Archiv der Kategorie: Grenzerfahrung

Grenzerfahrung VII

Die Grenzerfahrung geht natürlich auch in 2018 weiter, noch habe ich ja den „Kreis“ nicht geschlossen, nicht mal zur Hälfte. Diesmal steht eine Wende an. Am Ende des Kottbusser Damms schließt das Karstadtkaufhaus am Hermannplatz die Kreuzberger Grenze gegen Südosten und richtet sich danach über die Hasenheide wieder gen Westen. Der Hermannplatz selbst gehört bereits zu Neukölln. Die Figur das „Tanzende Paar“ auf dem Platz wurde 1986 von Joachim Schmettau geschaffen. Von ihm stammt auch der Weltkugelbrunnen auf dem Breitscheidplatz.

Hermannplatz – Foto: h|b

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Grenzerfahrung VI

Vom Kottbusser Tor kommend, wird die Kottbusser Straße am Landwehrkanal zum Kottbusser Damm. Dort an der Kottbusser Brücke macht die Grenze einen Knick und ich fahre mit meinem Fahrrad nun den Kottbusser Damm entlang. Der bildet von diesem Punkt – bis zum Hermannplatz – die Grenze zwischen Kreuzberg auf der westlichen Seite und Neukölln auf der Östlichen. Der Name Kottbusser Damm, der sich trotz der abweichenden Schreibweise von der Stadt Cottbus ableitet, wurde erstmals 1874 erwähnt. Beiden Straßenseiten gemein ist die starke türkische Prägung. Das manifestiert sich in entsprechenden Läden und dem flanierenden Publikum.

Futbol bahisleri – Foto: h|b

Lange Mäntel, Kopftücher oder Tschador sind hier feste Bestandteile des Stadtbildes. Der Kottbusser Damm ist ansonsten eine stark frequentierte sechsspurige Straße mit einem begrünten Mittelstreifen und je zwei Fahrstreifen. Unter der Straße verläuft die Linie U8 der Berliner U-Bahn, mit dem U-Bahnhof Schönleinstraße.

Gelinlik – Foto: h|b

Etwa ein Drittel der Bewohner dieser Straße sind Menschen mit Migrationshintergrund. Der Legende nach wurde die in Deutschland übliche Variante des Döner Kebab im Fladenbrot Anfang der 1970er Jahre in einer türkischen Gaststätte am Kottbusser Damm erstmals verkauft. Seitdem gehört er zum festen kulinarischen Angebot von Berlin.

Grenzerfahrung V

Mit dem Paul-Lincke-Ufer auf der Kreuzberger Seite und dem Maybachufer auf der Neuköllner Seite erreichen wir zwei hochwertige Wohngegenden beiderseits des Landwehrkanals. Hier möchten viele wohnen, nicht alle können es sich leisten und die hier noch wohnen werden wohl sowieso nicht freiwillig wegziehen. Ruhige Straßen, spazierengehen oder joggen entlang des Kanals, der türkische Markt am Maybachufer, idyllisches Wohnen für alle die es schön „kiezig“ haben möchten.

Cinderella – Foto: h|b

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Grenzerfahrung IV

Die Süd-Ostseite des Görlitzer Parks in Berlin-Kreuzberg stellt nur einen kleinen Teil der Grenze zu Treptow dar. Der größte Teil des – in den späteren 80er Jahren angelegten – Parks zieht sich über rund einen Kilometer Richtung Nordwesten bis zur Skalitzer Straße. Der Park ist immer wieder in den Schlagzeilen, da ein schwunghafter Drogenhandel, überwiegend durch Schwarzafrikaner, die Aufenthaltsqualität beeinträchtigt. Bei meiner Fahrt durch den Park prägen sie an diesem kalten Dezembertag klar das Bild der „Parkbesucher“.

Reste des Pamukkale Brunnen im Görlitzer Park
Reste des Pamukkale Brunnen im Görlitzer Park – Foto: h|b

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Grenzerfahrung III

2 Kilometer nach dem Start der Tour, erreichen wir das nordöstliche Ende von Kreuzberg. Dort wo sich heute das Partyvolk nach einer durchzechten Nacht im Freischwimmer oder im Club der Visionäre im Flutgraben zum Frühstück trifft, war 28 Jahre für die Kreuzberger das Ende der Welt. Dahinter beginnt der Bezirk Treptow, wo man noch heute in einem kleinen Park den alten Wachturm der DDR Grenzanlage sehen kann. Jetzt wird er für Veranstaltungen genutzt. Es handelt sich um einen von drei noch erhaltenen Wachtürmen der Berliner Mauer im Stadtgebiet

Wasserspiegelung
Wasserspiegelung – Foto: h|b

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