Dem Himmel so nah

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Wir haben den Angriff von Neptun überlebt und haben eben mitten in der sizilianischen Diaspora in Avola das CL Finale und den Sieg des FC Bayern gesehn. Glückwunsch. Die zahlreichen deutschen Urlauber waren ja eher so Dortmund orientiert. Wie wir.

Nach dem letzten Bericht haben wir gestern mit der Fähre die Strasse von Messina überquert und sind jetzt auf Sizilien. Wie geplant haben wir sofort den Ätna erklommen, der sich – wie erhofft – wolkenlos präsentiert. Zuerst fahren wir mit dem Wohnmobil zur Basisstation auf 2000 Meter Höhe, um nach kurzer Akklimatisationsphase mit Seilbahn und Unimogbussen auf 2920 Meter zu erhöhen. Ein Bergführer zeigt uns einige Aktivitäten rund um die Bergstation, aber der Aufstieg zum Hauptkrater ist aktuell nicht möglich. Der weite Blick über Sizilien entschädigt dafür mehrfach. Als urplötzlich Wolken aufziehen und den Gipfel verhüllen, ist es Zeit die Talfahrt anzutreten.

In der Nacht haben wir Befürchtungen dass es uns das Wohnmobil vom Plateau weht, so kräftig bläst der Westwind. Vorsichtshalber stellen wir uns mitten in der Nacht noch mal um. Am nächsten Morgen werden wir von heftigem Regen geweckt, wir stehen mitten in den Wolken. Tief unter uns strahlender Sonnenschein. Es wird Zeit „Ciao Ätna“ zu sagen. War schön mit dir.

Entlang erkalteter Lavaströme früherer Vulkanausbrüche erreichen wir Catania und kurze Zeit später Siracusa. Hier bleiben wir den ganzen Tag, besuchen das Teatro Greco, das Orecchio di Dionigi, die Fontane Aretusa und mäandern durch die Stadt, die wir zuletzt 1986 – noch mit dem Zug – besucht haben. Den Abschluss des Tages verlegen wir nach Avola, wo es einen netten Campingplatz am Meer gibt. Der Platz ist fest in süddeutschen Händen, die aus unerfindlichen Gründen Pfingstferien haben. Wir als Berliner setzen den Exotenstatus. Dit is juut, wa. Buena notte oder so…

Vom Kraterrund zu den Tempeln der Antike

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Gestern morgen haben wir dem ersten Vulkan auf unserer Tour „Bon giorno“ gesagt, dem Vesuv. Er versucht uns zwar den Besuch etwas zu erschweren, indem er am steilen Anstieg einen heftigen Regen niederprasseln lässt, so dass unser Wohnmobil mit durchdrehenden Rädern fast keinen Grip findet. Aber unsere Bergziege lässt sich nicht unterkriegen und mit ein bißchen Feingefühl erreichen wir den – noch fast leeren – Gipfelparkplatz. Von hier an heißt es laufen, aber nicht ohne vorher einen Zehner am Eingang als Obulus zu entrichten. Weiterlesen „Vom Kraterrund zu den Tempeln der Antike“

Im Labyrinth von Pompeji

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Heute sind wir fünf Stunden durch die Ruinen von Pompeji gewandert. Um uns herum Unmengen an Gruppen von diversesten Kreuzfahrtschiffen, Schulklassen auf Italienreise und Kindergärten aus der Umgebung. So bevölkert muss sich Pompeji zu Lebzeiten angefühlt haben. In allen Sprachen wird das frühere Leben erklärt und wie es dann zum abrupten Ende kam. Wer das wissen will, kann bei Wikipedia nachschauen, oder den Film „Die letzten Tage von Pompeji“ anschauen. Ist glaub ich aus den Fünfzigern. Weiterlesen „Im Labyrinth von Pompeji“

