenig Menschen, es ist ansonsten eigentlich fast unmöglich dort Bilder zu machen, bei denen man nicht von Menschen umringt ist, die gerade auf- oder absteigen.

Blick vom Kloster Gaztelugatxe
Blick vom Kloster Gaztelugatxe – Foto: h|b

Oben kann man sich ausruhen, den Ausblick genießen und hoffen, dass die Deppen aufhören, dauernd die Glocke des Klosters zu läuten und das lustig zu finden 😉 Wenn man sich sattgesehen hat, geht es die 237 Stufen wieder hinunter und auf der anderen Seite wieder steil und ohne Stufen nach oben. Dort wird man in einem Restaurant mit einem riesigen Angebot an leckeren Tapas und kalten Getränken belohnt. Auch hier der Tipp: Erst essen holen, dann am Restaurant vorbei in den unteren Parkbereich gehen und sich ein Plätzchen mit Meerblick suchen. Irgendwann versteht man auf einmal Daenerys Heimweh nach Drachenstein.

Bilbao

Guggenheimmuseum in Bilbao

„Sich neu erfinden oder sterben, dieses Motto hat das alte Bilbao umgesetzt. Die Industriestadt war vom wirtschaftlichen Niedergang gezeichnet. Nach Eröffnung des Guggenheim-Museums gelang der Stadt eine wirtschaftliche Neupositionierung: sie wandelte sich zur kulturellen Metropole“. Soweit der Werbesprech. Auch wir haben die baskische Hauptstadt Bilbao wegen des architektonischen Highlights vom amerikanischen Architekten Frank O. Gehry auf dem Plan, sind aber ansonsten leider nicht sehr gut vorbereitet.

Puppy, Blumen-Skulptur von Jeff Koons
Puppy, Blumen-Skulptur von Jeff Koons – Foto: h|b

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Pamplona

Monumento al Encierro

Nächster Halt, Pamplona. Auch hier wieder ein stadtnaher Stellplatz, schön angelegt von der Kommune und für 10€ die Nacht völlig akzeptabel. Maximale Standzeit 48 Stunden. Entsorgung, Strom und Wasserablass am Platz, alles inkludiert. Adresse: Av. de Gipuzkoa Etorbidea, 1-409, 31014 Pamplona, Navarra, Spanien.

Nach dem Einrichten zieht es uns in das Städtchen. Pamplona ist für zwei Dinge bekannt, zum einen endet hier nach dem Start in St. Jean-Pied-de-Port die dritte Etappe des Jakobsweges und zum anderen findet zum Sanfermines der „Encierro“, der weltweit bekannte Stierlauf statt. Die Strecke hat eine Länge von 850 Metern und verläuft durch den verschlungenen mittelalterlichen Teil der Altstadt. Die eigentliche – und nicht ungefährliche – Jagd der Stiere dauert rund 3 Minuten, wobei man sich fragen muss, wer hier eigentlich wen jagt. Ein Denkmal wurde diesem Spektakel gewidmet und steht unweit der Stierkampfarena.

Monumento al Encierro
Monumento al Encierro – Foto: h|b

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Saragossa

Brücke "Puenta de Piedra" und die "Basílica del Pilar" in Saragossa

Wo waren wir stehengeblieben, richtig, Spanien. Nach einer erholsamen Woche auf dem Campingplatz „Eden“ in Peniscola zog es uns weiter. Weg von der Mittelmeerküste übers Land nach Saragossa, immer knapp dem Unwetter entkommend, was schon zum Auftakt jede Menge Staub und Sand über die Straßen fegte.

In Saragossa gibt es einen kostenfreien, städtischen Stellplatz für Wohnmobile am „Estadio de Atletismo Corona de Aragón“ (N 41° 41′ 0“,  W 0° 53′ 25′). Keine Infrastruktur, aber Entsorgung für Grauwasser und Toilette sind vorhanden. Sogar frisches Wasser kann umsonst aufgefüllt werden. Weiterlesen „Saragossa“

Peñíscola

Anfang Juni waren wir im Rahmen unserer Wohnmobiltour ein paar Stunden in Meereen, aka „Castell de Peñíscola“. Der Campingplatz ist nur ein Steinwurf entfernt. Die Festung an der spanischen Mittelmeerküste war bereits häufiger Schauplatz von Filmen, z.B. auch des Klassikers El Cid und natürlich eine Location von „Game of Thrones“ in Staffel 6. Dort spielt sie Meereen, die größte Stadt in der Sklavenbucht.

