Palast der Republik – Metamorphose #1

Palast der Republik

Eigentlich wollte ich nur eine Geschichte zur Eröffnung des Berliner Stadtschlosses in der letzten Woche schreiben, was aber nicht mehr so heißen darf. Der offizielle Name ist Humboldt Forum. Die Eröffnung war auch nur virtuell. Wegen Corona und so. Das passt soweit, die naheliegende U-Bahn Station der Linie U5 ist auch noch nicht eröffnet. Irgendwann nächstes Jahr geht es weiter. Ein Eröffnung in 4 Akten schreibt die Presse.

Also war ich vor Ort und hab fotografiert. Ist ganz schön geworden, so ganz ohne Baustelle drumrum. Zu Hause hab ich mich dann erinnert, dass es ja ein „Leben vor dem Schloss“ gab. Okay, nach dem Schloss ist vor dem Schloss, aber ich meine den Palast der Republik (PdR). Der wurde nach der Wende nicht mehr gebraucht und daher Mitte der 2000er abgerissen. Wegen Asbest. Erzählt man so. Andere sagen, ein Schloss ist besser wie ein Palast. Und nicht belastet. Weder von Schadstoffen noch politisch.

Nach erfolgtem Abriss gab es noch coole Aktionen auf der großen Schlosswiese. Schneemänner, Schafe, Kugeln. Und ich immer dabei mit der Kamera. Da es schade wäre alles in einem Artikel zu verbraten, starte ich eine kleine Serie und beginne … am Anfang.

Marx und Engels
Marx und Engels und ich – Foto: Kerstin
Weiterlesen „Palast der Republik – Metamorphose #1“

Corona Culture

Band im Pub Molly Malones

„Kultur ist existenzielle Seelennahrung“ – NDR Kultur-Reporter Marcus Stäbler

Die am stärksten gebeutelte Branche in der Coronakrise ist sicherlich die Kultur- und Veranstaltungsszene. Theater, Kinos, Museen, Clubs, Events, Ausstellungen, Konzerte, alles mehr oder weniger seit März 2020 im Dauerlockdown. Kurze Versuche der Öffnungen unter Hygienebedingungen wie z.B. im Tipi waren schnell wieder erledigt. Die Politik ging kein Risiko ein und schloss alles was Berlin kulturell lebendig macht. Gerade in Friedrichshain ist quasi Totenstille eingekehrt. Legendäre Clubs wie das Berghain oder die Clubmeile auf dem RAW Gelände, alles zu.

Weiterlesen „Corona Culture“

Lieferhelden – Corona Heroes

Lieferandofahrer verwischt

Ich kann mich gut daran erinnern, als vor rund 10 Jahren die ersten bunten Kisten auf Rädern mit dem Schriftzug „Lieferheld“ durch Berlin fuhren. Auf dem Rücken oder dem Gepäckträger die Wärmebehälter für Pizza, Burger oder was auch immer die hungrigen Empfänger per App bestellt haben. Essen auf Rädern, nicht mehr nur für ältere Menschen, sondern für hippe Großstadthedonisten denen ausgehen zu anstrengend ist. Die Geschichte von „Lieferheld“ ist kurz, nur ein Jahr später wird das Berliner Startup von „Delivery Hero“ übernommen. Wer wissen möchte wie die verschiedenen Lieferdienste entstanden und vergingen, kann das in dem folgenden Artikel in Wikipedia nachlesen.

Bestellung per App
Bestellung per App – Foto: u|b
Weiterlesen „Lieferhelden – Corona Heroes“

Pizza Corona

Pizzeria Portofino in Friedrichshain

Nach dem Ende des Sommers und der Urlaubs- und Ferienzeit, beginnt in Berlin, speziell in den Bezirken Friedrichshain, Neukölln und Mitte der Corona Inzidenzwert langsam wieder an zu steigen. Kreuzberg-Friedrichshain, der Bezirk in dem wir leben, erreicht rechtzeitig vor den Herbstferien die magischen 50 und gilt somit als Hotspot. Die deutschen Urlaubsregionen Nord- und Ostseeküste sind raus, da diese Länder keine Touristen aus diesen Gebieten einreisen lassen. Berlin setzt zwar noch durch gesamtheitlich betrachtet zu werden, aber das hilft nur kurzfristig, da die Zahlen in Gesamtberlin schnell den Wert von 50 überschreiten und schon ist Berlin wieder Hotspot. Nix mit Ferien.

