Unter dem Motto „Spaziert ins Grün!“ und unter der künstlerischen Leitung von Ursula Maria Berzborn und Jana Korb öffnete der Spreepark Berlin am letzten Sonntag seine Tore für darstellende Künste im urbanen Naturraum in Berlin. Zu sechs Stationen – besetzt mit Künstlern aus völlig unterschiedlichen Richtungen – wurden die Besucher von den Veranstaltern in 40er Blöcken und mit coronabedingtem Abstand durch den Park geführt und konnten dann jeweils die Performance genießen.
Weiterlesen „Zwischen den Stühlen“Love Hate
Liebe und Hass stehen in Berlin dicht zusammen. Noch dazu wird aus Liebe Hass und aus Hass wird Liebe wenn man die Perspektive wechselt und die Skulptur von der jeweils anderen Seite betrachtet. Eine schöne Metapher der Berliner Künstlerin Mia Florentine Weiss. Für sie stehen die Skulpturen symbolisch dafür, in Zeiten der Krise, des Hasses, der Hetze, der Angriffe auf die Demokratie, der Fake News und der Spalterei das Negative ins Positive umzukehren. Auch gerade an einem Tag wie heute.
Die Skulpturen stehen unweit des Berliner Hauptbahnhofs am Kapelle-Ufer. Sie sind dort während der deutschen EU-Ratspräsidentschaft zu finden und standen vorher bereits in anderen Ländern. Zusätzlich zu Berlin werden die Skulpturen auch in Brüssel, Prag und im Europapark in Rust gezeigt. Die Aktion mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes und der Senatskanzlei Berlin endet im Dezember 2020.
The rising tide
Nicht weit von unserem Campingplatz in Haraldshaugen gibt es ein Kunstwerk in einer kleinen Bucht. Vier merkwürdig anzusehende Pferde mit verschiedenen Menschen auf dem Rücken stehen dort halb im Wasser. Der Künstler Jason DeCaires Taylor erklärt sein Werk mit den folgenden Worten: „Die vier Hybridskulpturen verschmelzen Ölfördermaschinen mit der Pferdeform und verweisen auf das inzwischen pensionierte Arbeitspferd. Gleichzeitig machen sie auf unsere anhaltende Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und die möglichen apokalyptischen Folgen des Klimawandels aufmerksam. Die Skulpturen fragen: Wer ist zuständig? Wo gehen wir hin?“ The Rising Tide war ursprünglich in der Themse in London zu sehen. Eine gute Gelegenheit Kamera und Drohne auszupacken und das Kunstwerk ins rechte Licht zu rücken. Ein kleines Drohnenselfie nach getaner Arbeit ist natürlich auch drin.
Die „Kvala Kystbatteri“ bzw. deren Reste liegen direkt daneben und zeigen heute noch die Handschrift der deutschen Wehrmacht, die ja Norwegen besetzt hielt und an vielen Stellen ihre Spuren hinterlassen hat. Teilweise bis weit über den Polarkreis hinaus. Hier sind es ein paar verfallene Steinbunker und auf der großen Schafkoppel zwei rostfarbene Flakbunker die aussehen wir verlorene Stahlhelme. Mit den beiden Flaks sicherten die Deutschen die wichtige Schifffahrtsverbindung nach Norden. Bis zu 10 km Reichweite hatten die Kanonen. Da die Hügel nicht zugänglich sind, habe ich die Drohne auf Spurensuche geschickt.

Kvala Batteri – Foto: DJI Mavic Mini 
Kvala Batteri – DJI Mavic Mini
Grün ist die Heide
Die Lüneburger Heide stand schon länger auf unserer Liste der zu besuchenden Orte, aber dann zog es es uns irgendwie doch immer in die Ferne. Dune du Pilat statt Heidesand, Stonehenge statt „Hermann Löns“ Denkmal. Mit Corona ergeben sich neue Perspektiven, also für die kleine Deutschlandrunde das „Südsee Camp“ gebucht. Liegt am Rande der Südheide.
In meinem Kopf sind Heideerinnerungen. Riesige blühende Heideflächen mit sandigen Wegen, Heidschnuckenherden, romantische Kiefernwälder. Ich bin aber nicht sicher ob die aus eigener Anschauung stammen, oder geprägt von den 50er Jahrefilmen mit Rudolf Prack und Sonja Ziemann sind. Kann ich nur herausfinden, wenn ich die Bilder wiederfinde. Also ab aufs Rad, Hermann Löns suchen.
Weiterlesen „Grün ist die Heide“Rostiger Nagel
Mit dem Begriff „Landmarke“ wurde ich das erste Mal konfrontiert, als ich Ende der 90er Jahre mit einer Gruppe Politiker im Ruhrgebiet auf der „Route der Industriekultur“ unterwegs war und im Rahmen der Erklärungen zur Konversion und Umgestaltung des „Reviers“ von unserem Reiseführer dieser Begriff fiel. Eine der bekanntesten Landmarken dieser Region ist z.B. der Tetraeder bei Bottrop.
Gemeint ist damit ein Element was die Bewohner des Landstrichs als Fixpunkt, als Orientierung nutzen können. Gerade dort im Ruhrgebiet waren das ja lange Zeit die Fördertürme der Zechen. Mit deren Schließung und Rückbau fielen auch diese Landmarken weg. Um etwas zu erhalten, was die Menschen scheinbar brauchen, wurden anschließend künstliche Objekte dort aufgebaut, die meist auch mit dem Begriff Kunst verbunden waren.