Es gibt unzählige Eckchen, Tore, Gäßchen und Winkel die in jeden Fantasy- oder Abenteuerfilm passen. Wenn man sich die Bilder aus der Serie anschaut (alle Sreenshots by HBO) sieht man den unglaublichen Aufwand der getrieben wird, bis ein Set perfekt ist, oder was nicht passt, mit CGI nachgestellt oder ergänzt wird, siehe Pyramide und Anbauten über der Rampe, die Tyrion und Varys gehen, oder das Bild der brennenden Flotte aus der 1. Folge von S6 (alle zwischen der 28. und 32. Minute)

Ein schöne Anlage, die früher sogar Residenz des geflohenen Gegenpapstes Benedikt XIII war. Die Statue des Gegenpapstes (bürgerlich Pedro de Luna), bekannt als Papa Luna, steht, oder besser sitzt vor der Burgmauer. Auch die Tempelritter sollen eine Zeitlang die Herren des Castell de Peñíscola gewesen sein. In den Räumlichkeiten der Burg werden viele Dinge aus beiden Epochen ausgestellt.

Im angeschlossenen Burggarten lässt sich noch wunderbar entspannen, und die Aussicht über das Meer genießen. Burg und Garten gibt es allerdings nur gegen Eintritt zu sehen. Ist mit 5€ aber human und dient der Erhaltung der Anlage für weitere Generationen.

Bilder der Dreharbeiten zu „Juego de Tronos“ finden sich unter: http://www.xn--peiscoladecine-rnb.com/localizaciones/juego-de-tronos/

Bergkloster

Kloster, Montserrat

Am Morgen wachen wir gut ausgeschlafen auf und stehen um acht Uhr am Schalter der Zahnradbahn. Die Tickets für die Bahn um halb neun sind sogar günstiger als erwartet. Sondertarif für die erste Bahn. Mit uns fahren ein paar Touristen, aber auch Angestellte die 20 Minuten nach oben. Die Cremallera de Montserrat überwindet bei einer Maximalsteigung von 15,6 Prozent 550 Höhenmeter und legt dabei knapp 5 Kilometer zurück. Oben sind wir am Anfang noch recht allein, nicht mal die Touristeninfo hat geöffnet, aber die ersten Reisegruppen kommen uns bald entgegen, die mit den Bussen bis ganz nach oben fahren. Stündlich wird es voller auf dem Gelände des Klosters.

Wir nutzen die Gelegenheit und besichtigen die Basilika mit der schwarzen Madonna, lassen uns von einer Schulgruppe interviewen und fahren mit der Funicular de Sant Joan noch weiter nach oben. Mit einer maximalen Steigung von 65% ist sie die steilste Standseilbahn in Spanien. Von ganz oben haben wir einen fantastischen Blick auf die Klosteranlage von Montserrat und nach allen Himmelsrichtungen bis zum Meer nach Barcelona. Fantastisch. Dort oben könnte man jetzt noch weiter wandern, aber wir haben nut bis zum Mittag geplant, da wir noch weiterfahren Richtung Süden. Der nächste Ort hat wieder einen Bezug zu Game of Thrones und wird uns für fast 5 Tage beherbergen. Wir üben schon mal das überwintern in Spanien. Mal sehen ob dass was für uns ist.

Königslande

Stadtansicht von Girona

Nach den Flamingos und der südfranzösischen Küste geht es weiter nach Spanien. Unser letzter Versuch das Land zu „erfahren“ endete nach ein paar Kilometern auf dem Anhänger eines Abschleppers und 3 Tagen auf dem Hinterhof einer Werkstatt. Diesmal haben wir vorher viel auf Holz geklopft und fahren auf der Autobahn A9 erstmal Richtung Süden. Es zieht sich noch ganz gut, aber irgendwann kommt die Grenze, Spanien ist erreicht.  Jetzt noch knapp 70 Kilometer, dann haben wir unser erstes Tagesziel erreicht: Girona.

