Amelia fliegt

Walkperformance mit Clara Rodriguez Garcia Muñoz im Spreepark Berlin

Ein weiterer Streetact bei der Spreepark-Performance „Spaziert ins Grün!“ aus dem letzten September war „Amelia“. Angelehnt an die berühmte amerikanische Pilotin Amelia Earhart, die als erste Frau den Atlantik überflog, landete die Künstlerin Clara Rodriguez Garcia Muñoz im Spreepark vor ihren Mitpassagieren. Sie ließ uns an ihrem Wunsch teilhaben immer noch höher und weiter zu fliegen – es gab für Amelia scheinbar keine Grenzen. Aber nur scheinbar.

So wie alle Vorführungen an diesem Tag im Spreepark, hatte auch dieser den ökologischen Zeigefinger im Gepäck und so blieb Amelia nach ihren anstrengenden Flugversuchen lieber in Berlin. Erkenntnis des Tages: „Hier ist schön, weniger Fliegen“.

Bereits vorgestellt…

Mandelduett und Zwischen den Stühlen

Pictures of an exhibition

Der Fotograf mit seinen Bildern

Diese Woche war mein persönlicher Fotomarathon. Gleich drei Ausstellungen standen auf der Besuchsliste, zwei davon mit persönlichem Bezug. Fangen wir mit der letzten Ausstellung an, die leider heute auch schon ihr Ende fand.

Berlin Streetphotography by Kai Pagels

Wer am 14. Februar 2020 40 Jahre alt wird, hat etwas besonderes verdient. Dachte sich wohl auch die Freundin von Kai und organisierte still und heimlich eine Ausstellung im Studio Ober!Schön mit Kais „Straßenbildern“ aus Berlin. Kai ist ein Kollege von mir und schon seit Jahren fotografisch unterwegs. In Magdeburg ging es in die Clubs oder zu den Fußballspielen, immer nebenberuflich, Kai ist nämlich eigentlich Eisenbahner. So wie ich. Noch nicht so lange, aber auf einem guten Weg.

Später wurde das Business erweitert, die Hochzeitsfotografie kam noch dazu, ein sehr zeitaufwändiges Genre mit wenig freien Wochenenden. Aber man muss immer offen sein für Neues und lebenslanges Lernen ist die Devise. Auch fototechnisch sind wir inzwischen auf einer Ebene angekommen, wir fotografieren beide mit Kameras von Olympus. Eine Ausstellung der eigenen Bilder ist sicher ein Highlight im Fotografenleben, daher ist die Überraschung mehr als gelungen und die Latte sehr hochgelegt für etwaige Revanchen.

Der alten Zeiten wegen

Brandenburger Tor Silvester

Should auld acquaintance be forgot
And never brought to mind?
Should auld acquaintance be forgot,
and days of auld lang syne?

For auld lang syne, my jo
For auld lang syne
We’ll tak’ a cup o’ kindness yet
For auld lang syne

And surely ye’ll be your pint-stoup
And surely I’ll be mine
And we’ll tak’ a cup o’ kindness yet
For auld lang syne
(Text nach Robert Burns)

Ich wünsche euch eine schöne Silvesterfeier, und freue mich auf ein neues Jahr mit viel Liebe und wenig Hass. Bis gleich im Pub 😉

Ausgerummelt

Alex Baugrube

Kreischen, Duften, Klingeln, Scheppern, aus die (wilde) Maus. Keine Menschenmassen mehr die sich durch den Rummel drängen, keine Apollo 13 mehr die ihre Mitfahrer in den Nachthimmel über Berlin schießt, kein Glühwein, kein Gespensterhaus. Übrig bleiben zwei neue Gebäude und eine Baugrube für ein Drittes. Nichts erinnert mehr an den jährlichen Traditionsrummel, der bereits zu DDR Zeiten der beliebteste Weihnachtsmarkt in Berlin war. Den Rest des Jahres war diese Fläche natürlich eine sinnfreie Brache, zu gut für diese Lage um zu bleiben.

Alex Weihnachtsmarkt
Geschichte – Foto: h|b

Für mich war es damals als wir 2001 nach Berlin zogen ein echter Kulturschock. DAS soll ein Weihnachtsmarkt sein? Bei uns nannte man sowas Kirmes, Zissel oder schlicht Rummel. Da war nichts Besinnliches wie am Weihnachtsmarkt vor dem roten Rathaus. Fotografisch hatte es natürlich etwas für sich, hier ging echt die Luzi ab. Der letzte Weihnachtstraum war im Winter 2016 und da war ich noch mal ausgiebig fotografieren.

Alex Weihnachtsmarkt
Break Dance – Foto: h|b

Ein Teil der Fahrgeschäfte ist umgezogen nach Lichtenberg und erfreut jetzt Jung und Alt gegenüber von IKEA. Den Stellenwert und die magische Anziehungskraft wie am Alexa wird er dort aber sicher nicht mehr erreichen. Dafür haben wir jetzt das „Grandaire Berlin“ eine Hipster Wohnanlage für Menschen mit Geld (Imagevideo) und „The Student Hotel“, eine Mischung aus Hotel und Studentenbude, so die Website, und sicher auch nicht ganz billig. Dafür ist man mitten in der Stadt. Was das dritte Gebäude wird, ist noch nicht recht ersichtlich. Muss mal wieder vorbeigehen und nach einem Schild suchen 😉

Wünsch dir was

Visions in Motion / Patrick Shearn - Foto: h|b

Mit dem Projekt „Visions in Motion“ sorgte der Künstler Patrick Shearn, im Rahmen der Feiern zu „30 Jahre Mauerfall“ in der letzten Woche, für ein farbenfrohes Spektakel am Brandenburger Tor. Ein 150 Meter langer Teppich aus insgesamt 100.000 Bändern, von denen 30.000 mit kleinen Botschaften beschriftet sind, bildete den Himmel unter dem die Besucher wandeln konnten.

