Grün ist die Heide

Die Heide blüht

Die Lüneburger Heide stand schon länger auf unserer Liste der zu besuchenden Orte, aber dann zog es es uns irgendwie doch immer in die Ferne. Dune du Pilat statt Heidesand, Stonehenge statt „Hermann Löns“ Denkmal. Mit Corona ergeben sich neue Perspektiven, also für die kleine Deutschlandrunde das „Südsee Camp“ gebucht. Liegt am Rande der Südheide.

In meinem Kopf sind Heideerinnerungen. Riesige blühende Heideflächen mit sandigen Wegen, Heidschnuckenherden, romantische Kiefernwälder. Ich bin aber nicht sicher ob die aus eigener Anschauung stammen, oder geprägt von den 50er Jahrefilmen mit Rudolf Prack und Sonja Ziemann sind. Kann ich nur herausfinden, wenn ich die Bilder wiederfinde. Also ab aufs Rad, Hermann Löns suchen.

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Frühlingskätzchen

Weidenkätzchen

Kätzchen, ihr, der Weide,
wie aus grauer Seide,
wie aus grauem Samt!
O ihr Silberkätzchen,
sagt mir doch, ihr Schätzchen,
sagt, woher ihr stammt.

„Wollen’s gern dir sagen:
Wir sind ausgeschlagen
aus dem Weidenbaum;
haben winterüber
drin geschlafen, Lieber,
in tieftiefem Traum.“

In dem dürren Baume
in tieftiefem Traume
habt geschlafen ihr?
In dem Holz, dem harten,
war, ihr weichen, zarten,
euer Nachtquartier?

„Mußt dich recht besinnen:
Was da träumte drinnen,
waren wir noch nicht,
wie wir jetzt im Kleide
blühn von Samt und Seide
hell im Sonnenlicht.

Nur als wie Gedanken
lagen wir im schlanken
grauen Baumgeäst;
unsichtbare Geister,
die der Weltbaumeister
dort verweilen läßt.“

Kätzchen, ihr, der Weide,
wie aus grauer Seide,
wie aus grauem Samt!
O ihr Silberkätzchen,
ja, nun weiß, ihr Schätzchen,
ich, woher ihr stammt!

Christian Morgenstern
(1871-1914)

Gletscherschmelze

Charlie Brown vor der Kulisse des Dachsteingletschers

Allen Gletscher die wir bisher auf unserer Tour besucht haben, ist eins gemein: Sie werden immer kleiner. Ob „Piz Buin“, die „Marmoladas“ oder heute der „Dachsteingletscher“. Im Vergleich von vor hundert Jahren ist oftmals nur noch die Hälfte bis ein Drittel übrig.

Wenn man die „Voher/Nachher-Bilder“ in den Hütten sieht, ist es ein gravierender Wandel. Gerade diese Alpenhütten stellt das zukünftig vor große Herausforderungen, beziehen sie doch oft das Wasser aus den Gletschern und sind damit auf sie angewiesen. Gletscher stellen im übrigen das größte Süßwasserreservoire der Erde dar. Auch das ein Grund sorgsam die Änderungen zu beobachten und das weitere Zurückgehen zu verhindern.

Kringelblume

Bleiben wir bei dem ekligen Wetter noch ein wenig in der schönen, bunten Welt der Blumen. Hatte das letzte Foto einen hohen Grünanteil, dominiert jetzt das freundliche Gelb. Die kleinen Blütenstempel sehen aus wie kleine Seepferdchen, die sich im frischen Wind an die Anemone krallen. Wenn man nur genau hinschaut, bietet die Natur eine dermaßen Farben- und Formvielfalt, dass man als Mensch mit seinen begrenzten Möglichkeiten ganz neidisch wird.

[Olympus OM-D E-M5, 12-40/2.8 Pro, 40mm / f.5.0 / ISO 200]

Die Siemensbahn

Gleisbett mit Birken - Foto: h|b
Gleisbett mit Birken – Foto: h|b

Das erforschen von stillgelegten Fabriken, Krankenhäusern, Kasernen oder ähnlichem erfreut sich ja großer Beliebtheit. Die Bilder zeigen dann das morbide Ambiente unbewohnter Gebäude. Abblätternde Farbe an den Wänden, verblasste Wandgemälde, Artefakte der früheren Bestimmung wie Schreibtische oder OP-Tische. Das wollte ich nun auch endlich mal machen, aber lieber etwas oberirdisches. Ich hatte keine Lust irgendwo rumzukrabbeln, über halbkaputte Treppen zu balancieren, immer auf der Hut vor irgendwelchen Wachdiensten. Viel zu viel Schiss. Weiterlesen „Die Siemensbahn“