Kreischen, Duften, Klingeln, Scheppern, aus die (wilde) Maus. Keine Menschenmassen mehr die sich durch den Rummel drängen, keine Apollo 13 mehr die ihre Mitfahrer in den Nachthimmel über Berlin schießt, kein Glühwein, kein Gespensterhaus. Übrig bleiben zwei neue Gebäude und eine Baugrube für ein Drittes. Nichts erinnert mehr an den jährlichen Traditionsrummel, der bereits zu DDR Zeiten der beliebteste Weihnachtsmarkt in Berlin war. Den Rest des Jahres war diese Fläche natürlich eine sinnfreie Brache, zu gut für diese Lage um zu bleiben.
Geschichte – Foto: h|b
Für mich war es damals als wir 2001 nach Berlin zogen ein echter Kulturschock. DAS soll ein Weihnachtsmarkt sein? Bei uns nannte man sowas Kirmes, Zissel oder schlicht Rummel. Da war nichts Besinnliches wie am Weihnachtsmarkt vor dem roten Rathaus. Fotografisch hatte es natürlich etwas für sich, hier ging echt die Luzi ab. Der letzte Weihnachtstraum war im Winter 2016 und da war ich noch mal ausgiebig fotografieren.
Break Dance – Foto: h|b
Ein Teil der Fahrgeschäfte ist umgezogen nach Lichtenberg und erfreut jetzt Jung und Alt gegenüber von IKEA. Den Stellenwert und die magische Anziehungskraft wie am Alexa wird er dort aber sicher nicht mehr erreichen. Dafür haben wir jetzt das „Grandaire Berlin“ eine Hipster Wohnanlage für Menschen mit Geld (Imagevideo) und „The Student Hotel“, eine Mischung aus Hotel und Studentenbude, so die Website, und sicher auch nicht ganz billig. Dafür ist man mitten in der Stadt. Was das dritte Gebäude wird, ist noch nicht recht ersichtlich. Muss mal wieder vorbeigehen und nach einem Schild suchen 😉
Mit dem Projekt „Visions in Motion“ sorgte der Künstler Patrick Shearn, im Rahmen der Feiern zu „30 Jahre Mauerfall“ in der letzten Woche, für ein farbenfrohes Spektakel am Brandenburger Tor. Ein 150 Meter langer Teppich aus insgesamt 100.000 Bändern, von denen 30.000 mit kleinen Botschaften beschriftet sind, bildete den Himmel unter dem die Besucher wandeln konnten.
Wünsche, Forderungen, Hoffnungen und Visionen von vielen verschiedenen Menschen hat der Künstler auf der Straße, auf Festivals im Rahmen von Workshops, Veranstaltungen sowie Aktionen in Schulen und Kirchen eingeholt, sodass sich ein breites Spektrum an Meinungen aus der Gesellschaft zusammen getragen hat.
Nach den großen Demonstrationen in Leipzig fand heute vor 30 Jahren die bis dahin größte Demonstration der DDR-Bürger auf dem Alexanderplatz in Berlin statt. Rund eine halbe Million Menschen versammelten sich in den Abendstunden des 4. November 1989 auf dem Alex und lauschte den Reden von Stephan Heym, Jan-Josef Liefers, Ulrich Mühe und vielen anderen bekannten Persönlichkeiten. Viele Transparente zeugten von kreativem Geist und der Ablehnung der DDR Führung.
Heute Abend eröffnete der regierende Bürgermeister die Woche der Feierlichkeiten auf dem Alex, die am kommenden Samstag in einem Finale am Brandenburger Tor endet. An weitere Standorten in Berlin soll das Erleben des einzigartigen Aufbruchs spürbar werden. Am Alex werden dazu jeden Abend die Fassaden illuminiert, Geschichte so multimedial aufbereitet. Ergänzend dazu Künstleraktionen, Bandauftritte und vieles mehr. Das ganze Programm findet sich hier: Mauerfall30
„Wir kommen in einem Boot über den See gefahren, legen an einer Wasserbrücke an und springen ans Ufer. Ein kurzer Weg, an Parkgrün und blühenden Linden vorbei, führt uns an den Eingang des Hauses.“
Mit diesem Satz aus dem Buch „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ beschreibt Fontane die Ankunft im Örtchen Wustrau am Südende des Ruppiner Sees. Mit „dem Haus“ meint Fontane das Ende des 18. Jahrhunderts erbaute „Zietenschloss“. Heute dient es schön herausgeputzt als „Deutsche Richterakademie“ der Fortbildung von Richtern und Staatsanwälten. Es liegt idyllisch am See und kann nach Absprache auch besichtigt werden.
