Vom Kraterrund zu den Tempeln der Antike

20130523-191617.jpg

Gestern morgen haben wir dem ersten Vulkan auf unserer Tour „Bon giorno“ gesagt, dem Vesuv. Er versucht uns zwar den Besuch etwas zu erschweren, indem er am steilen Anstieg einen heftigen Regen niederprasseln lässt, so dass unser Wohnmobil mit durchdrehenden Rädern fast keinen Grip findet. Aber unsere Bergziege lässt sich nicht unterkriegen und mit ein bißchen Feingefühl erreichen wir den – noch fast leeren – Gipfelparkplatz. Von hier an heißt es laufen, aber nicht ohne vorher einen Zehner am Eingang als Obulus zu entrichten.

Kurz hinter dem Eingang werden Holzstöcke feilgeboten – „It’s free, pay a little bit when you come back“ – die wir erst verschmähen, allerdings nach den ersten Metern doch als sinnvoll erachten und zwei davon für den Aufstieg ordern. Vorbei an einer Schuklasse mit schnaufenden Jungmännern, streben wir dem Kraterrand zu. Der Vesuv selbst ist dann relativ unspektakulär und der Krater am Boden gefüllt mit Bimsstein und Sand. Hier und da riecht es ein wenig nach Schwefel, kleine Rauchfahnen steigen aus einige Steinen heraus, aber man hat einen grandiosen Ausblick auf den Golf von Neapel und auf die Stadt selbst. Am Ende des begehbaren Weges gönnen wir uns „due cafe doppio“ und machen uns wieder an den Abstieg. Hier sind die Stöcke jetzt noch hilfreicher und wir bedanken uns bei den Stockausteilern mit einem kleinen Obulus.

Der Parkplatz ist jetzt brechend voll, wären wir nicht so früh aufgebrochen, hätten wir jetzt große Mühe ein Plätzchen zu finden. „The early bird“ hat sich wieder mal als richtig erwiesen. Im Navi schnell „Griechenland“ einprogrammiert und schon geht es los Richtung Paestum, zu den Tempeln. Ist zwar immer noch Italien, aber die Griechen als alte Seefahrer bauten ja überall ihre Siedlungen. Und Tempel für die Götter waren quasi obligatorisch.

Drei schöne Exemplare stehen in Paestum publikumsfreundlich und gut erhalten als Ensemble dicht beieinander. Wieder zehn Euro Eintritt bezahlt – scheint ein Standardpreis für kulturelle Sehenswürdigkeiten zu sein – und los gehts. Mitten in der prallen Mittagssonne bestaunen wir die griechische Baukunst und erholen uns zwischendurch im Schatten der mächtigen Bäume. Die drei Tempel sind Apollo, Neptun (Poseidon) und Hera gewidmet, sagen die Historiker. Nach eiskalter Coke und einem Becher Gelati und dem sich daran anschließenden Museumsbesuch, fahren wir anschließend zu einem kleinen Campingplatz, wo wir direkt auf einer Naturmole am Wasser stehen und eine deutsche Wagenburg aus aller Herren Bundesländer bilden. Zur Erholung nach all den Strapazen gönnen wir uns erstmal ein erfrischendes Bad im Mittelmeer.

Am Abend gibt es dann noch großes Rundumkino der zürnenden Götter. Dunkle Wolken, Blitze, großes Wetterleuchten, Sturmböen, aufpeitschende Wellen und wir zwei bibbernd im Wohnmobil direkt an der Wasserkante den Elementen ausgesetzt. Und wieder keine Jungfrau zum Opfern da, wenn man mal eine braucht. Manney. Das sollte die ganze Nacht so weiter gehen, aber irgendwann schlafen wir ein und hoffen auf einen neuen Morgen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s