Valencia – Fallas

Als wir letzte Woche in Valencia festgemacht haben, wollten wir uns eigentlich nur die Stadt anschauen. Die architektonisch interessante Ciutat de les Arts i les Ciències, die Kathedrale mit dem heiligen Gral, die großartige und riesige Markthalle, vielleicht irgendwo in den Vierteln lecker Essen und Trinken. Bekommen haben wir aber viel mehr, nämlich die Möglichkeit die Fallas (sprich Fajas) zu erleben. Ein Spektakel, was sich für uns mit einer Mischung aus Silvester (Feuerwerke und Knallerei), Karneval (die Figurenensembles, Ninots) und einem Trachtenfest (Umzug der rund 400 Stadtteilgruppen in tollen Kostümen) vergleichen lässt.

Der treibende Motor der Fallas sind die fast 150.000 Mitglieder der Fallas-Vereine aus den knapp 40 Stadtvierteln Valencias, die jeweils einen Häuserblock oder mehrere Straßenzüge umfassen. Jeder Verein hat sein Hauptquartier, genannt Casal Faller. Im Mittelpunkt steht dabei die Errichtung einer eigenen Falla aus Holz und Pappmaché, die das Stadtviertel repräsentieren soll. Dazu werden Handwerker und Künstler unter Vertrag genommen. Hinzu kommt das Vorbereiten der Trachtenumzüge und das Zusammenstellen der Musikkapelle. Große Zelte werden aufgebaut, in dem sich das Stadtviertel während der Festwoche trifft.

Aus den früheren einfachen Puppen wurden nach und nach dreidimensionale Kunstwerke, die, aus Holz, Gips und Pappe gefertigt, jeweils ein bestimmtes Thema aufgreifen und karikieren. Heute sind die größten Skulpturen haushohe Gebilde, die oft mehr als zehn Tonnen wiegen und teilweise über 100.000 Euro kosten.

Die Fallas oder Falles finden jedes Jahr in Valencia und zahlreichen Orten der Comunidad Valenciana vom 15. bis zum 19. März statt. Über die ganze Woche werden die Figuren erstellt und am Mittwoch Abend ist in der Regel alles fertig. Dann werden sie bewertet und es gibt ein Voting, was dafür sorgt das eine der rund 700 Skulpturen überlebt. Am letzten Tag des Festes werden nämlich alle Figuren verbrannt. Die mit viel Mühe und Arbeit entstandenen Figurengruppen gehen komplett in Flammen auf und bilden damit die Wiedergeburt der nächsten Fallas.

Alle Bilder die in diesem Beitrag zu sehen sind, sind damit bereits Geschichte, da sie am letzten Samstag ein Opfer der Flammen wurden.

Das letzte Ninot des Beitrages ist eine Hommage an den spanischen Künstler Salvador Dalí

Dies ist eine kleine Auswahl der rund 700 Figurengruppen (Ninots) und wer mal nach Valencia möchte, die Fallas sind ein guter Grund. Ein Fest für Augen, Ohren und alle anderen Sinne.

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