Auch in der Lausitz gibt es solche Objekte, unter anderem der „Rostige Nagel“ am Koschener See. Ein stählernes Monument von gut 30 Metern Höhe steht dort und lädt zum erklimmen der 162 Stufen ein. Von dort oben hat man einen guten Ausblick über die entstehende Seenlandschaft der Lausitz und steht im wahrsten Sinne des Wortes auf „Halber Höhe“.
Pictures of an exhibition
Diese Woche war mein persönlicher Fotomarathon. Gleich drei Ausstellungen standen auf der Besuchsliste, zwei davon mit persönlichem Bezug. Fangen wir mit der letzten Ausstellung an, die leider heute auch schon ihr Ende fand.
Berlin Streetphotography by Kai Pagels
Wer am 14. Februar 2020 40 Jahre alt wird, hat etwas besonderes verdient. Dachte sich wohl auch die Freundin von Kai und organisierte still und heimlich eine Ausstellung im Studio Ober!Schön mit Kais „Straßenbildern“ aus Berlin. Kai ist ein Kollege von mir und schon seit Jahren fotografisch unterwegs. In Magdeburg ging es in die Clubs oder zu den Fußballspielen, immer nebenberuflich, Kai ist nämlich eigentlich Eisenbahner. So wie ich. Noch nicht so lange, aber auf einem guten Weg.
Später wurde das Business erweitert, die Hochzeitsfotografie kam noch dazu, ein sehr zeitaufwändiges Genre mit wenig freien Wochenenden. Aber man muss immer offen sein für Neues und lebenslanges Lernen ist die Devise. Auch fototechnisch sind wir inzwischen auf einer Ebene angekommen, wir fotografieren beide mit Kameras von Olympus. Eine Ausstellung der eigenen Bilder ist sicher ein Highlight im Fotografenleben, daher ist die Überraschung mehr als gelungen und die Latte sehr hochgelegt für etwaige Revanchen.

Streetphotography – Foto: h|b 
Interessante Hängung – Foto: h|b
Neuruppin #fontane.200
„Wir kennen jetzt das Süd- und Ostufer des Ruppiner Sees, haben Wustrau und Karwe und Radensleben durchstreift und schicken uns nun an, der alten Hauptstadt dieses Landesteiles unseren Besuch zu machen, der Stadt Ruppin selbst, die dem See, woran sie liegt, wie der ganzen Grafschaft den Namen gegeben hat“ schreibt Fontane weiter in seinen Wanderungen und erreicht damit auch den Ort, in dem er vor 200 Jahren geboren wurde. Für uns ist Neuruppin auch der Endpunkt für den Tag. Im Gegensatz zur Zeit Fontanes, ließ sich der Besuch von Wustrau, Karwe und Neuruppin prima an einem Tage organisieren und wir mussten dazu nicht mal früh aufstehen.
Wünsch dir was
Mit dem Projekt „Visions in Motion“ sorgte der Künstler Patrick Shearn, im Rahmen der Feiern zu „30 Jahre Mauerfall“ in der letzten Woche, für ein farbenfrohes Spektakel am Brandenburger Tor. Ein 150 Meter langer Teppich aus insgesamt 100.000 Bändern, von denen 30.000 mit kleinen Botschaften beschriftet sind, bildete den Himmel unter dem die Besucher wandeln konnten.
Wünsche, Forderungen, Hoffnungen und Visionen von vielen verschiedenen Menschen hat der Künstler auf der Straße, auf Festivals im Rahmen von Workshops, Veranstaltungen sowie Aktionen in Schulen und Kirchen eingeholt, sodass sich ein breites Spektrum an Meinungen aus der Gesellschaft zusammen getragen hat.

Visions in Motion / Patrick Shearn – Foto: h|b 
Visions in Motion / Patrick Shearn – Foto: h|b 
Visions in Motion / Patrick Shearn – Foto: h|b
Grenzlinien
„Do you remember the 9th of November?“ Das fragen sich dieser Tage wieder gegenseitig Zeitzeugen und Menschen, die die Öffnung der Mauer damals bewusst mitbekommen haben. Erinnerst du dich und wo warst du? Ich war zu Hause im beschaulichen Steinbach in der Nähe von Frankfurt am Main und für mich war die DDR relativ weit weg. Früher – als ich noch in der Nähe von Kassel gewohnt hatte, im sogenannten „Zonenrandgebiet“ – war sie etwas näher. Wir sind ab und an mit den Eltern in die Nähe von Bad-Sooden Allendorf zur Werra gefahren und haben mit leichtem Schaudern hinüber auf die riesigen Grenzschneisen geschaut, die die Waldhänge herunterkamen und West von Ost trennte. Oder andersrum. Echt gruselig für uns Kinder.
Weiterlesen „Grenzlinien“Wir sind das Volk!
Nach den großen Demonstrationen in Leipzig fand heute vor 30 Jahren die bis dahin größte Demonstration der DDR-Bürger auf dem Alexanderplatz in Berlin statt. Rund eine halbe Million Menschen versammelten sich in den Abendstunden des 4. November 1989 auf dem Alex und lauschte den Reden von Stephan Heym, Jan-Josef Liefers, Ulrich Mühe und vielen anderen bekannten Persönlichkeiten. Viele Transparente zeugten von kreativem Geist und der Ablehnung der DDR Führung.
Heute Abend eröffnete der regierende Bürgermeister die Woche der Feierlichkeiten auf dem Alex, die am kommenden Samstag in einem Finale am Brandenburger Tor endet. An weitere Standorten in Berlin soll das Erleben des einzigartigen Aufbruchs spürbar werden. Am Alex werden dazu jeden Abend die Fassaden illuminiert, Geschichte so multimedial aufbereitet. Ergänzend dazu Künstleraktionen, Bandauftritte und vieles mehr. Das ganze Programm findet sich hier: Mauerfall30

Schabowski – Foto: h|b 
Alexanderplatz – Foto: h|b 
Alexand rplatz – Foto: h|b 
Parolen – Foto: h|b




