Eigentlich sind wir mit den Rädern auf dem Weg zu einem Felsen in Sète, der aussehen soll wie eine Schildkröte. Bei Google Maps nennt sich das „Crique de la Tortue“, also genau das was es sein soll. Von unserem Campingplatz sind es rund 16 km bis dahin und meist auf Radwegen hinter den Dünen, vor denen das Mittelmeer gemächlich an den Strand klatscht. Die Augen immer auf den Weg gerichtet, springt mir mit einem mal etwas in die Augen, was ich bisher noch nie im realen Leben gesehen habe. Eine Fangschrecke, oder auch Gottesanbeterin. Sie sitzt auf dem Radweg und rührt sich nicht. Wie lange wird sie dort überleben, bevor ein anderer Radler einfach drüberbügelt?

Also ich runter vom Rad, Kamera aus der Tasche – ich habe ja nicht nur noch nie eine gesehen, sondern auch noch nie eine fotografiert – und werfe mich vor der armen Fangschrecke auf den Boden. Sie macht einen kleinen Hüpfer, genießt aber wohl die Wärme des Weges und bewegt sich nicht wirklich fort. Das gibt mir die Gelegenheit in Ruhe zu fokussieren, auch wenn Sonnenbrille und helles Licht nicht hilfreich sind. Ich hoffe einfach, dass meine Olympus weiß was sie tut. Als ich mit der Fotosession fertig bin, kommen zwei französische Radler vorbei. Sie sind etwas verwirrt, warum ich da wohl auf der Erde rumliege, aber dann folgt ein erkennendes „Ahhhh“ und gemeinsam schubsen wir die Mantis mit einem aufmunternden „vite, vite“ vorsichtig vom Weg in die seitliche Vegetation. Gerettet!

Ich bin immer noch hin und weg, als wir dann auch das eigentliche Ziel finden, die Schildkröte im Wasser in Sète. Man braucht etwas Phantasie, aber dann passt das schon. Ich suche mir einen Weg über die Klippen, um den Felsen einigermaßen in Szene zu setzen, mach noch ein paar Fotos mit Charlie Brown, dann habe ich alles im Kasten und wir machen uns auf den Rückweg nach Hause. Ich schaue weiter fokussiert auf den Weg, aber es zeigt sich leider kein weiteres exotisches Objekt mehr, was es zu fotografieren wert wäre.


Hey, das war ja echt ein spannendes Abenteuer, das du da auf dem Weg zum „Crique de la Tortue“ in Sète erlebt hast! 😄 Die Begegnung mit der Gottesanbeterin auf dem Radweg muss wirklich aufregend gewesen sein. Es ist toll, wie du dir die Zeit genommen hast, sie zu fotografieren und sogar Rettungstruppen in Form von französischen Radlern herbeigerufen hast, um sie sicher ins Grün zu befördern. Das zeigt deine Tierliebe und deinen Respekt vor der Natur.
Und dann hast du auch noch die Schildkröte im Wasser gefunden und kreativ in Szene gesetzt – echt beeindruckend! Deine Begeisterung und deine Abenteuerlust kommen in deinem Bericht richtig gut rüber. Ich hoffe, du machst noch viele solcher Entdeckungen auf deinen Radtouren und teilst sie mit uns. Mach weiter so! 👍🚴♂️📸