Via Aurelia

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Wir verlassen in der Früh „La Spezia“ und nehmen die SS1, auch „Via Aurelia“ genannt, unter unsere Räder und bewegen uns gen Süden, vorbei an Livorno, wo auch das Foto entsteht. Ein geplanter Besuch etruskischer Gräber am Pinienstrand von Populonia scheitert an der Bockigkeit einer Parkplatzwächterin, die uns nicht mal eine halbe Stunde auf den massenhaft vorhandenen Busparkplätzen stehen lassen will, obwohl wir bereits ein Ticket gezogen haben – „das sei nicht importante“ – und gerade mal ein piepeliger Bus dort steht. Manney, dann behaltet eure blöden Etrusker halt für euch. Weiterlesen „Via Aurelia“

Alpenquerung für Anfänger

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Heute morgen bei strahlend blauem Himmel draußen gefrühstückt und kurzzeitig noch überlegt zu verlängern, aber der Weg nach Sizilien ist noch weit. Also sind wir um halb neun auf dem Weg zum Gotthard-Tunnel. Mit uns haben allerdings auch Heerscharen von Urlaubern dieselbe Idee – langes Pfingstwochenende – sodass wir um halb zehn das erste Mal stehen. Vor einer Ampel. Auf der Autobahn! Weiterlesen „Alpenquerung für Anfänger“

Schlychweg

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Gruezi miteinand, diese Schweizer sind schon echte Teufelskerle. Bahnverrückt sind sie ja sowieso, aber dass sie auch noch Bergziegengleich mit einer Bahn den Berg erklimmen müssen, toppt dann doch noch mal alles. Mit bis zu 48% Steigung windet sich die Zahnradbahn von Alpnachstad zum Pilates hinauf. Das sieht am Startpunkt aus, wie der Anlaufberg einer Achterbahn. Und nur durch die spezielle Konstruktion mit zwei waagerecht liegenden Zahnkränzen und einer Führungsscheibe ist das Unterfangen überhaupt möglich.

Das ist damit dann auch die steilste Zahnradbahn der Welt und oben in rund 2000 Metern Höhe warten das Panoramahotel und drei Berggipfel um die „Bergsteiger“ mit einem Wahnsinnspanorama über die Luzerner Seen und die umliegenden Berge zu begeistern. Wir sind dann doch lieber untengeblieben, da es schon recht spät war – die letzte Bahn fuhr nach oben und dort angekommen hätten wir grad zehn Minuten Zeit gehabt bis zur Talfahrt – und noch dazu steckten die Berge tief in den Wolken.

Wir stehen auf einem schönen Platz der zu Fuß über einen „Schlychweg“ zu erreichen ist, und genießen den weiten Blick über den Alpnacher See. Ganz hinten scheint noch etwas die Sonne auf die Bergspitzen, aber wir liegen bereits im Bergschatten und genießen das Ende der ersten Etappe. Guts Nächtle alleweil.

Tanz auf dem Vulkan

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Nach einer kleinen Arbeitspause in Frankfurt geht es morgen endlich los, unsere Reise mit dem Wohnmobil bis zum höchsten Vulkan Europas, dem Ätna auf Sizilien. Ich war da schon mal Mitte der achtziger Jahre und es war schon beeindruckend am Kraterrand zu stehen und das tiefe Grollen zu hören, was dich als kleiner Mensch noch ein wenig kleiner macht. Die Urmacht der Natur die man dort spürt macht schon Respekt. Der Blick aus rund 3300 Metern Höhe über das weite Inselrund tut sein Übriges dazu.

Ab morgen bewegen wir uns geradewegs nach Süden und folgen nach der Schweizdurchquerung der Via Aurelia bis nach Rom. Danach geht es weiter über Neapel nach Sizilien wo wir fünf Tage eingeplant haben. Neben dem Ätna werden wir vorher noch dem Vesuv einen Besuch abstatten, gewissermassen als Vorspiel. Wobei nebendran mit Pompeji ein beeindruckendes Beispiel dafür existiert, was passiert, wenn sich die Naturgewalten Bahn brechen.