Wünsche, Forderungen, Hoffnungen und Visionen von vielen verschiedenen Menschen hat der Künstler auf der Straße, auf Festivals im Rahmen von Workshops, Veranstaltungen sowie Aktionen in Schulen und Kirchen eingeholt, sodass sich ein breites Spektrum an Meinungen aus der Gesellschaft zusammen getragen hat.

Wir sind das Volk!

Alexanderplatz

Nach den großen Demonstrationen in Leipzig fand heute vor 30 Jahren die bis dahin größte Demonstration der DDR-Bürger auf dem Alexanderplatz in Berlin statt. Rund eine halbe Million Menschen versammelten sich in den Abendstunden des 4. November 1989 auf dem Alex und lauschte den Reden von Stephan Heym, Jan-Josef Liefers, Ulrich Mühe und vielen anderen bekannten Persönlichkeiten. Viele Transparente zeugten von kreativem Geist und der Ablehnung der DDR Führung.

Heute Abend eröffnete der regierende Bürgermeister die Woche der Feierlichkeiten auf dem Alex, die am kommenden Samstag in einem Finale am Brandenburger Tor endet.  An weitere Standorten in Berlin soll das Erleben des einzigartigen Aufbruchs spürbar werden. Am Alex werden dazu jeden Abend die Fassaden illuminiert, Geschichte so multimedial aufbereitet. Ergänzend dazu Künstleraktionen, Bandauftritte und vieles mehr. Das ganze Programm findet sich hier: Mauerfall30

Wustrau #fontane.200

Steg in den See

„Wir kommen in einem Boot über den See gefahren, legen an einer Wasserbrücke an und springen ans Ufer. Ein kurzer Weg, an Parkgrün und blühenden Linden vorbei, führt uns an den Eingang des Hauses.“

Mit diesem Satz aus dem Buch „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ beschreibt Fontane die Ankunft im Örtchen Wustrau am Südende des Ruppiner Sees. Mit „dem Haus“ meint Fontane das Ende des 18. Jahrhunderts erbaute „Zietenschloss“. Heute dient es schön herausgeputzt als „Deutsche Richterakademie“ der Fortbildung von Richtern und Staatsanwälten. Es liegt idyllisch am See und kann nach Absprache auch besichtigt werden.

Zietenschloss
Zietenschloss – Foto: h|b

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Glitzerwelten

Festival of Lights 2019

Wer seinem Kind einen der glitzernden Ballons gekauft hat, in der Hoffnung den Nachwuchs damit im Dunkeln besser wiederfinden zu können, hat sich wahrscheinlich verkalkuliert. Das Geschäft mit dem Glitzermüll läuft fantastisch und beschert den fliegenden Händlern sicher einen Mordsumsatz. Nur zum wiederfinden ist dann die Masse der Leuchtballons eher nicht geeignet. Weiterlesen „Glitzerwelten“

Off the street

Das Künstlerkollektiv „Berlin 1020“ stellte am Donnerstag in einer Vernissage ihre Bilder in der „Fotogalerie Friedrichshain“ einem zahlreich erschienen Publikum vor. Sechs Fotografen – von denen vier anwesend waren – zeigen in den kommenden 14 Tagen einen Querschnitt ihres fotografischen Könnens. Auch wenn das Motto der Ausstellung etwas provokativ „Runter von der Straße!“ lautet, sind es im Großen und Ganzen doch Bilder die man im weitesten Sinne der Streetfotografie zuordnen kann.

Tokio – Foto: h|b

Ob Mneschen auf den Strassen von Tokio, Arbeiter in den Vulkanminen in Indonesien, oder Strandszenen am Mittelmeer, Menschen stehen im Mittelpunkt der Fotos. Lediglich ein Fotograf fotografiert Räume der Macht ganz ohne die Mächtigen. Am faszinierendsten fand ich die „Memorial Ghosts“ von Roland Groebe. Bilder vom Inneren des Holocaust Mahnmals (Titelbild).

Berlin 1020 Kollektiv
Berlin 1020 Kollektiv – Foto: h|b

Wer die Ausstellung besuchen will muss sich sputen, sie läuft nur 14 Tage lang und endet mit einem „Street Photography Walk und Talk“ mit Martin U Waltz am 6. April um 15 Uhr. Anmeldung ist nicht erforderlich, wer kommt darf mit.

Eine weitere Ausstellung die auch nur noch bis zum 30. März läuft sei auch noch an der Streetfotografie Interessierten ans Herz gelegt. Sie heißt „Der Alexanderplatz von 1959 bis heute“ mit Fotos von Thomas Billhardt, in Kooperation mit der Galerie „Camera Work“.

Ausstellung Alexanderplatz
Alexanderplatz – Foto: h|b

Kindheit

Ann Lofy, Eva von Schirach und Linn Schröder sind die Fotografinnen die in der aktuellen Ausstellung in der Fotogalerie Friedrichshain ihre Bilder zum Thema „Kindheit – geht vorüber und bleibt“ ausstellen. Während von Schirach ihre eigenen Kinder dabei fotografiert hat, wie sich Brüder – im wahrsten Sinne des Wortes – so durchs Leben „schlagen“, erstellt Linn Schröder Familienbilder der etwas anderen Art. Also eher nicht das klassische Familienportrait beim Fotografen. Ann Lofy – als Dritte im Bunde – nimmt sich Stadtkinder und stellt sie in die Natur, könnte Brandenburg sein. Sehr stimmungsvolle Bilder und im Rahmen der Ausstellung aus meiner Sicht die ausdrucksvollste Serie in Schwarzweiß. Weiterlesen „Kindheit“