Fridays for Greta

Der Auflauf war immens. Kurz nach 14 Uhr dann der kurze Höhepunkt: Greta Thunberg, heute als „International Guest“ auf der „Friday for Future“ Demo in Berlin angekündigt, sprach ein paar Worte ins Mikro. Großer Jubel nach jedem Satz. Dann Ende der Veranstaltung, Greta wird in einem Sicherheitskordon weggebracht, alle Schüler zurück nach Hause. Das wars.

FFF - Podium mit Greta Thunberg
FFF – Podium mit Greta Thunberg – Foto: h|b

Wird davon jetzt das Klima gerettet? Kleine Anekdote am Rande: Zwei Mädels versuchen ihr „Klimapappschild“ im Mülleimer zu entsorgen, passt natürlich nicht rein. Knicken scheint intellektuell zu anspruchsvoll, also wird’s einfach davor geworfen. Das mit der Müllentsorgung üben wir aber noch mal.

Der Text auf dem Schild lautet übrigens: „Ask me, this is my future?“ Müsste eigentlich „… is this …“ heißen, wenn es eine Frage ist, oder? Wobei, irgendwie gibt der Satz eh keinen Sinn. Geht ja aber auch nicht um englische Grammatik, sondern um unser Klima.

Wo sind die Schüler? – Foto: h|b

Um keinen falschen Eindruck zu erwecken, ich sympathisiere mit den Anliegen der Schüler, die Freitags für unsere Zukunft demonstrieren. Auch dass sie dafür die Schule „schwänzen“ finde ich nicht verwerflich. Ich finde auch Greta toll, die das Rad ins Rollen gebracht hat und dafür in den sozialen Medien Hass und Häme erntet von denjenigen, für die jede Veränderung Teufelszeug ist. Einmal die Kommentare unter Beiträgen zur jungen Schwedin in Facebook lesen und man will gar nicht mehr, dass die Welt gerettet wird. Macht weiter so, aber gern ein wenig ernster und nachhaltiger.

Off the street

Das Künstlerkollektiv „Berlin 1020“ stellte am Donnerstag in einer Vernissage ihre Bilder in der „Fotogalerie Friedrichshain“ einem zahlreich erschienen Publikum vor. Sechs Fotografen – von denen vier anwesend waren – zeigen in den kommenden 14 Tagen einen Querschnitt ihres fotografischen Könnens. Auch wenn das Motto der Ausstellung etwas provokativ „Runter von der Straße!“ lautet, sind es im Großen und Ganzen doch Bilder die man im weitesten Sinne der Streetfotografie zuordnen kann.

Tokio – Foto: h|b

Ob Mneschen auf den Strassen von Tokio, Arbeiter in den Vulkanminen in Indonesien, oder Strandszenen am Mittelmeer, Menschen stehen im Mittelpunkt der Fotos. Lediglich ein Fotograf fotografiert Räume der Macht ganz ohne die Mächtigen. Am faszinierendsten fand ich die „Memorial Ghosts“ von Roland Groebe. Bilder vom Inneren des Holocaust Mahnmals (Titelbild).

Berlin 1020 Kollektiv
Berlin 1020 Kollektiv – Foto: h|b

Wer die Ausstellung besuchen will muss sich sputen, sie läuft nur 14 Tage lang und endet mit einem „Street Photography Walk und Talk“ mit Martin U Waltz am 6. April um 15 Uhr. Anmeldung ist nicht erforderlich, wer kommt darf mit.

Eine weitere Ausstellung die auch nur noch bis zum 30. März läuft sei auch noch an der Streetfotografie Interessierten ans Herz gelegt. Sie heißt „Der Alexanderplatz von 1959 bis heute“ mit Fotos von Thomas Billhardt, in Kooperation mit der Galerie „Camera Work“.

Ausstellung Alexanderplatz
Alexanderplatz – Foto: h|b

Weichenstellung

Oft im Leben muss man sich ja entscheiden, welchen Weg man geht. Als wir letztens mit unserem Fotoclub im DHM zur Ausstellung…

… waren, bot sich natürlich auch die Gelegenheit selbst ein paar Fotos zu schießen. Unter anderem dieses Foto aus der Vogelperspektive, was das Thema „Weichenstellung“ symbolisieren soll. Das Foto ist mit der Olympus OM-D E-M5II aufgenommen. Eine 100stel Sekunde bei F 2.8 und 40mm (mFT) sorgt für die Dynamik im Schritt der Person, die sich noch nicht ganz entschieden hat, welchen Weg sie gehen wird.

Wer über 50 ist und Lust auf Bilder aus seiner Kinder- und Jugendzeit hat, sei die Ausstellung übrigens ans Herz gelegt. Eine hervorragende Geschichtsstunde – natürlich auch für jüngere Besucher – als die Welt noch schwarzweiss war.

Blühende Landschaften

Schneeglöckchen

Die Sonne beginnt so langsam die ersten Blumen aus der Erde hervorzulocken. Der Schlosspark Biesdorf ist an manchen Stellen bereits flächendeckend mit einem Teppich aus Minikrokussen bedeckt, was ein sehr schönes Bild ergibt. Leider nur für die Augen, die Menge der Blumen lässt sich mit der Kamera schlecht einfangen. Daher ist es besser ins Detail zu gehen und dabei auch bereits die ersten fleissigen Bienen zu überraschen, die mit dickem Blütenstaub an den Beinen von Blume zu Blume schwirren und so für deren Befruchtung sorgen. Ein Fest für die Augen. Wer dann noch Zeit hat, sollte sich die Ausstellung „Fernwärme“ anschauen, ein Projekt der Ostkreuzschule anlässlich des 40jährigen Bezirksjubiläums.