Ausgehöhlter Kürbis liegt auf einem Stuhl
Kürbis – Foto: h|b
Weiterlesen „Pizza Corona“

#DankeTXL

Ein Airbus 320 der Air France verlässt als letztes Flugzeug Tegel

Am späten Nachmittag startete ein Airbus 320 der Air France als letztes Flugzeug vom Flughafen Berlin Tegel mit dem Ziel Paris CDG. 1960 eröffnete ebenfalls eine Maschine der Air France den zivilen Lufverkehr von und nach Berlin Tegel. Der Kreis hat sich nun – nach 60 Jahren – geschlossen. Damit existiert kein Flughafen mehr auf Berliner Gebiet, der Neue – der BER – liegt ja schon in Brandenburg. Zeit für viele Berliner für einen nostalgischen Rückblick. Für das „alte“ Westberlin war er der Freiheitsflughafen, konnte man von hier doch am schnellsten die Insel verlassen. Hier landeten Kennedy und Obama und sicher noch ganz viele andere Berühmtheiten, auch mein erster Flug überhaupt ging 1990 von Frankfurt (FRA) nach Berlin (TXL), ohne da schon zu wissen, eines Tages Einwohner von Berlin zu werden.

#DankeTXL
#DankeTXL – Foto: h|b
Weiterlesen „#DankeTXL“

insideBER

Terminal 1 am BER

Am Sonntag habe ich mir den neuen Hauptstadtflughafen BB Willy Brandt mal angesehen. Zünftig will ich mit dem neuen FEX, dem Flughafenexpress, anreisen, doch Personen am Gleis können das erfolgreich verhindern. Der FEX fährt zurück nach Schönefeld „alt“ und von dort geht es dann mit der S-Bahn weiter. Die S45 ist die neuste Baureihe der Berliner S-Bahn und entspricht dem aktuellen Standard anderer Städte, echt schick.

Mit mir sind eine Menge Leute unterwegs, alle mit Maske im Gesicht, sehr vorbildlich. Was allerdings fehlt: Passagiere. Keine Koffer, keine Aufregung, nur Touristen, die sich am Sonntag mal den neuen Flughafen ansehen wollen. So wie icke. Wie es sich heutzutage gehört, ist der der BER hervorragend an den ÖPNV angebunden und vom Tiefbahnsteig kommend stehe ich ein paar Minuten später mitten unter dem „Magic Carpet“ im T 1.

Auch hier kaum Passagiere, allerdings fliegen an diesem Sonntag auch nur eine Handvoll Maschinen ab. Mit meinem vorab gebuchten Onlineticket für die Besucherterrasse lasse ich die lange Schlange der auf ein Ticket wartenden links liegen und stehe kurz danach im Freien mit Blick auf die orangen Maschinen der EasyJet Flugzeuge die das Vorfeld farblich dominieren. Weit hinten hat die Lufthansa ihre Maschinen geparkt, die aktuell wegen Corona nicht gebraucht werden.

Am Ende schieße ich noch ein paar Detailfotos des in angenehmen warmen Holztönen gehaltenen Terminals und muss feststellen: Es fühlt sich ganz normal an. Ein Flughafen wie man ihn auch anderswo auf der Welt finden würde. Unaufgeregt, unspektakulär, aber weiter kurze Wege zu den Gates. Passt irgendwie zu Berlin.

Hier wie immer ein paar Impressionen für alle, die vielleicht mal hier starten oder landen werden …

-TXL x -SXF = +BER

Flughafen Willy Brandt vom Aussichtsturm

Es ist vollbracht! 3073 Tage nach der ersten „Nichteröffnung“ in 2012 ist es nun endlich geschafft, der neue Flughafen „Willy Brandt“ mit dem Flugkürzel „BER“ ist eröffnet. Endlich keine schlechten Witze mehr, wenn man sich in einer geselligen Runde als Berliner outet. 6.5 Milliarden Euro hat der neue Airport bis zur heutigen Eröffnung verschlungen, und Geld braucht er auch jede Menge in der Zukunft. Nachdem durch Corona die Passagierzahlen dramatisch eingebrochen sind bedarf es zwar keiner neuer Terminals, aber der Betrieb kostet ja trotzdem Geld, was bis auf weiteres nicht durch Passagiere und Fluggesellschaften kompensiert werden kann. Ein Teufelskreis.

