Vergänglich 50/52

„Tand, Tand, ist das Gebilde von Menschenhand“ schrieb Theodor Fontane in seiner Ballade „Brück’ am Tay“. Da geht es um den Einsturz einer gerade fertiggestellten Eisenbahnbrücke in England. Zum Zeitpunkt des Einsturzes befuhr ein Zug die Brücke und riss 75 Menschen mit in den Tod. Dass Brücken nicht so stabil sind, wie wir glauben, hat uns die jüngste Vergangenheit gelehrt.

Aufnahme einer Straße mit Rissen im Asphalt

Auf der Suche nach einem Motiv für die #52WochenFotoChallenge zum Thema #vergänglich wollte ich jetzt nicht extra nach Dresden oder Berlin fahren – Orte der aktuellsten Brückenmiseren – also habe ich mir beim Spaziergang den Fußweg in die Stadt näher angeschaut. Wie kleine Canyons durchziehen hier weitverzweigte Risse den Asphalt. Mal dicker, mal dünner. Die Bäume, die nebenan im Friedhof stehen, drücken von unten und wenn Wasser eindringt und es friert, dehnen sich die Spalten weiter aus.

Wenn also der Mensch seinen „Tand“ nicht permanent in Schuss hält und repariert, würde sich die Kraft der Natur sicher Wege suchen, das Menschengemachte zu zerstören und aufzulösen. In vielen Lost Places kann man das ja heute schon beobachten. Es würde sicher eine Weile dauern, aber letztendlich ist alles vergänglich, nur die Erde hält noch ein paar Milliarden Jahre durch. Notfalls auch ohne uns.

3 Antworten auf “Vergänglich 50/52”

  1. Und die wird dann mitsamt der Milchstraße irgendwann auch durch ein schwarzes Loch genudelt. Und, wie die Astronomen jetzte entdeckt haben, am anderen Ende als explosionsartige Strahlung wieder ausgespuckt – wonach alles wahrscheinlich wieder von Neuem beginnt…

    1. Vermutlich dann ohne uns 😉 Aber vielleicht kriechen in ein paar Milliarden Jahren wieder Amphibien aus der neu entstandenen Erde. Und machen den selben Scheiss wie jetzt. Herrje, will ich mir lieber nicht vorstellen.

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