Liegewiese – Metamorphose #3

Schlosswiese im Regen

Nach dem erfolgten Abriss wuchs erstmal Gras über die Sache. Die Schlossbefürworter sammelten derweil Geld für den Wiederaufbau ihres Herzensprojektes. Einen Großteil steuerte zwar der Bund zu – also wir alle – aber es musste auch privates Kapital zugeschossen werden, um das Stadtschloss wie gewünscht aufbauen zu können. Gerade die Kuppel war ein finanzieller Streitpunkt.

Die Berliner nahmen die so entstandene Freifläche zwischen Spree und Dom, mit Blick auf den Fernsehturm begeistert an und erholten sich im Sommer 2009 von den städtischen Strapazen. Viel mehr war glaub ich auch nicht los, aber für ein paar fotografische Impressionen hat es noch gereicht.

Corona Culture

Band im Pub Molly Malones

Kultur ist existenzielle Seelennahrung“ – NDR Kultur-Reporter Marcus Stäbler

Die am stärksten gebeutelte Branche in der Coronakrise ist sicherlich die Kultur- und Veranstaltungsszene. Theater, Kinos, Museen, Clubs, Events, Ausstellungen, Konzerte, alles mehr oder weniger seit März 2020 im Dauerlockdown. Kurze Versuche der Öffnungen unter Hygienebedingungen wie z.B. im Tipi waren schnell wieder erledigt. Die Politik ging kein Risiko ein und schloss alles was Berlin kulturell lebendig macht. Gerade in Friedrichshain ist quasi Totenstille eingekehrt. Legendäre Clubs wie das Berghain oder die Clubmeile auf dem RAW Gelände, alles zu.

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Lieferhelden – Corona Heroes

Lieferandofahrer verwischt

Ich kann mich gut daran erinnern, als vor rund 10 Jahren die ersten bunten Kisten auf Rädern mit dem Schriftzug „Lieferheld“ durch Berlin fuhren. Auf dem Rücken oder dem Gepäckträger die Wärmebehälter für Pizza, Burger oder was auch immer die hungrigen Empfänger per App bestellt haben. Essen auf Rädern, nicht mehr nur für ältere Menschen, sondern für hippe Großstadthedonisten denen ausgehen zu anstrengend ist. Die Geschichte von „Lieferheld“ ist kurz, nur ein Jahr später wird das Berliner Startup von „Delivery Hero“ übernommen. Wer wissen möchte wie die verschiedenen Lieferdienste entstanden und vergingen, kann das in dem folgenden Artikel in Wikipedia nachlesen.

Bestellung per App
Bestellung per App – Foto: u|b
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Pizza Corona

Pizzeria Portofino in Friedrichshain

Nach dem Ende des Sommers und der Urlaubs- und Ferienzeit, beginnt in Berlin, speziell in den Bezirken Friedrichshain, Neukölln und Mitte der Corona Inzidenzwert langsam wieder an zu steigen. Kreuzberg-Friedrichshain, der Bezirk in dem wir leben, erreicht rechtzeitig vor den Herbstferien die magischen 50 und gilt somit als Hotspot. Die deutschen Urlaubsregionen Nord- und Ostseeküste sind raus, da diese Länder keine Touristen aus diesen Gebieten einreisen lassen. Berlin setzt zwar noch durch gesamtheitlich betrachtet zu werden, aber das hilft nur kurzfristig, da die Zahlen in Gesamtberlin schnell den Wert von 50 überschreiten und schon ist Berlin wieder Hotspot. Nix mit Ferien.

Ausgehöhlter Kürbis liegt auf einem Stuhl
Kürbis – Foto: h|b
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Herbstblues

Campingplatz im Herbst, von oben

Einen Monat ist es jetzt schon wieder her, dass wir mit unserem Wohnmobil ein letztes langes Wochenende am Senftenberger See verbringen konnten. Inzwischen haben wir ja wieder Reiseverbot und einen Lockdown Light. Die Zahlen der sich täglich neu mit Corona Infizierenden ist immer noch auf einem viel zu hohen Stand, als dass man von Restriktionen absehen könnte. So wie es jetzt aussieht verlängert sich das bis Weihnachten. Ob es dann Besuche geben kann, hängt stark davon ab, wie diszipliniert die Menschen in den nächsten Wochen agieren. Im Moment bin ich da eher pessimistisch. Schulen und Kitas sind starke Trigger und vor den Weihnachtsferien wird man keine Schulen schließen.

