Morgens um halb zehn irgendwo im Nordosten von Deutschland. Vor einem blau-gelben Möbelhaus ballen sich bereits vor Öffnung der großen Drehtür die Menschen. Gibt es heute irgendwas billiger? Zwei Billys zum Preis von einem, ein Birkelandbett zum Mitnahmepreis? Wir sitzen auf dem Parkplatz gemütlich im Wohnmobil, betrachten entspannt die Szenerie und warten auf den beginnenden Einlass. Keine Lust anzustehen, es nieselt. Kurze Zeit später kommt Bewegung in die Massen, es geht los. Wir steigen aus und entern den ersten Stock. Hier befindet sich das große Restaurant und hier treffen wir die Massen wieder. Weiterlesen „Frukost“
Frühlingserwachen
Eis und Schnee sind endlich aus dem Stadtbild verschwunden und heute fühlt sich der leichte Windhauch schon etwas warm an. Was niemand mehr für möglich hielt, der Frühling scheint endlich da zu sein. Auch wenn es dazu ein wenig regnet, aber es scheint unaufhaltbar. Zum Wochenende soll es sogar fast 20 Grad werden.
Oder ist es doch kein Frühling? Vielleicht gleich wieder der Sommer wie in den letzten Jahren in Berlin nicht unüblich? Wer braucht schon vier Jahreszeiten, wenn zwei auch genügen? Es wird doch überall gespart, warum nicht an Jahreszeiten. Die Stadt Berlin spart ja auch an Radwegen, zumindest versucht das der Finanzsenator durchzusetzen. Die Verkehrsbehörde würde Berlin ja gerne noch radfreundlicher ausbauen, aber die lieben Finanzen. Immerhin stand heute auch in der Zeitung, das Zypern nun viel mehr Geld braucht als gedacht, rund 26 Milliarden Euro, für ein Land mit weniger Einwohnern als Berlin! Muss man nicht mehr verstehen.
Da ist klar, dass für Berliner Radwege nichts bleibt, das Geld wird anderweitig benötigt und alle müssen sparen. Eben auch an den Jahreszeiten. Wär doch gelacht, wenn wir diese Eurozone nicht zu Grunde wirtschaften. Die Option auf nur eine Jahreszeit haben wir ja auch noch: Winter, soziale Kälte, andauerndes ungemütliches Binnenklima. Passt schon.
Green Line
Seit dem ich meinen neuen Arbeitsplatz am Nordbahnhof habe, steht mir neben der S-Bahn eine weitere Alternative zur Verfügung um dorthin zu gelangen. Die Partytram M10. Also wenn ich sie morgens an der Warschauer Strasse besteige, ist von Party noch nichts zu spüren. Sie füllt sich im Laufe der Strecke eher mit Schülern und Müttern mit Kindern und den dazugehörigen Wagen.
Je nach Zeitfenster kann das recht entspannt sein, aber wenn es ungünstig läuft, ist sie schnell picke-packe voll. Aber da ich Früheinsteiger bin, bekomme ich meist ein nettes Plätzchen und kann mich meinem neuen Hobby widmen: Fernsehen schauen auf dem iPad, offline. Dabei hilft ein kleines Hilfsprogramm, mit dem man alle Filme aus den Mediatheken der ÖR herunterladen kann und nach entsprechender Konvertierung über iTunes auf das iPad bekommt. So kann ich die 30-minütige Fahrzeit gut nutzen. Reisezeit ist Bildungszeit, hat mein Ex-Chef mal gesagt. Also so ähnlich.
Grüne Bewegung
Unter dem Motto „Deutschland bewegt sich“ sollten heute Mittag 1237 Menschen am Potsdamer Platz einen Tanz aufführen, um eine Stadtwette zu gewinnen, die irgendwer mit irgendwem abgeschlossen hatte. War eigentlich egal, Hauptsache ein bißchen Bewegung. Netterweise schien dazu die Sonne aus einem strahlend blauen Himmel und es fühlte sich fast ein wenig nach Frühling an.
Die Tanzchoreografie war ein wenig zu raffiniert für die kurze Einübungszeit, daher sah das Drehen, Klatschen, Vor und zurück insgesamt etwas chaotisch aus. Hat aber Spaß gemacht und zwei schöne grüne T-Shirts gab’s oben drein, können wir gut für den anstehenden Urlaub gebrauchen. In Sizilien ist es sicher wärmer als hier in Berlin. Nur noch 6 Wochen, ole, ole. Auch in Berlin sollen ja in einer Woche endlich zweistellige Plustemperaturen herrschen, wird ja auch langsam Zeit.
Durchblick
Laut Plan sollte der neue Bahnsteig am Bahnhof Warschauer Strasse schon längst in Betrieb sein, die erste Aprilwoche war im Gespräch. Die östliche Hälfte ist auch bereits asphaltiert und zwei Wartehäuschen in schmucken Glas zieren den Bahnsteig. Eine gewagte Wahl der Mittel im ruppigen Kiez. Mal sehen wie lange das gut geht.
Vermutlich hat einfach der lange Winter den Arbeitern einen Strich durch die Rechnung gemacht. Aber jetzt wird ja endlich Frühling und dann wird wieder in die Hände gespuckt. Der Asphaltkocher kann kommen.