Die Wanne ist voll

Großräschener See, IBA Terrassen (2019)

Durch einen Blogbeitrag von 2014 (Timehop sei Dank) wurde ich wieder mal auf den Großräschener See (ehemals Ilsesee) aufmerksam. Der ehemalige Tagebau Meuro in Großräschen wird seit 2007 geflutet und alle paar Jahre schauen wir mal vorbei. Meist im Zusammenhang mit einem Besuch in Dresden, liegt ja so grob auf halber Strecke zwischen Berlin und Dresden. In dem Beitrag von 2014 schrieb ich am Ende, dass man ja in 5 Jahren nochmal nachsehen müsste, ob das „Hotel am See“ inzwischen wirklich am See liegt, die Seebrücke ihren Namen zu Recht trägt und der früh angelegte Stadthafen, inzwischen auch für Boote nutzbar ist.

Gesagt getan, diesmal ohne Dresden, nur einfach See. Und es hat sich in der Tat was getan in den letzten 5 Jahren: Unter der Seebrücke ist endlich Wasser und der Hafen ist vollgelaufen, fehlen nur noch die Boote und die Besucher. Wir werden also im Sommer noch mal vorbeischauen.

Die erste Reihe zeigt den „See“ im Jahr 2008, zu der Zeit wurden noch Quadtouren, durch die staubigen Tagebaureste angeboten. 2014, die mittlere Reihe, zeigt einen sich langsam entwickelnden See, auch wenn die gleichnamige Brücke immer noch auf das Finale wartet, die untere Reihe schließlich zeigt die Bilder von gestern, also 2019 und die Website der LMBV gibt den Füllstand des Sees mit 98,52 m NHN an, es fehlen also nur noch ein paar Zentimeter.

Dank rund 8.000 t Weißfeinkalk der in 2017 in den See eingebracht wurde, ist er zwar noch leicht sauer (6,5 ph) nähert sich aber auch hier stark einer optimalen Wasserqualität. Als Badesee unbedenklich wird der See, wenn er einen Wert von 7 ph erreicht. Ansonsten kann man jetzt schon sehen, wie aus der Vergangenheit eine Zukunft wird. Das wirkt auch sicher für die Zeit, in der der Braunkohleabbau in der Lausitz insgesamt zu Ende geht. Auch wenn vielen die Vorstellung schwerfällt, hier und auch am Senftenberger See kann man sehen, dass eine Konversion vom Bergbau zum Tourismus durchaus funktionieren kann. Es muss nicht immer die Ostsee sein.

Wer sich für die Geschichte des ehemaligen Tagebaus Meuro interessiert, hier ist eine interessante Broschüre des LMBV.

 

Altenteil

Ibo muss aufs Altenteil

Vor zwei Jahren war ich noch im Berliner Zoo und konnte Ivo und seinen Harem auf dem Freigelände der Gorillas beobachten und portraitieren. Letzte Woche nun die Botschaft: Ivo ist zeugungsunfähig und wird daher in den Zoo nach Saarbrücken abgeschoben. Ernsthaft? Saarbrücken? In die Provinz? Auweia.

Lange Zeit hatte er als Luftnummer Dates mit seinen Damen, aber Nachwuchs wurde dabei keiner gezeugt, 2015 bei einer Untersuchung seine Unfruchtbarkeit bestätigt. Sein Nachfolger als „Babo“ ist Sango aus Belgien. Der soll nun die 3 Damen vom Zoo beglücken und vielleicht doch noch für ein Happyend sorgen. Ivo trifft auch im Saarbrücker Zoo auf 3 Damen, aber die werden altersbedingt keine Jungtiere mehr bekommen können. Chillen ist also angesagt. Ciao Ivo, welkom Sango.

St. Michael’s Mount

Jetzt wo der Ausstieg der Briten aus der EU immer näher rückt, auch wenn so recht ja keiner weiß, wie das Ganze wirklich ausgehen wird, wird es Zeit sich noch mal an die schöne Zeit in Südengland im letzten Jahr zu erinnern. Wir waren das erste Mal auf der Insel und hatten Superglück mit dem Wetter. Auch das Fahren auf der „falschen“ Seite fiel uns leichter als befürchtet.

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Richard Löwenherz

Dürnstein mit seiner Burgruine

Zwischen Wien und Linz kommt irgendwann in einem der Donauschlaufen der Ort Dürnstein. Die großen Orte kennen wir ja, aber Dürnstein? Warum sollen wir hier festmachen? Der Ort hat nicht mal 1000 Einwohner, eine Stiftskirche und eine kleine Straße durch den Ort. Und wir liegen hier einen ganzen Nachmittag. Gehen wir überhaupt runter vom Schiff? Kurz vorher sind wir noch durch einen Schneesturm gefahren, aber als wir anlegen bricht die Sonne durch.

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In Buda und Pescht

Fischerbastei Budapest

Und wieder ein Stück zurück die Donau abwärts, der Wendepunkt der Kreuzfahrt: Budapest, Hauptstadt von Ungarn. Wie gehabt, im Blog genau andersrum. Hier war ich Anfang der 70er Jahre mal mit dem Bus, konnte mich aber an nichts mehr erinnern. Weiß auch gar nicht, ob wir damals viel besichtigt haben, ging ja noch weiter an den Plattensee.

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Wiener Melange

Uno City Wien

Wir reisen blogtechnisch die Donau von Linz kommend weiter ein Stück flussabwärts und erreichen die österreichische Hauptstadt Wien. Mit unserem Flusskreuzfahrer kommen wir dort am Silvesternachmittag von Budapest kommend an. Da grad die Sonne ein wenig vom Himmel lacht, ziehen wir uns schnell an und laufen zum Prater, dem berühmten Hotspot von Wien. Weiterlesen „Wiener Melange“