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Jagdsaison

Jagdsaison

Wer häufiger auf den Straßen der Republik unterwegs ist, sieht sie meist rechts und links auf den Feldern, an den Waldrändern und in sehr verschiedenen Erscheinungsformen. Die Ansitze. Teilweise gut gebaut, manchmal auch nur vier kurze Stangen und ein Brett obendrauf. Ich meine das auch nur in Deutschland gesehen zu haben, im Ausland ist mir das nie aufgefallen. Deutschland, ein Land der Dichter und Jäger. Rund 390.000 Jagdscheininhaber gibt es in Deutschland die – wenn sie denn eine Jagdpacht haben – überwiegend auf Rotwild ansitzen.

Herbst und Winter sind die Jahreszeiten, in denen vor allen Dingen gejagt wird und die großen Drück- und Treibjagden stattfinden. Viele Tierarten haben lediglich eine kurze Schonzeit, meist im Frühling und Sommer, wenn die Tierkinder auf die Welt kommen. Die Zeit soll den Elterntieren dienen, um ihren Nachwuchs großzuziehen. Leider sind diese kurzen Zeiten oft nicht einmal ausreichend, um das Selbstständigwerden der Welpen abzudecken. Einige Wildtiere genießen gar keine Schonzeit und dürfen ganzjährig getötet werden. Pro Jagdsaison fallen dabei rund 1.3 Millionen Rehe, 600.000 Wildschweine und 400.000 Füchse der Jagd zum Opfer schreibt PETA auf Ihrer Website.

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#DankeTXL

Ein Airbus 320 der Air France verlässt als letztes Flugzeug Tegel

Am späten Nachmittag startete ein Airbus 320 der Air France als letztes Flugzeug vom Flughafen Berlin Tegel mit dem Ziel Paris CDG. 1960 eröffnete ebenfalls eine Maschine der Air France den zivilen Lufverkehr von und nach Berlin Tegel. Der Kreis hat sich nun – nach 60 Jahren – geschlossen. Damit existiert kein Flughafen mehr auf Berliner Gebiet, der Neue – der BER – liegt ja schon in Brandenburg. Zeit für viele Berliner für einen nostalgischen Rückblick. Für das „alte“ Westberlin war er der Freiheitsflughafen, konnte man von hier doch am schnellsten die Insel verlassen. Hier landeten Kennedy und Obama und sicher noch ganz viele andere Berühmtheiten, auch mein erster Flug überhaupt ging 1990 von Frankfurt (FRA) nach Berlin (TXL), ohne da schon zu wissen, eines Tages Einwohner von Berlin zu werden.

#DankeTXL
#DankeTXL – Foto: h|b
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insideBER

Terminal 1 am BER

Am Sonntag habe ich mir den neuen Hauptstadtflughafen BB Willy Brandt mal angesehen. Zünftig will ich mit dem neuen FEX, dem Flughafenexpress, anreisen, doch Personen am Gleis können das erfolgreich verhindern. Der FEX fährt zurück nach Schönefeld „alt“ und von dort geht es dann mit der S-Bahn weiter. Die S45 ist die neuste Baureihe der Berliner S-Bahn und entspricht dem aktuellen Standard anderer Städte, echt schick.

Mit mir sind eine Menge Leute unterwegs, alle mit Maske im Gesicht, sehr vorbildlich. Was allerdings fehlt: Passagiere. Keine Koffer, keine Aufregung, nur Touristen, die sich am Sonntag mal den neuen Flughafen ansehen wollen. So wie icke. Wie es sich heutzutage gehört, ist der der BER hervorragend an den ÖPNV angebunden und vom Tiefbahnsteig kommend stehe ich ein paar Minuten später mitten unter dem „Magic Carpet“ im T 1.

