La Crosse

Zwei Lacrossespieler auf dem Feld
Ein perfekter Pas de deux – Foto: h|b

Ich versuche mich ja gerne hin und wieder in der Sportfotografie und nach den Pferden aus Hoppegarten, bin ich an diesem Wochenende bei einer etwas exotischen Ballsportart gelandet. Sie wird von Männern und Frauen gespielt und hat ihren Ursprung bei den amerikanischen Ureinwohnern der Ostküste und der großen Seen. Die Rede ist von Lacrosse. Die männlichen Spieler halten dabei einen mehr oder weniger langen Stock in der Hand, an dem sich am oberen Ende ein kleines Netz befindet. Damit werfen sie sich gegenseitig einen kleinen Hartgummiball zu. Ziel ist es, diesen Ball in das gegnerische Tor zu befördern. Dabei dürfen die Männer etwas härter rangehen, daher auch Helm und Armschutz, sich schon mal umrempeln, oder mit dem Stock auf den gegnerischen Stock schlagen. Bei den Frauen ist dagegen jeglicher Kontakt verboten, so dass diese ohne Schutz auskommen. Weiterlesen „La Crosse“

Türkische Ansichten

Fotoausstellung auf dem Alexanderplatz - Foto: h|b
Fotoausstellung auf dem Alexanderplatz – Foto: h|b

Im Moment macht die Türkei ja eher negative Schlagzeilen. Polizeigewalt, Tränengas, Bürgerkriegsähnliche Zustände, erschreckende Berichte. Ein völlig anderes Bild zeigt „Time in Turkey“ in Berlin. So heißt die Wanderausstellung, die das Ausstellungs-Forum „art place berlin“ ab heute auf dem Alex und in den Räumen des „Park Inn by Radisson – Berlin Alexanderplatz“ präsentiert. Im Rahmen des „BERLIN FOTOFESTIVALS 2013 – THE BROWSE“ werden dort bis zum 13. Juli die Arbeiten renommierter Fotografen gezeigt – darunter Pulitzer-Preisträger Antony Suau und der ehemalige White House Fotograf Christopher Morris. Die Künstler erzählen Fotogeschichten, die das Leben und spezifische Fragen zur Türkei reflektieren – jeder aus einer anderen Perspektive. Interessant sind auch die Begleittexte neben den Fotostrecken, wie am Beispiel des Fotografen Eric Bouvot, der zusammen mit der türkischen Polizei unterwegs war und deren besonnene Arbeit besonders hervorhebt. Also im krassen Gegensatz zu den aktuellen Geschehnissen. Aber die Ausstellung – die noch bis zum 13. Juli zu sehen ist – ist auch ein gute Gelegenheit sich auf die Türkei und ihre Menschen einzulassen.

Compiacenza

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Sogar die Berliner Müllabfuhr erleichtert uns die Re-Integration nach drei Wochen Italienurlaub. Das ist sehr nett liebe BSR, echt jetzt. Mülle Grazie.

Die große Überfahrt

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Nun sind wieder einige Tage vergangen, angefüllt mit einer Menge sizilianischer Eindrücke. Wir haben weitere griechische Tempel in Selinunt besucht, bei der folkloristischen Salzgewinnung in Trapani geholfen, haben den „Heligen Berg“ Erice mit der Seilbahn erobert, einem Gottesdienst im herrlichen Duomo in Monreal zugehört, übrigens erbaut von Heinrich II in Konkurrenz zum Dom von Palermo, bis hin zur Stippvisite der Villa Palagonia in Bagheria, deren steinerne Scherzfiguren auf der Mauer um die Villa herum, Goethe 1787 veranlassten von „einer pallagonischen Raserei“ zu sprechen und ihnen jede Kunst absprach. Sah in der Tat aus wie ein Kuriositätenkabinett eines verrückten Steinmetzes.

All das ist im Kopf und natürlich auch zum Teil in der Kamera gespeichert, um es später wieder anzuschauen, wenn die harten und dunklen Wintertage wieder zurückkommen und es gilt, sich an die Farben und die Gerüche zu erinnern, die man im Süden Italiens aufgenommen hat. So wie die Maus Frederick das im Kinderbuch von Leo Lionni vorgemacht hat.

