Mit Luther in den Gulag

Orientierung ist auch in einem Museum wichtig - Foto: h|b
Orientierung ist auch in einem Museum wichtig – Foto: h|b

Am letzten Wochenende haben wir die Gelegenheit beim Schopf ergriffen und sind endlich mal im Deutschen Historischen Museum in Berlin gewesen. Einerseits war das Wetter dafür gut geeignet, grau und regnerisch, andererseits war Museumsfest und der Eintritt daher frei. Wir hatten schon damit gerechnet gar nicht erst hineinzukommen, aber der Besuch war normal, nichts war überlaufen.

Den normalen Museumsbereich haben wir nur durchquert, durch das große Atrium geht es hinüber zum Neubau. Dort findet man aktuell die Sonderausstellungen, die wir uns von unten nach oben angeschaut haben. Im Parterre beginnt es mit der Ausstellung zur Reformation „Leben nach Luther“. Bilder und Exponate zur „Kulturgeschichte des evangelischen Pfarrhauses“, so ist die Ausstellung untertitelt. Portraits von Familien und Situationen im Protestantismus, Hetzplakate der katholischen Kirche zu den lutherischen Neuerungen, sehr interessant.

"Siegesmeldung nach der Schlacht von Leipzig“ von Johann Peter Kraft - Foto: h|b
„Siegesmeldung nach der Schlacht von Leipzig“ von Johann Peter Kraft – Foto: h|b

Ein Stockwerk höher ist die Zeit vorangeschritten und es geht um Napoleon und um die Schlacht bei Leipzig die vor rund 200 Jahren mit rund 90.000 Toten und Verwundeten die Ära Napoleons als Feldherr besiegelte. Als Aufhänger dient das Bild „Siegesmeldung nach der Schlacht von Leipzig“ von Johann Peter Kraft. Um dieses Bild herum zeigt auch diese Ausstellung Bilder, Exponate und Zeitgeschichtliches zum Sieg über Napoleon und seine Verbündeten. Die Geburtsstunde des deutschen Reiches und der Beginn der Restauration. Die französische Revolution war Geschichte.

Auf dem Weg nach oben - Foto: h|b
Auf dem Weg nach oben – Foto: h|b

Von Leipzig führt der Weg ganz nach oben, direkt in den russischen Gulag. Eine Ausstellung die zu DDR Zeiten sicher nicht hätte stattfinden können, war der große Bruder doch unfehlbar und schließlich das große Vorbild. Wie viele totalitäre Regime und Diktaturen spielte eine gewisse Paranoia, überall von Verrätern und „Volksschädlingen“ umgeben zu sein, zu einer Ausweitung der Organe der Staatssicherheit, die schließlich ein Eigenleben bekamen und so landete man schneller im Gefängnis, und später in der Verbannung, als einem lieb war. Gründe wurden meist gar keine genannt, wie in der Hexenjagd genügte schon mal der neidische Nachbar, der sich durch Denunziation vielleicht einen Vorteil versprach. Oftmals war es einfach eine Quote die erfüllt werden musste, oder Bauwerke in Sibirien die halt irgendwie gebaut werden mussten. Menschen gab es schließlich genug.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s