Musikanten heraus
Gefühlt wird langsam doch Frühling, auch wenn die Kälte noch immer nicht weichen will. Am Sonntagmorgen klang zum ersten Mal wieder die osteuropäische Kirmesmusik durch die Straßen von Friedrichshain. Akkordeon und Trompete statt Kirchenleuten und wie immer eine extrem aufgekratzte Musikantenschar. Die Musik klingt etwas schrammelig und die Melodien eher unkonkret. Aber es hat irgendwas fröhliches und so fliegen doch ab und an Geldstücke aus den Fenstern. Die Musikanten ziehen weiter und man hört die Musik langsam immer leiser werden und entschwinden und fast fehlt einem anschließend etwas. Eine Art Heimatgefühl. Komisch, oder?
Wolkig mit Aussicht auf Schneefall
Heute Abend führte mein Weg vom Kiesertraining wie üblich zurück über die Warschauerbrücke. Der Himmel im Westen färbte sich langsam rot, die untergehende Sonne war schon nicht mehr zu sehen. Leider wird sie auch die nächsten Tage nicht mehr zu sehen sein, denn es beginnen die trüben Ostertage. Konnten die Berliner die letzten eisigen Tage wenigstens mit Sonne und blauem Himmel kompensieren, kommen jetzt wieder Wolken und sogar neuer Schnee. Weiße Ostern gelten damit als ziemlich sicher. Wenn ich so zurückdenke, dürfte das auch mein erstes, weißes Ostern sein. Eine Wetterpremiere, und dass in meinem Alter. Hatte nicht damit gerechnet, allerdings auch gern darauf verzichtet.
Wechseljahre
Was lange schwelte, wird jetzt doch Realität. Die Wirtin unserer Stammkneipe „Comenius Eck“ geht in „Rente“ und übergibt das Staffelholz an ihren Nachfolger. So ein bißchen wackelig war das Ganze ja schon immer, da die Kneipe an sich nur bedingt ein Selbstläufer ist. Sie liegt zwar in Friedrichshain, aber eben nicht im Partybezirk, sie liegt an einem kleinen Park, aber leider etwas versteckt, es gab dort geniale Musikabende mit Prinz und Freunden, Leseabende mit Detlef Bierstedt, der Synchronstimme u.a. von George Clooney, aber außerhalb des Stammpublikums waren diese Events so gut wie nicht bekannt. Eigentlich sehr Schade. Diese Veranstaltungen wurden nämlich immer mit viel Liebe vorbereitet und durchgeführt.
Es gab dort Lady Nights, Röntgenbildpartys, Piratenabende, die legendäre 10-Jahresparty und lustige Pre-Silvesterpartys, immer gut besucht, aber an „normalen“ Tagen sind es eben meist nur die Stammgäste. Ein gewisser Idealismus wird benötigt, um das durchzuhalten, Feierabend gibt es erst wenn der letzte Gast keine Lust mehr hat, und am Tage muss eingekauft und organisiert werden. Muss man mögen. Es war eine coole Zeit und wir haben uns bei Wilma, Ariane und Hartmut immer wohlgefühlt, oder um es mit Marius Müller-Westernhagen zu sagen: „Hier in der Kneipe fühl(te) ich mich frei“. Eine Ära geht damit für uns zu Ende und wir sagen „Tschüss Wilma“ und Danke für die schöne Zeit.
Eiszeit
Meine Geduld wird dieses Jahr auf eine harte Probe gestellt. Der Winter hat Berlin, bzw. eigentlich ganz Deutschland weiterhin fest im Griff. Aber nicht nur Schnee, das gab es vor drei Jahren auch schon hat mir heute morgen „timehop“ gezeigt, aber es ist auch weiterhin arktisch kalt. Die Temperaturen sinken nachts immer noch auf zum Teil zweistellige Minusgrade, gerade wenn der Himmel klar ist. Tags scheint inzwischen zwar wieder die Sonne und in einem windstillen Eckchen spürt man, was sie leisten könnte, aber der Wind macht alles wieder zunichte.
Erschreckend ist dabei auch der Blick auf die Wettervorschau, es bleibt auch die nächsten 14 Tage so. Die Wahrscheinlichkeit die Ostereier im Schnee zu suchen, ist inzwischen höher als weiße Weihnachten. War nicht von Klimaerwärmung die Rede? Aber auch, dass dieser zuerst eine kleine Eiszeit vorausgeht. Sind wir da schon angelangt? Selbst in Malle hat es heute geschneit. In sieben Tagen ist Frühlingsanfang, ich bestehe auf Einhaltung dieses Termins, eine weitere Verschiebung wird nicht akzeptiert. Hast du das gehört Wetter? Streng dich an!
Ansitzen
Der Blick aus dem fahrenden Zug eröffnet ja permanent neue Perspektiven, wie Kino, nur schneller und ohne echte Handlung. Die muss man sich im Kopf selbst erzeugen. Manchmal würde ich gern anhalten, aussteigen und kurz mitspielen. Zum Beispiel in der Morgendämmerung mit dem Jäger hier auf dem Anstand sitzen und auf den ersten Regio warten der aus dem morgendlichen Nebel herangerauscht kommt. Anlegen, zielen, bammmm. Erlegt.
Aber was macht man anschließend mit einem erlegten Regio? Mit nach Hause nehmen? Direkt vor Ort ausweiden und zerteilen? Oder einfach warten, bis der Regio für den Jäger das Wild erlegt? Bin ehrlich gesagt etwas verwirrt, was die Position dieses Jagdsitzes angeht. Aber die jagende Zunft wird schon wissen was sie tut. Vielleicht irre ich mich aber auch komplett, und es ist ein Ansitz für Trainspotter. Aber das klingt irgendwie wieder langweilig. Also schnell weiter zur nächsten Szene.










