Tote Fische

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Nicht einfach in alles reinbeißen, hat euch das eure Fischmutter nicht beigebracht? – Foto: h|b

Heute Abend haben wir auf dem Campingplatz am Saltstraumen eingecheckt. Bereits zum drittem mal in unserem Wohnmobilleben übrigens, die ersten beiden Male in 2005. Der Saltstraumen, über den eine große Brücke führt, bildet an dieser Stelle einen Mahlstrom. Dort wird das Wasser so heftig durch eine enge Stelle in den Fjord gedrückt, dass sich hier gefährliche und große Wirbel bilden. Mit den Wassermassen kommt auch das Krill und mit dem Krill die Fische, die nach allem schnappen, was sich im Wasser bewegt, auch nach kleinen, blinkenden, bunten Fischchen. Zu spät merken sie dann, dass hintendran noch eine Schnur hängt und nun ihr Ende gekommen ist.

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Farbenvielfalt in Henningsvær – Foto: h|b

Heute morgen haben wir die Lofoten nach gut 4 Tagen verlassen. Ein bißchen wehmütig, ein bißchen in Aufbruchstimmung. Wir schauen noch kurz in Henningsvær, dem Venedig der Lofoten, vorbei und genießen ein letztes Mal die kräftige Sonne am blauen Himmel. Ich erwäge noch kurz ein schnelles Bad im Atlantik, aber wir müssen uns etwas beeilen, um 13.15 Uhr wartet die Fähre in Lødingen auf uns. Dank der LOFAST, der neuen Lofoten-Schnellstrasse, schaffen wir das aber locker. Pünktlich um 13 Uhr fahren wir aus der zweiten Reihe auf das Schiff und direkt hinter uns machen sie die Schotten dicht. Tschüss Lofoten, war schön bei euch.

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Manche Dinge halten wohl 1000 Jahre, andere gottseidank nicht – Foto: h|b

Zurück auf dem Festland, grauer Himmel, graue Wolken. Ich glaube ja, dass hier die Wolken für das skandinavische Tief produziert werden, was sich gerade in Südschweden und Deutschland abregnet. Zumindest sieht es stellenweise so aus, als stiege der Wasserdunst nach oben. Aber eigentlich ist er ja überall. Kurz an einer Stelle gerastet, an der man Überreste russischer Baukunst unter deutscher „Anleitung“ sehen kann. Unter anderem an dieser Stelle wurde während des letzten Krieges mit Kriegsgefangenen ohne Rücksicht auf Verluste an der „Polarbanen“ gebaut, einer Schienenverbindung hoch nach Norden, die die Erzlieferungen ins Deutsche Reich sicherstellen sollte. Außer einem Tunnelstumpf, einem einsamen Brückenpfeiler und einem verrosteten Schiffsschuber ist von den großspurigen Plänen nichts übrig geblieben, die Schienen enden in Norwegen auch heute noch in Bodø.

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Schnelle Wasser sind tief – Foto: h|b

Damit sind wir wieder beim Saltstraumen, denn Bodø liegt ja um die Ecke. Heute wird es zum letzten Mal durchgehend hell sein, denn morgen überqueren wir den Polarkreis in umgekehrte Richtung. Danach beginnt auch für uns wieder die nächtliche Dunkelheit, allerdings erstmal noch eine recht Kurze. Sie wird jedoch immer länger, je weiter wir nach Süden vorankommen werden. Aber gemach, gemach, noch liegen zehn Tage Urlaub vor uns.

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