Fischräuber

Da sitzt er. Ganz unschuldig. Sein Gefieder trocknet in der Sonne. Der Kormoran. Der erklärte Feind der Fischer am Bodensee. Ein halbes Kilo Fisch vertilgt der Raubvogel pro Tag sagen Experten. Allein 1200 Paare brüten aktuell am Bodensee und sorgen damit für weiteren Nachwuchs. Wenn man das hochrechnet, fressen sie pro Tag rund 1200 kg Fisch. Politiker aus Baden-Württemberg sprechen sogar von bis zu 3 Tonnen. Kein Wunder, dass die Fischer sie als Bedrohung sehen.

Die Naturschützer werfen ein, dass für geringere Fangmengen nicht zwingend der Kormoran verantwortlich ist: „…seit mehr als 20 Jahren werden die Jagdvögel am Bodensee geschossen. „Wie wir an den Klagen der Fischer sehen können: Es nützt nichts“, betont Eberhard Klein vom NABU in Konstanz. Den Fischern und Fischen gehe es nach wie vor schlecht. „Das hat ganz andere Gründe, der Kormoran ist ein ganz kleiner Faktor.“ Vor allem die Erwärmung des Gewässers und eingewanderte Arten seien verantwortlich. „Vom Schießen auf Kormorane wird sich daran nichts ändern.“ (SWR)

Da das Kormoran-Management nicht die gewünschten Erfolge zeigt, versucht man es jetzt mit anderen Methoden. Aktuell ist ein „Brut-Management“ im Gespräch. Mit Drohnen (sic!) möchte man in den Gebieten, in denen die Vögel in den Baumkronen brüten, zu den Nestern fliegen und die Eier mit Öl besprühen, um so ein Ausbrüten zu verhindern. Oder die gelegten Eier durch Gipseier austauschen. Ganz „pfiffige“ Exemplare von Politikern fordern die Wiederansiedlung von Seeadlern, dem natürlich Feind der Kormorane. Dummerweise ist dessen Hauptnahrung auch wieder Fisch. Nur wenn es davon nicht genug gibt, gibt er sich auch mit Vögeln zufrieden. Das hieße also den Teufel mit dem Beelzebub austreiben, wie man so schön sagt.

Fotografisch wäre es natürlich super, Seeadler hier am Bodensee beobachten und fotografieren zu können. Aber wie immer, wenn der Mensch versucht die Natur auszutricksen, kommt da oftmals nicht nur Gutes dabei heraus. Für das eine oder andere Foto eines Kormorans wird es hier am Bodensee sicher noch lange reichen.

Mehr zum Thema auf der Website des SWR – https://tinyurl.com/2x4dv5cd

Eine Antwort auf „“

  1. Hier im Bergischen Land, wo es ja viele Bäche und Fluesse gibt, findet man viele Fischteiche mit Forellen, bzw Lachsforellenbesatz. Die Eigentümer betreiben die Teiche oft im Hauptberuf. Hier in der Nähe haben Kormorane einmal innerhalb von 1 Tag so einen Forellenteich komplett leer gefressen. Das kann dann den Ruin des Fischbauern bedeuten. Deshalb sind Kormorane auch hier überhaupt nicht gern gesehen.

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