Der Bierpinsel

Traum in Beton, der Bierpinsel in Steglitz - Foto: h|b
Traum in Beton, der Bierpinsel in Steglitz – Foto: h|b

Anfang des Jahres haben sich in Berlin ein paar Fotoverrückte zusammengefunden, die eines vereint: Die Kameramarke. Alle benutzen Digitalkameras von Olympus, in der Regel die neuen, die „mit ohne Spiegel“. Daraus entstand nun der Berliner Oly-Stammtisch. Beim Treffen in dieser Woche gab es neben Foto-Smalltalk auch die Ergebnisse der beim letzten Mal gestellten Aufgabe zu präsentieren. Es galt den „Bierpinsel“ – laut Wikipedia „ein 47 Meter hoher Turm mit aufgesetztem Mehreckbau nebst Treppenturm“ in Steglitz in Szene zu setzen. Das ist ein architektonisch ziemlich interessantes Bauwerk, gleichzeitig ist es aber auch ziemlich schräg. Wie ein aus dem Himmel gefallenes außerirdisches Artefakt reckt es sich von der Schlossstraße aus neben einer Hochstraße in die Höhe. Weiterlesen „Der Bierpinsel“

Selfie

Selfie mit der EM-5 - Foto: h|bSelfie mit der EM-5 – Foto: h|b

Es steht ja nirgends geschrieben, dass man Selfies nicht auch mit einer richtigen Kamera machen darf, oder? Da nun langsam aber sicher der Sommer zu Ende geht, habe ich gestern morgen vor dem Büro noch mal kurz die Sonnenstrahlen wirken lassen und wenn ich schon so rumstehe gleich ein Bild von mir geschossen. Arm lang ausgestreckt, Blick mitten ins Objektiv und verzweifelt versucht nicht blind zu werden. Die Sonne stand wirklich exakt in Blickrichtung. Bin ja ansonsten eher selten auf Bildern. Ein Vorteil, der Mensch hinter der Kamera zu sein. Aber es ist auch cool, Fotograf und Model in einer Person zu sein.

Smartphonejunkies

Angespannter Blick auf das Display - foto: h|bAngespannter Blick auf das Display – Foto: h|b

Wenn ich manchmal so drüber nachdenke, frag ich mich ja schon, wie wir eigentlich früher ohne die kleinen Zeitvernichtungsmaschinen ausgekommen sind. Ich bin mit offenen Augen durch die Gegend gelaufen, ohne Blick auf Google Maps. Ich habe nicht nach jeder Vibration in der Hosentasche hektisch nachgeschaut, was grad passiert ist – Mail gekommen, Facebook-Like bekommen, Akku leer. Hab mein Essen nicht fotografiert, sondern gegessen. Hab Mails am Rechner geschrieben und (manchmal) geduldig auf Antwort gewartet, heute tippe ich Nachrichten in Whatsapp und werde ungeduldig wenn zwei grüne Häkchen erscheinen und das Gegenüber nicht sofort anfängt zu tippen. Das ist alles schon ein bisschen krank, wenn man drüber nachdenkt.

Ich hab es natürlich in der Hand das Ganze zu beenden, aber ich will mich ja nicht abkapseln. Es ist ja Teil meines Lebens geworden. Ich WILL Likes für Fotos haben, ich WILL ohne Zeitverlust kommunizieren können, ich WILL im Zweifel wissen, wo genau ich jetzt bin und wann und wo die nächste Bahn fährt, oder das nächste Car2Go rumsteht. Das will ich und ich bekomme es. Wie der Süchtige seine Drogen. Nennt man wohl abhängig. Puhhhh. Gibts auch sowas wie Methadon für Smartphonejunkies? Ein Ersatz? Vielleicht hilft ein Nokia 6110. Nur Telefon und SMS. Ach neee, langweilig. Ich bleibe beim Smartphone. Basta.

Die Anregung für diesen Artikel gab mir das Foto, was schon länger in meinem Fundus liegt, und ein Fundstück auf G+ von heute, wo ein Restaurant beschreibt, wie es mit Filmen aus der Überwachungskamera von 2004 und 2013 herausbekommt, wieso die Gäste sich beschweren, das alles so lange dauert. Ist auf englisch, aber die Quintessenz wird trotzdem klar 😉

Ekschperte am Werk

Die Treppe zu "Expert Training" in Friedrichshain - Foto: h|b Die Treppe zu „Expert Training“ in Friedrichshain – Foto: h|b

Wie oft bin ich diese Treppe in den letzten Jahren hoch und runter gelaufen. Hoch, schleppend, noch von der Mühsal der Arbeit beladen, hinunter, beschwingt, muskelgestählt nach 30 Minuten Training. Vorbei. Als letzte Woche ein Kommentar in meinem Blog erschien, der mich als „Expert-Nutzer“ zum „Betroffenen“ machte, war ich leicht verwirrt. Warum sollte ich – und von was – betroffen sein? Ein Austausch über das Training? Bessere Vernetzung der Trainierenden? Heute bin ich schlauer.