Wer seinem Kind einen der glitzernden Ballons gekauft hat, in der Hoffnung den Nachwuchs damit im Dunkeln besser wiederfinden zu können, hat sich wahrscheinlich verkalkuliert. Das Geschäft mit dem Glitzermüll läuft fantastisch und beschert den fliegenden Händlern sicher einen Mordsumsatz. Nur zum wiederfinden ist dann die Masse der Leuchtballons eher nicht geeignet. Weiterlesen „Glitzerwelten“
Das Künstlerkollektiv „Berlin 1020“ stellte am Donnerstag in einer Vernissage ihre Bilder in der „Fotogalerie Friedrichshain“ einem zahlreich erschienen Publikum vor. Sechs Fotografen – von denen vier anwesend waren – zeigen in den kommenden 14 Tagen einen Querschnitt ihres fotografischen Könnens. Auch wenn das Motto der Ausstellung etwas provokativ „Runter von der Straße!“ lautet, sind es im Großen und Ganzen doch Bilder die man im weitesten Sinne der Streetfotografie zuordnen kann.
Tokio – Foto: h|b
Ob Mneschen auf den Strassen von Tokio, Arbeiter in den Vulkanminen in Indonesien, oder Strandszenen am Mittelmeer, Menschen stehen im Mittelpunkt der Fotos. Lediglich ein Fotograf fotografiert Räume der Macht ganz ohne die Mächtigen. Am faszinierendsten fand ich die „Memorial Ghosts“ von Roland Groebe. Bilder vom Inneren des Holocaust Mahnmals (Titelbild).
Berlin 1020 Kollektiv – Foto: h|b
Wer die Ausstellung besuchen will muss sich sputen, sie läuft nur 14 Tage lang und endet mit einem „Street Photography Walk und Talk“ mit Martin U Waltz am 6. April um 15 Uhr. Anmeldung ist nicht erforderlich, wer kommt darf mit.
Eine weitere Ausstellung die auch nur noch bis zum 30. März läuft sei auch noch an der Streetfotografie Interessierten ans Herz gelegt. Sie heißt „Der Alexanderplatz von 1959 bis heute“ mit Fotos von Thomas Billhardt, in Kooperation mit der Galerie „Camera Work“.
Ann Lofy, Eva von Schirach und Linn Schröder sind die Fotografinnen die in der aktuellen Ausstellung in der Fotogalerie Friedrichshain ihre Bilder zum Thema „Kindheit – geht vorüber und bleibt“ ausstellen. Während von Schirach ihre eigenen Kinder dabei fotografiert hat, wie sich Brüder – im wahrsten Sinne des Wortes – so durchs Leben „schlagen“, erstellt Linn Schröder Familienbilder der etwas anderen Art. Also eher nicht das klassische Familienportrait beim Fotografen. Ann Lofy – als Dritte im Bunde – nimmt sich Stadtkinder und stellt sie in die Natur, könnte Brandenburg sein. Sehr stimmungsvolle Bilder und im Rahmen der Ausstellung aus meiner Sicht die ausdrucksvollste Serie in Schwarzweiß. Weiterlesen „Kindheit“
Wenn das Enkelkind zu Besuch ist, muss man ja ein wenig Programm bieten und zu Ostern wird ja einiges angeboten. Unter anderem der „Mittelalterliche Ostermarkt“ am Kloster Chorin. Sechzig Kilometer nordöstlich von Berlin findet sich das Kloster und über Autobahn oder Landstraße ist man in rund einer Stunde da. Bei dem schönen Wetter waren aber auch viele Berlinflüchtlinge unterwegs, so dass hier und da eher stockender Verkehr das Fortkommen behinderte. Weiterlesen „Ostermarkt in Chorin“
Der erste der beiden, um 12. 17 in München gestarteten, ICE 3 erreicht um kurz vor 16 Uhr den Bahnhof Berlin Südkreuz. Also nach genau 3.38 Minuten Fahrzeit. Fast einmal durch Deutschland, oder wie auf einem Schild bei der Abfahrt in München etwas despektierlich stand, „Sauschnell zu den Saupreißen“.
Der ICE 3 bei der Einfahrt in den Bahnhof Südkreuz – Foto: h|b