Schlagwort-Archive: Fotografie

Grenzerfahrung VIII

Der große Kurfürst ging hier im 17. Jahrhundert auf die Jagd nach Hasen und die deutsche Turnbewegung nahm in diesem Park zu Anfang des 20. Jahrhunderts mit Turnvater Jahn ihren Anfang. Am nördlichen Eingang des Parks erinnert ein Jahndenkmal daran. Die Rede ist natürlich von der Hasenheide, die sich – vom Hermannplatz kommend – bis zum Südstern zieht und der wir im achten Teil der „Grenz(er)fahrung folgen. Die Kirche am Südstern dominiert das Ende der Sichtachse entlang der Hasenheide und kündigt einen erneuten Schwenk der Grenze in Richtung Tempelhof an. Dieses Teilstück der Kreuzberger Grenze ist auch nicht soooo spannend und für geübte Radfahrer in 5 Minuten zu bewältigen. Ein paar Bilder gibt es natürlich trotzdem.

Schneeglöckchen

Seit letztem Jahr hängen Bilder von mir im Cafe Victoria im Botanischen Garten von Berlin. Unser Fotoklub – die Kreuzberger Fotografen – haben dort eine Art Belegungsrecht und das letzte Thema „Berlin, anders gesehen“, ist aktuell dort zu sehen. Berliner Fotomotive, jenseits der klassischen Touristenfotos. Wer zufällig mal dort vorbeikommt, kann sich bei Kaffee und leckerem Kuchen stärken und die Bilder anschauen.

Ausstellung Cafe Victoria – Foto: h|b

Schneeglöckchen weiterlesen

Allesfresser

Seit kurzem haben wir im Büro vor dem Fenster eine Art Futterhäuschen aufgehängt und warten eigentlich auf kleine Meisen, Spatzen, oder was auch immer so an Kleingeflügel am Nordbahnhof so herumfleucht. Aber wie das in Berlin so ist, erscheinen auch gleich die großen Nebelkrähen. Fressen sie sonst ja so weg, was der Wohlstandsbürger auf Berlins Straßen so fallen lässt, Pizza, Döner, Nudelpfanne süßsauer, geben sie sich wohl auch mal mit schmackhaften Körnern zufrieden, wenn das Angebot gut erreichbar ist. Die Meisen kommen auch, aber hier muss ich nochmal ran, die Bilder sind alle unscharf geworden. Da hat wohl der manuelle Fokus doch nicht gesessen. Ach ja, das Fenster sollte ich vorher wohl auch mal putzen.

Krähe am Futterhäuschen
Naschvogel – Foto: h|b

Alle Bilder mit der Olympus E-M5 II und dem Lumix 35-105 2.8

Ein Du im Jetzt

Seit 35 Jahren fotografiert Dietmar Bührer „Menschen in Galerien“ und „Bilder einer Ausstellung“ ist der Titel seiner Werkschau zum siebzigjährigen Geburtstag in der Fotogalerie Friedrichshain am Helsingforser Platz. „Seit nunmehr 35 Jahren hält Fotograf Dietmar Bührer die Wechselwirkungen zwischen Kunstwerken und Ausstellungsbesuchern in magischen Bildern fest und erschafft damit eine neue künstlerische Dimension“ schreibt die Galerie in ihrer Einladung zur Vernissage, die gestern Abend stattfand.

Ich habe das dann mal auf die Spitze getrieben und Menschen fotografiert, die Bilder betrachten, auf denen Menschen zu sehen sind, die Bilder betrachten. Ein schönes Thema wie ich finde.

Die Schriftstellerin Alexandra Lüthen hielt die Laudatio und die Überschrift des Artikels „Ein Du im Jetzt“ stammt aus ihrem Text. Sie bezieht sich damit auf den flüchtigen Moment, in dem Besucher von Museen oder Galerien das Kunstwerk betrachten. Durch das Festhalten genau dieses Augenblicks durch den Fotografen, wird daraus etwas Beständiges.

Dietmar Bührer ist seit 1987 Ehrenmitglied im Deutschen Verband für Fotografie (DVF) und wurde für seine besonderen Verdienste im beruflichen, persönlichen und fotografischen Umgang mit Inhaftierten vor und hinter den Mauern der JVA Tegel 2011 mit dem Bundesverdienstkreuz.

Fotogalerie Friedrichshain, Helsingforser Platz 1, 10243 Berlin. Die Ausstellung ist bis zum 21. Dezember 2017 zu sehen.

Alle Fotos h|b: Olympus OM-D E-M5 II / 17 mm

In Motion

Über 43.000 Läufer aus 137 Nationen waren gestern in Berlin unterwegs, um beim 44. BMW Marathon ihren persönlichen Schweinehund zu überwinden, einen neuen persönlichen Rekord aufzustellen, oder einfach den Flow zu spüren, wenn der Körper über seine Leistungsgrenzen hinaus gefordert wird. Dabei wurden sie von unzähligen Berlinern entlang der Strecke begeistert angefeuert. Am Gendarmenmarkt rund anderthalb Kilometer vor dem Ziel sahen die Meisten, die so in der Zeit zwischen 3 und 4 Stunden ins Ziel kommen werden, zum großen Teil noch sehr entspannt aus. Da war allerdings der Sieger Eliud Kipchoge aus Kenia mit einer Zeit von 2.03.32 schon lange im Ziel. Den Weltrekord hat er knapp verpasst, aber das Nieselwetter war gestern auch nicht so ganz zuträglich.

Am selben Tag waren die Berliner auch aufgerufen den nächsten Bundestag zu wählen. Dabei gaben alleine in Berlin 224.957 Wähler (12%) einer Partei ihre Stimme, die offen ausländerfeindlich auftritt. Wie das in einer weltoffenen und toleranten Stadt wie Berlin zusammenpasst, wird mir ein ewiges Rätsel bleiben.