Und Tegel? Ein paar Tage vor der ersten „Nichteröffnung“ war ich 2012 vor Ort und wollte die ultimativ letzten Bilder schießen. Die kurzen Wege im Inneren des Hexagons das Architekturgeschichte geschrieben hat, die Besucherterasse mit dem oft beschaulichen Flugverkehr damals, die Taxischlangen, alles sollte vorbei sein. Kam aber dann eben anders. Die Bilder haben nichts an Aktualität verloren, daher noch mal ein kleiner, nostalgischer Rückblick auf den Flughafen der kurzen Wege. Von hier sind wir in den Urlaub geflogen, Anfahrt per Bus oder Taxi, andere Möglichkeiten gibt es ja bis heute nicht und beim zurückkehren haben wir beim Landeanflug den Blick auf die „Big City“ genossen, die unser zu Hause ist. Davon wird man bei der Landung auf dem BER nicht mehr viel sehen. Aber… wie steht es schon in meinem letzten Beitrag: „Weniger fliegen“.

Amelia fliegt

Walkperformance mit Clara Rodriguez Garcia Muñoz im Spreepark Berlin

Ein weiterer Streetact bei der Spreepark-Performance „Spaziert ins Grün!“ aus dem letzten September war „Amelia“. Angelehnt an die berühmte amerikanische Pilotin Amelia Earhart, die als erste Frau den Atlantik überflog, landete die Künstlerin Clara Rodriguez Garcia Muñoz im Spreepark vor ihren Mitpassagieren. Sie ließ uns an ihrem Wunsch teilhaben immer noch höher und weiter zu fliegen – es gab für Amelia scheinbar keine Grenzen. Aber nur scheinbar.

So wie alle Vorführungen an diesem Tag im Spreepark, hatte auch dieser den ökologischen Zeigefinger im Gepäck und so blieb Amelia nach ihren anstrengenden Flugversuchen lieber in Berlin. Erkenntnis des Tages: „Hier ist schön, weniger Fliegen“.

Bereits vorgestellt…

Mandelduett und Zwischen den Stühlen

Mantelduett

Pantomime mit blauem Mantel

Eine weitere Performance im Spreepark beginnt mit einem auf der Erde liegenden blauen Mantel. Da er nicht ganz aufliegt befindet sich wohl jemand darunter. Das beweist sich als eine Hand auftaucht. Dann eine weitere. Und noch eine und eine vierte. Dann erwacht der Mantel zum Leben. Er erhebt sich, zeigt nach und nach was in ihm steckt. Zwei Menschen. Mann und Frau. Bewegen sich. Trennen sich. Zerreissen sich. Bewegen sich – und damit auch uns – immer weiter durch den Spreepark. Stumm, nur mit Gesten und immer den Mantel im gemeinsamen Spiel. So ganz ist den Zuschauern und mir nicht klar, was der Sinn des Ganzen ist. Man kann es wohl erahnen, aber im Netz habe ich dazu die folgende Erklärung gefunden, die ich mir mal ausleihe …

Pantomime mit blauem Mantel
Cloak Work – Foto: h|b
Weiterlesen „Mantelduett“

Zwischen den Stühlen

Mr. Moe zwischen den Stühlen

Unter dem Motto „Spaziert ins Grün!“ und unter der künstlerischen Leitung von Ursula Maria Berzborn und Jana Korb öffnete der Spreepark Berlin am letzten Sonntag seine Tore für darstellende Künste im urbanen Naturraum in Berlin. Zu sechs Stationen – besetzt mit Künstlern aus völlig unterschiedlichen Richtungen – wurden die Besucher von den Veranstaltern in 40er Blöcken und mit coronabedingtem Abstand durch den Park geführt und konnten dann jeweils die Performance genießen.

Weiterlesen „Zwischen den Stühlen“