Nun sind wir, nach einer langen Überfahrt mit einem Schiff namens „Splendid“, wieder im Norden Italiens angekommen und stehen in Vado Ligure an der Via Aurelia, auf der unsere Reise durch Italien vor 16 Tagen begann. Immer noch viel Sonne und blauer Himmel überall. Wir planen jetzt die drei Etappen bis zum Zwischenstopp in Frankfurt, haben den Sommer eingepackt und hoffen ihn unversehrt mit nach Hessen und Berlin zu bekommen. Wir melden uns hier im Blog wieder, wenn wir gut zu Hause angekommen sind und später gibt es sicher noch das eine oder andere Bild der Tour zu sehen. Bis dahin aber erstmal Ciao, Arrividerci und Grazie für die Aufmerksamkeit.

Valle dei Templi

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Buon giorno aus Sizilien. Inzwischen sind wir ein ganzes Stück im Uhrzeigersinn vorangekommen und stehen unterhalb der Stadt Agrigento in Laufweite der berühmten Tempelanlagen, die wir uns heute angeschaut haben. Damit ist auch offiziell die „Suche nach der Vergangenheit“ abgeschlossen. Wir haben nämlich keinen Pierro mehr gefunden und das Haus, von dem wir denken, dass es das Richtige war, ist inzwischen eine ausgebaute Residenz und der junge Mann, den wir trotzdem mal nach Pierro gefragt haben, hatte keine Ahnung und radebrechte was von „new opening“. Im Gegensatz zu vor 28 Jahren ist inzwischen fast die gesamte Küstenlinie zwischen Marza und Pozalla bebaut und die Strände zum Teil kaum noch als solche wahrnehmbar. Es war wohl ein wenig blauäugig anzunehmen, dass „wir“ uns zwar inzwischen ein paar mal neu erfunden haben, aber in Sizilien die Zeit stehengeblieben ist und ein Ferienwohnungsvermieter 28 Jahre darauf wartet, dass wir wieder mal vorbeischauen. Aber schön wäre es schon gewesen 🙂 Weiterlesen „Valle dei Templi“

La Sicilia

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Während zwei wilde Katzen um meine Beine streichen, knattert der Padrone mit seiner Mofa heftig gestikulierend über den Platz, um die Neuankömmlinge auf den Millimeter genau ihre Parzelle zuzuweisen. Aus der Küche weht derweil der Geruch von scharf angebratener Knoblauchsoße herüber und über den Olivenbäumen spannt sich ein blauer Himmel, ohne den Anflug einer Wolke bei angenehmen 25 Grad.

Das war einer der Gründe, wieso ich bereits damals, Mitte der 80er Jahre zweimal hier auf Sizilien war. Allerdings mit dem Zug. Von Frankfurt/Main bis nach Siracusa. Warum mit dem Zug? Weil ich Eisenbahner bin und einer der Vorteile dabei ist die Möglichkeit umsonst Zug zu fahren. Nicht nur in Deutschland, sondern auch in weiten Teilen Europas. So kostete uns das Ganze, meine Frau und zwei Freunde waren auch mit von der Partie, lediglich die Liegewagekarten. Reine Fahrzeit: 36 Stunden. Nachtzug von Frankfurt nach Rom, kleine Verschnaufpause, Nachtzug nach Siracusa. Dort holte uns Pierro ab. Weiterlesen „La Sicilia“

Dem Himmel so nah

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Wir haben den Angriff von Neptun überlebt und haben eben mitten in der sizilianischen Diaspora in Avola das CL Finale und den Sieg des FC Bayern gesehn. Glückwunsch. Die zahlreichen deutschen Urlauber waren ja eher so Dortmund orientiert. Wie wir.