Nach einem längeren Urlaub wollte ich heute Abend endlich wieder meine Muskeln auf Vordermann bringen. Ausnahmsweise beschwingt will ich die Tür zum „Expert Training“ öffnen, um die Treppe zu ersteigen, rumms. Aua. Zu. Häh!?!? Aha, ein neues Schloss über der Tür und jede Menge Din A 4 Zettel mit einer E-Mail Adresse für Betroffene. Auf einem Zettel beschwert sich eine ehemalige Angestellte, dass man sie bitte nicht anrufen soll, sie wüsste auch nichts. Ein „offizieller“ Zettel fantasiert etwas von einer „Havarie“ im Gebäude, wegen der man bis Mitte Juni schließen müsse.

Wahrscheinlicher ist allerdings eine Havarie des Franchisenehmers, der die Kunden jetzt blöd im Regen stehen lässt. Es gibt ja verschiedene Bezahlmodelle und wer noch vor kurzem einen 2-Jahresvertrag abgeschlossen und dafür vorab rund 700€ bezahlt hat, dürfte leichte Verzweiflung spüren. Ich hatte meinen Vertrag bereits zum August gekündigt, verliere also höchstens 2 Monate. Auch ärgerlich, aber verschmerzbar. Ob Firma und Konto noch existieren ist unklar. Bei Google schrieb jemand, das es keinen entsprechenden Handelsregistereintrag mehr gäbe.

So oder so, eine Ära geht zu Ende. Mal sehen was ich künftig machen werde. Die Idee finde ich ja nach wie vor nicht schlecht, auch wenn vermutlich mit ausreichendem Training zu Hause, eine ähnliche Wirkung erzielt werden kann. Vorausgesetzt, man macht es regelmäßig.

Urbane Wiedereingliederung

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Nach einer längeren Auszeit als Reisender ohne festes Ziel, jede Nacht unter einem anderen Sternenzelt, immer den Blick auf das weite Meer, fällt mir die Wiedereingliederung in die Millionenstadt Berlin gar nicht so leicht. Zuerst sind schon die vielen Menschen leicht befremdlich, haben wir doch in unserem Urlaub die größeren Ansiedlungen in der Regel gemieden. Einsame Strände, leere Campinggrounds, kleine Küstendörfchen waren unsere bevorzugten Locations. Jetzt bewege ich mich durch Häuserschluchten, nutze wieder städtische Infrastruktur und….. muss wieder arbeiten. Okay, das ist wichtig. Nur so ist die nächste Auszeit, das nächste ausbrechen wieder möglich. Aber schwer ist es trotzdem. 

Zirkuszelt

Zirkuszelt aus Beton am Anhalter Bahnhof - Foto: h|b
Zirkuszelt aus Beton am Anhalter Bahnhof – Foto: h|b

Aus aktuellem Anlass gibt es heute ein Foto eines architektonischen Juwels am Anhalter Bahnhof in Kreuzberg. Die Geschichte dieses Gebäudes, wie es entstand, warum es entstand, könnt ihr hier nachlesen. Eigentlich so’ne typische Berliner Nummer. Ich war dort schon zum „Blauen Montag“, zu einer internen Veranstaltung meines Arbeitgebers zur Unternehmenskultur und ab heute Mittag bin ich mit rund 600 meiner Kollegen und Kolleginnen aus ganz Deutschland wieder dort, um mich mit ihnen über das Thema „Kommunikation“ auszutauschen. Was kann verbessert werden, wie kann Kommunikation effektiver werden ohne zu nerven? Diese und ähnliche Fragen harren der Beantwortung. Am Abend schließt sich ein „Get together“ an, bevor am nächsten Morgen die Ergebnisse des Vortages vorgestellt werden. Auch das alles im Rahmen der Unternehmenskultur, ein wichtiges Thema für meine Kollegen und unseren Arbeitgeber.

Das heilige Brot

Das Kommunionskind - Foto: h|bDas Kommunionskind Denise – Foto: h|b

Am Sonntag standen wir gefühlte drei Stunden in der katholischen Kirche von Okriftel. In Wirklichkeit waren es nur anderthalb Stunden, aber da die Katholen lieber stehen als sitzen, fühlte es sich verdammt lange an. Denise, unser Enkelkind, wurde …. ja, was eigentlich? Ich wurde in grauer Vorzeit mal konfirmiert, aber es scheint für die Kommunion keinen vergleichbaren Begriff zu geben. Die Kinder werden nicht kommuniziert, auch nicht kontaminiert, ahhhhh, ich glaube es heisst „firmiert“, da die Erstkommunion ja auch unter dem Begriff Firmung bekannt ist. Glaub ich. Sicher bin ich aber nicht. Auf jeden Fall war es sehr schön und wir hatten irres Glück mit dem Wetter. Nach Gewitter und Wolkenbruch am Morgen, öffnete sich ein trockenes Fenster für Kirche, Feier und Fotos. Danach begann dann erneut der Regen. Perfekt.