Wer Lust hat kann unserer Tour hier im Blog folgen und sich auf Geschichten und Bilder freuen, vorausgesetzt wir bekommen im Italien eine geeignete Prepaidkarte für das iPad. Ansonsten wird es – dank Roamingirrsinn – eher eine abgespeckte Version geben. Schaun mer mal.

Farbrauschen

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Manchmal bietet der Blick über den Deich ein relativ dröges Stück Natur, der Blick durch das Objektiv nichts Aufregendes, nichts wo sich das Auge festhalten kann, was Spannung erzeugt. Warum dann nicht mal die Gelegenheit nutzen, mit der Kamera zu abstrahieren, das Gesehene in ein Gefühl zu übersetzen, dass man am Ende einer langen Fahrradtour am östlichen Ende des Darß verspürte.

Dort stand ich auf einer Aussichtsplattform und schaute Richtung Hiddensee. Über ein wenig grünes Gras, den kurzen Strand, ein wenig Wasser, eine Sandbank und dahinter wieder das offene Meer. Darüber ein schöner blauer Frühlingshimmel. Viele schöne und harmonische Farben, die ich gern gemalt hätte, wenn ich denn Maler wäre. Aber eigentlich bin ich das ja auch, ein Lichtmaler. Also die Kamera raus, Blende zu und ISO runter, so dass eine Belichtungszeit um die 20stel Sekunde angezeigt wird.

Jetzt die Kamera flach aufs Geländer abgelegt und während einer leichten Bewegung von links nach rechts vorsichtig ausgelöst ohne die Bewegung zu unterbrechen. Von rund zehn Versuchen gefiel mir das obige Ergebnis am Besten und bekam noch eine kleine „Nachbehandlung“ am iPad, um den malerischen Charakter ein wenig zu unterstreichen. Könnte ich mir sehr gut an meiner Fotowand vorstellen, als Erinnerung an einen schönen Frühlingstag an der Ostsee.

Eierdiebe

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Eigentlich wollte ich nach Graugänsen Ausschau halten, die wir bei der Einfahrt nach Zingst zu hunderten auf den Wiesen gesehen hatten, aber um unseren Campingplatz herum, stehen am frühen Abend nur ein paar vereinzelte Paare. Dafür liegt mitten auf dem Deich ein großes weißes Ei aus dem gelbes Eidotter läuft. Ansonsten sieht es recht unbeschädigt aus. Wie kommt das Ei hierher? Sieht nicht so aus, als wäre dies ein geeigneter Ort zum Brüten. Ich fahre mit dem Rad ein Stück vorbei, halte an und nehme die Kamera in Position. Irgend jemanden muss es ja gehören, auch wenn es kaputt ist. Ich muss auch nicht lange warten bis die Räuber vorsichtig erscheinen. Noch stehen sie in einiger Entfernung und peilen die Lage, aber der Hunger treibt sie heran. Mit dem Schnabel wird das Eigelb nun schnell aufgeschlürft. Eile ist geboten, kommen doch dauernd Radfahrer vorbei und stören das Abendessen mitten auf dem Weg. Irgendwann bekomme ich auch Hunger und mache mich auf dem Weg zurück. Irgendeine Gans oder Möwe wird nun keinen Nachwuchs mehr bekommen, er ist den Eierdieben zum Opfer gefallen.

Aufs richtige Pferd gesetzt

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Ganz weit draussen im Osten, fast schon in Brandenburg, liegt ein 2400 Meter langes Oval aus Rasen. Es dient mehrfach im Jahr dazu, Pferde in hoher Geschwindigkeit, besetzt mit meist kleinen Männern, drumherumzujagen. Tausende Menschen schauen dem Treiben dabei interessiert zu. Wenn Reiter und Pferd endlich durchs Ziel jagen, freuen sich die Einen, wohingegen die Anderen fluchend kleine Zettel zerreissen. Es ist Renntag in Hoppegarten. Man kann ja an so einem Renntag auf alles wetten, auf Sieg, auf Platz, Zwillingswette, Viererwette, man muss nur verstehen, was es bedeutet.

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