Auch hier kaum Passagiere, allerdings fliegen an diesem Sonntag auch nur eine Handvoll Maschinen ab. Mit meinem vorab gebuchten Onlineticket für die Besucherterrasse lasse ich die lange Schlange der auf ein Ticket wartenden links liegen und stehe kurz danach im Freien mit Blick auf die orangen Maschinen der EasyJet Flugzeuge die das Vorfeld farblich dominieren. Weit hinten hat die Lufthansa ihre Maschinen geparkt, die aktuell wegen Corona nicht gebraucht werden.

Am Ende schieße ich noch ein paar Detailfotos des in angenehmen warmen Holztönen gehaltenen Terminals und muss feststellen: Es fühlt sich ganz normal an. Ein Flughafen wie man ihn auch anderswo auf der Welt finden würde. Unaufgeregt, unspektakulär, aber weiter kurze Wege zu den Gates. Passt irgendwie zu Berlin.

Hier wie immer ein paar Impressionen für alle, die vielleicht mal hier starten oder landen werden …

-TXL x -SXF = +BER

Flughafen Willy Brandt vom Aussichtsturm

Es ist vollbracht! 3073 Tage nach der ersten „Nichteröffnung“ in 2012 ist es nun endlich geschafft, der neue Flughafen „Willy Brandt“ mit dem Flugkürzel „BER“ ist eröffnet. Endlich keine schlechten Witze mehr, wenn man sich in einer geselligen Runde als Berliner outet. 6.5 Milliarden Euro hat der neue Airport bis zur heutigen Eröffnung verschlungen, und Geld braucht er auch jede Menge in der Zukunft. Nachdem durch Corona die Passagierzahlen dramatisch eingebrochen sind bedarf es zwar keiner neuer Terminals, aber der Betrieb kostet ja trotzdem Geld, was bis auf weiteres nicht durch Passagiere und Fluggesellschaften kompensiert werden kann. Ein Teufelskreis.

Und Tegel? Ein paar Tage vor der ersten „Nichteröffnung“ war ich 2012 vor Ort und wollte die ultimativ letzten Bilder schießen. Die kurzen Wege im Inneren des Hexagons das Architekturgeschichte geschrieben hat, die Besucherterasse mit dem oft beschaulichen Flugverkehr damals, die Taxischlangen, alles sollte vorbei sein. Kam aber dann eben anders. Die Bilder haben nichts an Aktualität verloren, daher noch mal ein kleiner, nostalgischer Rückblick auf den Flughafen der kurzen Wege. Von hier sind wir in den Urlaub geflogen, Anfahrt per Bus oder Taxi, andere Möglichkeiten gibt es ja bis heute nicht und beim zurückkehren haben wir beim Landeanflug den Blick auf die „Big City“ genossen, die unser zu Hause ist. Davon wird man bei der Landung auf dem BER nicht mehr viel sehen. Aber… wie steht es schon in meinem letzten Beitrag: „Weniger fliegen“.

Amelia fliegt

Walkperformance mit Clara Rodriguez Garcia Muñoz im Spreepark Berlin

Ein weiterer Streetact bei der Spreepark-Performance „Spaziert ins Grün!“ aus dem letzten September war „Amelia“. Angelehnt an die berühmte amerikanische Pilotin Amelia Earhart, die als erste Frau den Atlantik überflog, landete die Künstlerin Clara Rodriguez Garcia Muñoz im Spreepark vor ihren Mitpassagieren. Sie ließ uns an ihrem Wunsch teilhaben immer noch höher und weiter zu fliegen – es gab für Amelia scheinbar keine Grenzen. Aber nur scheinbar.

So wie alle Vorführungen an diesem Tag im Spreepark, hatte auch dieser den ökologischen Zeigefinger im Gepäck und so blieb Amelia nach ihren anstrengenden Flugversuchen lieber in Berlin. Erkenntnis des Tages: „Hier ist schön, weniger Fliegen“.

Bereits vorgestellt…

Mandelduett und Zwischen den Stühlen