Kreativ sein

Die Feengrotte mit dem Artfilter der OM-D - Foto: h|b
Die Feengrotte mit dem Artfilter der OM-D – Foto: h|b

Nach dem riesigen Erfolg des ersten Olympus Playgrounds im letzten Jahr, in den alten Berliner Opernwerkstätten, läuft seit dem 10. April in Berlin die zweite Runde. Die 30.000 Besucher aus 2013 will man in diesem Jahr toppen. Das ist das erklärte Ziel von Nils Häussler, Product Manager Olympus für Deutschland. Mit ihm zusammen durften wir am Mittwoch Abend den „Spielplatz“ nach dem offiziellen Ende der Besuchszeit in Ruhe erkunden. Wir, das sind 12 Leute des Oly-Stammtisches Berlin. Der Initiator, Hartmut Faustmann, hatte den Termin organisiert und Nils mit eingeladen. Weiterlesen „Kreativ sein“

Hochkantig

Ungewohntes Strandbild - Foto: h|b
Ungewohntes Strandbild – Foto: h|b

Wenn ich meine Bilder in Lightroom statistisch auswerten würde, wäre der Anteil an Bildern im Hochformat irgendwo in der Nähe von Null. Ich mag es irgendwie nicht. Schon die Kamera so zu drehen, um Hochformatfotos machen zu können, fühlt sich irgendwie falsch an. Bin ich da zu sehr konditioniert? Monitore sind heute alle im Quer- bis zum extremen Querformat und Hochformatfotos auf diesen Bildschirmen wirken irgendwie verloren. Selbst Portraits würde ich wohl versuchen zuerst im Querformat zu fotografieren. Als ich jetzt Ryan Keen fotografieren konnte, hatte ich den Batteriegriff an der Kamera, der das ungewohnte Format wenigstens mit dem Auslöser an der richtigen Stelle unterstützt. Trotzdem sind wenige Bilder im Hochformat dabei. Ich glaube ich muss mich mal zwingen über meinen Schatten zu springen. Bewusst Motive auszuwählen, die nur im Hochformat wirken. Vielleicht Menschen. Mal sehen, könnte spannend werden.

20 Jahre Bahnsinn

Die DB Konzernzentrale in Berlin am Potsdamer Platz - Foto: h|bDie DB Konzernzentrale in Berlin am Potsdamer Platz – Foto: h|b

Als am 28. Januar 1994 im Berliner Ostbahnhof einer der neuen ICEs und eine Dampflok langsam aufeinander zufuhren und exakt an einem vorher bestimmten Punkt aufeinander trafen, saß ich vermutlich noch gemütlich im Rechenzentrum in Frankfurt und haderte mit meinem Schicksal. In Berlin feierte man mit der Gründung der „Deutschen Bahn“ den Zusammenschluss der Deutschen Bundesbahn und der Deutschen Reichsbahn und ich hatte keine Ahnung wie es bei mir beruflich weitergehen würde. In Sichtweite war vor kurzem erst die ehemalige Hauptverwaltung der Bundesbahn gesprengt worden. Eine wilde Zeit, die Wiedervereinigung, auch für die Bahn.

Ich bin zwar Beamter, arbeitslos würde ich also nicht, aber ich hatte irgendwie damit gerechnet meinen Job im Rechenzentrum bis zur Pensionierung weitermachen zu können. Ich weiß, blöde Idee, aber damals war ich so drauf. Wir hatten nun aber mit der Reichsbahn ein weiteres Rechenzentrum geerbt und „meine“ Anwendung wurde seit einiger Zeit von Kollegen in Berlin Mahlsdorf betreut. Aber manchmal braucht man auch einfach so einen Anstoß von außen, um den Arsch hoch zu kriegen.

In der Folgezeit sprang ich jobmäßig durch die Bahn. Ich durfte sogar meinen Beamtenstatus ruhen lassen um Angestellter zu werden, dadurch weiter aufsteigen und irgendwann sogar 1.Klasse fahren. Diese Möglichkeiten sah die Laufbahn des „Mittleren Beamten“ einfach nicht vor. Am Ende landete ich dann in der großen Stadt Berlin, in der Konzernzentrale am Potsdamer Platz. Bahnsinn. „Mein“ Rechenzentrum in Frankfurt wurde irgendwann auch gesprengt, was dem Bahntower bis heute Gottseidank erspart blieb. Mir bleibt da nur zu sagen: Herzlichen Glückwunsch „Deutsche Bahn„, danke für die schöne Zeit und auf die nächsten 20 Jahre. Stößchen.