Der Vorteil des aktuellen Wetters ist ja, dass man sich und die Kamera bei einem Besuch im Schmetterlingshaus auf der Insel Mainau nicht mehr akklimatisieren muss. Im Gegenteil, am Ende meines Rundgangs ist es bei 30° Außentemperatur draußen fast angenehmer als bei den Schmetterlingen. Dabei kommt erschwerend dazu, dass permanent Wasser versprüht wird, um eine Luftfeuchtigkeit zu erzeugen, die den exotischen Schmetterlingen gerecht wird. Fühlt sich dadurch eher subtropisch an.


Ich hatte mein neues m.zuiko 12-100 mm an meiner Olympus OM-D E-M1 III, was an einer Vollformatkamera einer Brennweite von 24-200 mm entspricht. Mit einer durchgehenden Blende von 4 war ich damit hoffentlich für das erfolgreiche Ablichten der bunten Insekten gewappnet. Wenn, ja, wenn diese Schmetterlinge nicht so verdammt unstet wären. Sie flattern und wuseln um einen herum, bleiben aber nicht mal für 2 Sekunden irgendwo malerisch auf einem Blatt oder einer Blume sitzen. Wie soll ich denn da fotografieren?


Ein weiterer Punkt den ich so nicht bedacht hatte (obwohl, im Hinterkopf hatte ich es wahrscheinlich schon) die Schärfentiefe. Mit voller Brennweite und offener Blende gelingen durchgehend scharfe Fotos eigentlich nur, wenn der Schmetterling parallel zum Objektiv sitzt. Fotos von schräg vorn, würden nur mit Focusbracketing funktionieren, wo – siehe oben – das Unstete der Tiere dagegen steht. Auch wenn meine Olympus das interne Bracketing beherrscht, so 1-2 Sekunden stillsitzen wäre die minimale Voraussetzung.


Sowieso war ich wie ein Luchs auf der Suche nach meinen Fotomodellen. Schöne blaue Schmetterlinge fliegen durch die Halle, bleiben aber nirgends sitzen. Die Besucher schieben sich derweil über den Weg, der in einer großen Acht – mit Brücke – durch das Schmetterlingshaus führt. Kinder wuseln umeinander und ich versuche immer wieder mit meinen Augen den Weg eines Schmetterlings vorauszuahnen, um dann geschwind den Fokus scharfzustellen, falls er sich mal irgendwo hinsetzt, um aus einer Blüte Nektar zu schlürfen.


Nach einer guten halben Stunde bin ich durch, was dabei herausgekommen ist, seht ihr hier in diesem Beitrag. Viele Fotos taugen nur zum Löschen, aber ich denke, dass ist normal. Haben wir auch letztens bei der Makrofotografie im Fotoclub gelernt: Die Ausschussrate bei der Insektenfotografie, oder hier eben bei den Schmetterlingen ist entsprechend hoch. Um so mehr freut es mich dann, wenn ich hier einige schöne, bunte Exemplare präsentieren kann 😉


Ich weiß nicht, ob ich bei feuchtwarmer Luft und flüchtigen Wesen drumherum DIE Geduld gehabt hätte… Umso mehr kann ich die SchmetterlingsFotos bewundern!👍🏼