Gestern Mittag, nach der Fahrt von Berlin nach Frankfurt, hat meine Kamera beschlossen einfach alleine mit dem ICE 279 weiter nach Mannheim zu fahren. Ohne mich! Warum? Weil ich ein Schussel bin. Weiterlesen „Camera to go“
Mark II
Nachdem meine Olympus OM-D E-M5 im letzten Urlaub zum dritten Mal seinen Geist mit dem selben Fehler aufgegeben hatte – der Verschluss blieb hängen und nichts ging mehr – musste irgendwas passieren. Ich wollte ja gern weiter fotografieren und gern auch mit Olympus. Also Kamera wieder an den Service geschickt, mit der Option es entweder zu reparieren, am Besten endgültig, oder über einen Ersatz nachzudenken. Bei „Ersatz“ ging ich allerdings von einem 1:1 Umtausch aus, also E-M5 kaputt, gegen E-M5 nicht kaputt.
Umso größer war die Überraschung und die Freude, als ein mattschwarzer Karton ankam, dem anzusehen war, dass es sich um etwas Außergewöhnliches handeln musste. Das „Replacement“, was im beiliegenden Servicebrief beschrieben wurde, hatte mir eine funkelnagelneue OM-D EM 5 II beschert. WOW! Und ohne Zuzahlung. Einfach so. Neue Kamera. BÄÄÄM. Ich hatte noch ein wenig die Befürchtung, dass irgendjemand einen Fehler gemacht haben könnte, aber nein, hatte alles seine Richtigkeit. Da bleibt mir nur zu sagen: Danke Olympus, perfekter Service. Kundenbindung vom Feinsten.
Zusammen stehen
Heute ist Donnerstag, zwei Tage nach dem furchtbaren Anschlag an der Gedächtniskirche. Ein Anschlag auf unsere Art zu leben, ein Anschlag gegen die Menschlichkeit, anders kann man es nicht bezeichnen. Dienstagabend war ich in Frankfurt, 600 Kilometer entfernt von zu Hause und trotzdem verbunden. Im Schrecken. In der Ohnmacht. Im Nichtverstehen.
Ich hatte bisher gehofft wir bleiben verschont, dass der Terror Deutschland doch nicht erreicht. Aber das war wohl Wunschdenken. Und dann noch auf diese unvorstellbar perfide Weise. Aber auch wenn die Bildzeitung am Tag danach über die halbe Seite „ANGST“ tituliert, gehen die Berliner weiter ihren Beschäftigungen nach, besuchen die Weihnachtsmärkte, machen letzte Weihnachtseinkäufe und gedenken der Opfer. Und demonstrieren gegen die, die aus dem Anschlag politisches Kapital schlagen wollen. Gegen die Pauschalierer und rechten Populisten. Gegen die Angstmacher und Rattenfänger. Das macht Hoffnung.
Ich wünsche allen Lesern meines kleinen Blogs trotz unruhiger Zeiten ein ruhiges und friedvolles Weihnachtsfest.
Look right
Das ist die wichtigste Botschaft für temporäre Besucher der britischen Hauptstadt vor dem überqueren von Straßen: „Look right“. Denn von dort kommen die Autos. Es gibt zwar auch Ampeln, aber für die Fußgänger scheinen die nur Empfehlungscharakter zu haben. Als Berliner zwar nicht ganz ungewohnt, aber hier bleibt man ja doch oft „Der Kinder wegen“ stehen. Die werden aber dort einfach mit über die Straße gezogen.
Da es ja ein dienstlicher Besuch war, hatte ich meine Kamera zu Hause gelassen und war nur mit dem iPhone unterwegs. Durch den Ausfall meines Frühfluges zurück nach Berlin, hatte ich dann auch noch etwas Zeit gewonnen und so die Gelegenheit, die Hotspots mit der Tube abzuklappern und ein paar Sofortbilder zu schießen. Here they are…
Selfie mit Herz
Wenn die Schatten – wie in diesen Tagen – wieder länger werden, macht es Spass ein wenig damit zu spielen. So wie früher mit der Lampe vor der weißen Wand. Die ursprüngliche Art der Lichtmalerei, oder besser der Schattenspielerei. Dieses Foto ist in Frankreich entstanden, in der Nähe der Brücke von Millau.
Gelbe Engel
Nach zwei Tagen Zwangsrast im spanischen Bera, sind wir heute in Lourdes angekommen und haben gleich erstmal eine Kerze gestiftet.