Kathedrale von Girona – Foto: h|b

Der Ort spielt in der 6. Staffel von Game of Thrones gleich zwei Rollen. Einmal Königsmund, wo die Cathedrale von Girona die Septe von Baelor darstellt, mit dem Start des „Walk of shame“ von Cersei und der Verheiratung von Marguery mit Tommen auf den Stufen der riesigen Treppe. In der letzten Folge der Staffel wird die Septe dann von Cersei aus Rache an den „Spatzen“ komplett durch „Seefeuer“ zerstört. Zum anderen spielen die Gässchen von Girona eine wichtige Rolle für Arya, die sich in Braavos, den Attacken der Heimatlosen erwehren muss.

Girona, Drehort „Game of Thrones“
Girona, Drehort „Game of Thrones“, Escales de Sant Marti

Dabei springt sie  auf der Flucht aus einem Fenster mitten in einen Marktplatz auf den Stufen der Escales de Sant Marti und ein Stück später rettet sie sich hinter das Theater auf dem Plaça dels Jurats. Auf der Brücke direkt daneben wird sie von der Heimatlosen mit dem Messer attackiert und verletzt. Soviel zur Dramaturgie und der Reihenfolge der Szenen. Beim Spaziergang durch die Altstadt von Girona, rund um die riesige Kathedrale, vermutet man hinter jeder Ecke gleich einem Charakter der Serie zu begegnen. Ein Muss für jeden GoT Fan.

In der Nähe der Altstadt, vielleicht 15 Minuten zu Laufen, haben wir einen Parkplatz gefunden, der auch für Wohnmobile geeignet ist. Und das sogar für „graduit“. Nach gut drei Stunden Entdeckungstour fahren wir weiter zu unserem heutigen Endziel, zum Busparkplatz an der Monistrol de Montserrat, der Zahnradbahn zum Kloster. In der Nebensaison wird geduldet, dass man dort als Wohnmobilist übernachtet, um morgens mit dem ersten Zug zum Kloster zu fahren. Das ist aber schon die nächste Geschichte.

Von Mücken und Flamingos

Schattenselfie auf einem toten Baum am Meer

Nach Genf wollten wir eigentlich gemütlich mitten durch Frankreich cruisen, ein paar Tour de France Pässe überqueren, in Briancore übernachten und am nächsten Tag an der südfranzösischen Küste landen. Der neue Tag begann allerdings mit Regentropfen auf dem Womodach, der Blick nach draußen zeigte einen grauen Genfer See. Die Berge verhangen von dunklen, regenschweren Wolken, keine guten Voraussetzungen für unseren Plan.

Der Vorteil bei einem Wohnmobil ist aber genau der: Man muss dem Plan nicht folgen, sondern kann ihn permanent anpassen. Der Blick auf die Wetter-App zeigte denn auch Sonnenschein und 25 Grad in Saintes-Maries-de-la-mer. Da wo wir morgen eh sein wollten. Kurzer Blick aufs Navi, etwas mehr als 400 km, let’s go.

Die mautpflichtigen Autobahnen bringen einen gut vorwärts und am späten Nachmittag stehen wir bei angenehmen Temperaturen in der untergehenden Sonne am Mittelmeer. Perfekte Entscheidung. Der Campingplatz ist noch recht leer, noch keine Saison, aber berüchtigt für seine Stechmücken. Da aber gleichzeitig ein mehr als starker Wind weht, haben sie nicht so genervt.

Am nächsten Tag wollte ich die Flamingos besuchen die vor 11 Jahren – da waren wir schon mal dort – ganze Gewässer rosa gefärbt hatten. Es sind noch welche da, aber längst nicht so viele wie ich in Erinnerung hatte. Die da waren, hielten ihre Köpfe vor dem Sturm im Gefieder und sich nah am fernen Ufer, was ein wenig Schutz bot. Zu weit weg, selbst für das neue Supertele. Dann halt nicht. Für ein Schattenselfie mit dem iPhone hat es aber noch gereicht 😉