Nach dem letzten Bericht haben wir gestern mit der Fähre die Strasse von Messina überquert und sind jetzt auf Sizilien. Wie geplant haben wir sofort den Ätna erklommen, der sich – wie erhofft – wolkenlos präsentiert. Zuerst fahren wir mit dem Wohnmobil zur Basisstation auf 2000 Meter Höhe, um nach kurzer Akklimatisationsphase mit Seilbahn und Unimogbussen auf 2920 Meter zu erhöhen. Ein Bergführer zeigt uns einige Aktivitäten rund um die Bergstation, aber der Aufstieg zum Hauptkrater ist aktuell nicht möglich. Der weite Blick über Sizilien entschädigt dafür mehrfach. Als urplötzlich Wolken aufziehen und den Gipfel verhüllen, ist es Zeit die Talfahrt anzutreten.

In der Nacht haben wir Befürchtungen dass es uns das Wohnmobil vom Plateau weht, so kräftig bläst der Westwind. Vorsichtshalber stellen wir uns mitten in der Nacht noch mal um. Am nächsten Morgen werden wir von heftigem Regen geweckt, wir stehen mitten in den Wolken. Tief unter uns strahlender Sonnenschein. Es wird Zeit „Ciao Ätna“ zu sagen. War schön mit dir.

Entlang erkalteter Lavaströme früherer Vulkanausbrüche erreichen wir Catania und kurze Zeit später Siracusa. Hier bleiben wir den ganzen Tag, besuchen das Teatro Greco, das Orecchio di Dionigi, die Fontane Aretusa und mäandern durch die Stadt, die wir zuletzt 1986 – noch mit dem Zug – besucht haben. Den Abschluss des Tages verlegen wir nach Avola, wo es einen netten Campingplatz am Meer gibt. Der Platz ist fest in süddeutschen Händen, die aus unerfindlichen Gründen Pfingstferien haben. Wir als Berliner setzen den Exotenstatus. Dit is juut, wa. Buena notte oder so…

Vom Kraterrund zu den Tempeln der Antike

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Gestern morgen haben wir dem ersten Vulkan auf unserer Tour „Bon giorno“ gesagt, dem Vesuv. Er versucht uns zwar den Besuch etwas zu erschweren, indem er am steilen Anstieg einen heftigen Regen niederprasseln lässt, so dass unser Wohnmobil mit durchdrehenden Rädern fast keinen Grip findet. Aber unsere Bergziege lässt sich nicht unterkriegen und mit ein bißchen Feingefühl erreichen wir den – noch fast leeren – Gipfelparkplatz. Von hier an heißt es laufen, aber nicht ohne vorher einen Zehner am Eingang als Obulus zu entrichten. Weiterlesen „Vom Kraterrund zu den Tempeln der Antike“

Im Labyrinth von Pompeji

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Heute sind wir fünf Stunden durch die Ruinen von Pompeji gewandert. Um uns herum Unmengen an Gruppen von diversesten Kreuzfahrtschiffen, Schulklassen auf Italienreise und Kindergärten aus der Umgebung. So bevölkert muss sich Pompeji zu Lebzeiten angefühlt haben. In allen Sprachen wird das frühere Leben erklärt und wie es dann zum abrupten Ende kam. Wer das wissen will, kann bei Wikipedia nachschauen, oder den Film „Die letzten Tage von Pompeji“ anschauen. Ist glaub ich aus den Fünfzigern. Weiterlesen „Im Labyrinth von Pompeji“

Via Aurelia

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Wir verlassen in der Früh „La Spezia“ und nehmen die SS1, auch „Via Aurelia“ genannt, unter unsere Räder und bewegen uns gen Süden, vorbei an Livorno, wo auch das Foto entsteht. Ein geplanter Besuch etruskischer Gräber am Pinienstrand von Populonia scheitert an der Bockigkeit einer Parkplatzwächterin, die uns nicht mal eine halbe Stunde auf den massenhaft vorhandenen Busparkplätzen stehen lassen will, obwohl wir bereits ein Ticket gezogen haben – „das sei nicht importante“ – und gerade mal ein piepeliger Bus dort steht. Manney, dann behaltet eure blöden Etrusker halt für euch. Weiterlesen „Via Aurelia“