Gelbe Engel

Nach zwei Tagen Zwangsrast im spanischen Bera, sind wir heute in Lourdes angekommen und haben gleich erstmal eine Kerze gestiftet.

Was ist passiert? Auf unserer Frankreichtour hat am Montagmittag unser Wohnmobil auf einer kleinen Passhöhe in den spanischen Pyrenäen mit einem „Schepper, Dengel, Örks“ seinen Willen zur Weiterfahrt verweigert. Mein kurzer, unfachmännischer Blick in den Motorraum zeigt eine locker, pendelnde Schwungscheibe, die nur noch von den Keilriemen gehalten wird. An eine Weiterfahrt ist nicht zu denken.  Weiterlesen „Gelbe Engel“

Heimatbahnhof

Altes Bahnhofsgebäude

Vor gefühlten hundert Jahren stand der Bahnhof auf dem Bild in voller Blüte. Pendler die nach Kassel fuhren bevölkerten morgens die Bahnsteige und standen an jedem Ersten Schlange für die neuen Monatskarten. Schüler die aus den umliegenden Dörfern ankamen waren auf dem Weg zur Realschule und Urlauber die erst ihre Koffer bei uns aufgaben, fuhren später mit dem D-Zug in den Urlaub. Und ich mittendrin in der Ausbildung zum Bundesbahnassistenten (NT). 1972 war das und das NT stand für „nicht technisch“. Da hießen Tickets noch Fahrkarten und kamen entweder auf kleinen Pappdeckeln aus der Druckmaschine, oder mussten per Hand geschrieben werden. Die Kilometer zwischen Start- und Zielbahnhof musste man sich dabei aus dicken Wälzern selbst berechnen und statt einer APP gab es das „Kursbuch„. Weiterlesen „Heimatbahnhof“

Arbeit tötet

Warnschild im KZ Sachsenhausen

„Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf“ sagte der Philosoph Hobbes im 16. Jahrhundert. Die Aussage ist zwar umstritten, da er davon ausgeht, dass nur ein starkes Oberhaupt die Menschen davon abzuhalten im Stande ist, sich gegenseitig aus egoistischen Interessen an die Kehle zu gehen. Was aber wenn Diktatoren die Menschen dazu bringen sich genauso zu verhalten? Wie dünn ist die zivilisatorische Schicht? Ein Blick auf die aktuellen Kriegsschauplätze gibt uns täglich die Antwort. Weiterlesen „Arbeit tötet“

Anfang und Ende

Treppenhaus im Klinikum Kassel

Als ich vorgestern auf dem Weg zu meinem Vater war, der im Klinikum Kassel gerade zwei Bypässe bekommen hatte, konnte ich die Intensivstation nur über diese wunderschöne Treppe erreichen. Nicht nur die architektonische Schönheit faszinierte mich, sondern auch die mit meinem Besuch verbundene Metapher die mir durch den Kopf ging. Der Zirkel des Lebens. Der Weg ins Licht. Eine formvollendete Galaxie.

Am Ende unser aller Zeit, wenn wir die Lebenstreppe erklommen haben, stehen wir vielleicht ganz oben vor diesem Licht und schauen den Treppenschacht nach unten. Dort wo alles begann. Sind wir dann zufrieden mit dem was wir sehen? Oder hadern wir mit unserem Schicksal? Können wir den Schritt ins Licht mit Freude gehen?

Mein Vater muss diese Entscheidung hoffentlich noch nicht so schnell treffen, aber den letzten Schritt, …. den gehen wir alle irgendwann. Und dann denken wir an einem solchen Tag wie heute, an die, die ihn bereits gegangen sind.

In Memoriam….

Sympathieträger

Rotkehlchen auf einem Ast

Während in Berlin heute mehr als 100.000 Menschen gegen TTIP protestieren und wir uns langsam von dem Schrecken erholen, dass heute Nacht mitten im Wohngebiet unser Wohnmobil aufgebrochen und als Nachtlager benutzt wurde, suche ich im Bestand meiner Urlaubsfotos mal nach etwas Beruhigendem und bin bei einem kleinen, unerschrockenen Rotkehlchen gelandet.

Seine Bekanntschaft habe ich in diesem Jahr am Hallstatter See gemacht. Auf dem Campingplatz in Obertraun-Winkl, wo wir 3 Tage Rast auf unserer Österreichtour eingelegt haben, hatte ich endlich mal die Muße und die Möglichkeit kleine Piepmätze zu fotografieren. Jeden Abend tobten die drei Geschwister über den Platz und hatten auch keine Scheu, ganz nah zu mir zu kommen. Wenn ich mich still verhielt. So konnte ich mit dem 40-150mm und meiner OM-D – trotz Fluchtdistanz – die Bande nach und nach formatfüllend auf den Speicher bekommen.

