Das war er nun, der April 2025. Ein April, der – wenn ich mich recht erinnere – alle Konventionen gesprengt hat. Ein Monat der eigentlich dafür steht, alle Wettervariationen im Laufe seiner 30 Tage aufzubieten. Letztes Jahr hatten wir um diese Zeit sogar nochmal Schnee. Diesmal fühlte er sich aber eher wie Vorsommer an.

„Im April 2025 wurden in Überlingen bis zum Monatsende über 245 Sonnenstunden verzeichnet, was deutlich über dem Klimamittel liegt. Die Sonnenscheindauer übertraf das Klimamittel von 163 Stunden um etwa 50 %“, schreibt der Deutsche Wetterdienst dazu. Toll für mich, alle Osterurlauber am Bodensee und gut für die gequälte Winterseele, aber irgendwie fühlt es sich nicht richtig an. Ein Bauer hat sogar schon einen Olivenhain angelegt und sich dafür vom Apfelanbau getrennt. Ein richtiger Schritt in die Zukunft? Ist der Bodensee in ein paar Jahrzehnten der neue Gardasee?

Es hat im April auch so gut wie nicht geregnet. Gerade mal ein Drittel des üblichen Monatssolls, nämlich 13 Liter auf den Quadratmeter, erreichten den trockenen Boden. Und das nicht nur hier am Bodensee, sondern deutschlandweit. Was soll das erst im Sommer werden? Der morgendliche Blick aus dem Fenster zeigt aktuell auch weiterhin einen knalligen blauen Himmel. Änderung ist laut Wettervorhersage nicht in Sicht.

Auch bei Waldrapps wird fleissig gearbeitet. Vor allen Dingen sind sie mit Nestbau und -verbesserung beschäftigt. Stöckchen und Hölzchen werden gesammelt und verbaut, gleichzeitig versuchen sie mit kleinen Geschenken eine neue Liebste für sich zu finden.

Die BSB Schifffahrt hat pünktlich zu Ostern begonnen und kämpft an verschiedenen Anlegestellen mit dem Niedrigwasser des Bodensees. So können Langenargen und Nonnenhorn gar nicht angefahren werden, in Meersburg steht die normale Anlegestelle nicht zur Verfügung. Aus Sicherheitsgründen wird der Hafen genutzt. Ganz so schnell wie auf dem Bild fahren die Schiffe nicht, aber man kommt gut und zügig über den See.

Als wir letzt mit unserem Fotoclub in Seefelden fotografieren waren, säumte jede Menge Treibholz das Ufer. Alle Äste und Holzstöcke sind längs am Ufer ausgerichtet, so wie die Strömung sie vom letzten Starkregen in 2024 hergeschwemmt hat. Ein Interessanter Anblick. Mit dem Bild vom Sonnenuntergang und dem Kloster Birnau, beende ich den „April, April“ Beitrag und bin gespannt, wie sich das Jahr noch entwickelt.