Was ist passiert? Auf unserer Frankreichtour hat am Montagmittag unser Wohnmobil auf einer kleinen Passhöhe in den spanischen Pyrenäen mit einem „Schepper, Dengel, Örks“ seinen Willen zur Weiterfahrt verweigert. Mein kurzer, unfachmännischer Blick in den Motorraum zeigt eine locker, pendelnde Schwungscheibe, die nur noch von den Keilriemen gehalten wird. An eine Weiterfahrt ist nicht zu denken. Weiterlesen „Gelbe Engel“
Heimatbahnhof
Vor gefühlten hundert Jahren stand der Bahnhof auf dem Bild in voller Blüte. Pendler die nach Kassel fuhren bevölkerten morgens die Bahnsteige und standen an jedem Ersten Schlange für die neuen Monatskarten. Schüler die aus den umliegenden Dörfern ankamen waren auf dem Weg zur Realschule und Urlauber die erst ihre Koffer bei uns aufgaben, fuhren später mit dem D-Zug in den Urlaub. Und ich mittendrin in der Ausbildung zum Bundesbahnassistenten (NT). 1972 war das und das NT stand für „nicht technisch“. Da hießen Tickets noch Fahrkarten und kamen entweder auf kleinen Pappdeckeln aus der Druckmaschine, oder mussten per Hand geschrieben werden. Die Kilometer zwischen Start- und Zielbahnhof musste man sich dabei aus dicken Wälzern selbst berechnen und statt einer APP gab es das „Kursbuch„. Weiterlesen „Heimatbahnhof“
Arbeit tötet
„Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf“ sagte der Philosoph Hobbes im 16. Jahrhundert. Die Aussage ist zwar umstritten, da er davon ausgeht, dass nur ein starkes Oberhaupt die Menschen davon abzuhalten im Stande ist, sich gegenseitig aus egoistischen Interessen an die Kehle zu gehen. Was aber wenn Diktatoren die Menschen dazu bringen sich genauso zu verhalten? Wie dünn ist die zivilisatorische Schicht? Ein Blick auf die aktuellen Kriegsschauplätze gibt uns täglich die Antwort. Weiterlesen „Arbeit tötet“
Anfang und Ende
Als ich vorgestern auf dem Weg zu meinem Vater war, der im Klinikum Kassel gerade zwei Bypässe bekommen hatte, konnte ich die Intensivstation nur über diese wunderschöne Treppe erreichen. Nicht nur die architektonische Schönheit faszinierte mich, sondern auch die mit meinem Besuch verbundene Metapher die mir durch den Kopf ging. Der Zirkel des Lebens. Der Weg ins Licht. Eine formvollendete Galaxie.
Am Ende unser aller Zeit, wenn wir die Lebenstreppe erklommen haben, stehen wir vielleicht ganz oben vor diesem Licht und schauen den Treppenschacht nach unten. Dort wo alles begann. Sind wir dann zufrieden mit dem was wir sehen? Oder hadern wir mit unserem Schicksal? Können wir den Schritt ins Licht mit Freude gehen?
Mein Vater muss diese Entscheidung hoffentlich noch nicht so schnell treffen, aber den letzten Schritt, …. den gehen wir alle irgendwann. Und dann denken wir an einem solchen Tag wie heute, an die, die ihn bereits gegangen sind.
In Memoriam….
Sympathieträger
Während in Berlin heute mehr als 100.000 Menschen gegen TTIP protestieren und wir uns langsam von dem Schrecken erholen, dass heute Nacht mitten im Wohngebiet unser Wohnmobil aufgebrochen und als Nachtlager benutzt wurde, suche ich im Bestand meiner Urlaubsfotos mal nach etwas Beruhigendem und bin bei einem kleinen, unerschrockenen Rotkehlchen gelandet.
Seine Bekanntschaft habe ich in diesem Jahr am Hallstatter See gemacht. Auf dem Campingplatz in Obertraun-Winkl, wo wir 3 Tage Rast auf unserer Österreichtour eingelegt haben, hatte ich endlich mal die Muße und die Möglichkeit kleine Piepmätze zu fotografieren. Jeden Abend tobten die drei Geschwister über den Platz und hatten auch keine Scheu, ganz nah zu mir zu kommen. Wenn ich mich still verhielt. So konnte ich mit dem 40-150mm und meiner OM-D – trotz Fluchtdistanz – die Bande nach und nach formatfüllend auf den Speicher bekommen.