Roter Mond

Blutmond am Himmel von Berlin

Wenn in früheren Zeiten ein solches Ereignis am Nachthimmel erschien, wurde es sicher als Omen für kommende Unglücke betrachtet. Nicht nur eine normale Mondfinsternis, an sich schon ein Zeichen, nein, der Mond leuchtet im Erdschatten auch noch rot. Daher der Begriff: Blutmond. Ein relativ seltenes Ereignis. Wenn der Mond dann noch besonders dicht an der Erde „klebt“ wirkt er noch größer und bedrohlicher. Weiterlesen „Roter Mond“

Von oben herab

Der lange Schatten des Erich H. - Foto: h|b
Der lange Schatten des Erich H. – Foto: h|b

Letzten Dienstag haben wir uns etwas besonderes gegönnt. Zu unserem Hochzeitstag haben wir in 203 Meter Höhe das „Winterfrühstück“ gebucht und dabei zweimal Berlin umrundet. Also korrekterweise hat Berlin uns natürlich umrundet. Wir konnten das Frühstück genießen und bei herrlichem Wetter die fantastische Aussicht genießen. Im Westen die Abhörstation auf dem Teufelsberg, im Osten die Müggelberge und im Norden die Ostsee. Also fast. Und unter uns Berlin. Im Schatten des Turms. Weiterlesen „Von oben herab“

Paddywalk

Ein Gruppenfoto der besonderen Art "Little Planet" - Foto: Patrick Ludolph
Ein Gruppenfoto der besonderen Art „Little Planet“ – Foto: Patrick Ludolph
Paddy, auch bekannt als Patrick Ludolph oder neunzehn72.de, kommt aus Hamburg nach Berlin. Wow! Und hat Bock und Zeit sich mit ein paar fotoverrückten Leuten zu treffen für einen „Klönschnack“ und einen kleinen Photowalk. Eine Einladung zum Meet&Greet in Facebook ist schnell erstellt, hat schnell 98 begeisterte Kommentare und 20 Zusagen. Von heute auf morgen. So geht Kommunikation in der heutigen Zeit.
Am Ende stehen Freitag um 16 Uhr vor dem „White Trash“ in Treptow“ rund 30 Menschen jeden Alters im Kreis um Paddy herum, der zum Auftakt das obligatorische „Little Planet“ Bild schießt. Dazu bestückt er seine Kamera mit einem Fischauge, dreht sich im Mittelpunkt des Kreises um sich selbst, macht vier Fotos – beim letzten muss jemand anders abdrücken – er möchte ja auch Teil des Panoramas sein, und stitcht das dann zum finalen Planetenbild.

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Wolfershausen

Meine Geburtstagsanzeige - Archiv HNA (Dank an Stefan Umbach)
Meine Geburtstagsanzeige – Archiv HNA (Dank an Stefan Umbach)

Letztens bekam ich eine Mail von einem Freund aus meiner alten Heimat, von dem ich länger nichts gehört habe. Und die hatte etwas äußerst Interessantes im Anhang. Einen Auszug aus der HNA vom Sommer 1956. Neben Anzeigen zu Verlobungen, Vermählungen oder Todesfällen wird auch dazu aufgerufen „Ostzonenpakete“ zu schicken, aber ganz links oben in der Ecke…. tataaaaaa, da oben, da isser. Der kleine Harald (also icke jetze) wurde geboren. Okay, die Schrifttype meines Namens hätte ich persönlich anders gewählt, aber wahrscheinlich sollte es ein Hauch von Nordischem ausstrahlen. Denk ich mal so. Aber ist doch süß, oder? Vielen Dank Stefan fürs finden und zuschicken.

Kiezkalender #18

Schöne alte Tür - Foto: h|b

In Ermangelung weiterer Kieztürchen – aus bekannten Gründen – nehme ich das was da ist. Daher meine aktuelle, sehr schöne Tür, die ich hoffentlich heute öffnen kann, um das Haus zu verlassen in das sie führt. Ich will mich nicht beschweren. Hier im Haus 7 des Klinikums in Friedrichshain wird man super betreut, engagiertes und nettes Personal macht einem den Aufenthalt angenehm, aber hey, es ist ein Krankenhaus, machen wir uns nichts vor. Die vergangenen 7 Tage haben mir gezeigt, wie wichtig es ist das Leben zu genießen. Jeden Tag, jede Stunde, jede Minute. Jeder Streit, jeder idiotische Schwachsinn hat darin keinen Platz. Dazu ist es viel zu kostbar. Neben der Wiedererlangung der Gesundheit, auch ein kleiner, aber wichtiger Erkenntnisgewinn 🙂